Geiseltalsee: 553 Hektar kommen ab 2014 zusätzlich in Nutzung, wenn LAGB und Kreis zustimmen

Zuvor muss dem LAGB von LMBV die Böschungsstabilität nachgewiesen und vom Saalekreis der Allgemeingebrauch ergänzt werden

Leipzig/Mücheln. Die LMBV hat beim LBGR Halle eine Erweiterung der freigegebenen Geiseltalsee-Fläche bis Frankleben beantragt. Darüber informierte Dietmar Onnasch, LMBV-Abteilungsleiter Projektmanagement Sachsen-Anhalt, am 16.10.2013 in Mücheln im Rahmen einer Expertenrunde. Unter Leitung von Wirtschaftsminister Hartmut Möllring tauschten sich Behörden, Bergbausanierer, See-Anrainerkommunen, Kommunalpolitiker und Vertreter von Vereinen und Verbänden zum Stand der See-Entwicklung aus.

Die LMBV befürwortete laut Dietmar Onnasch, die nutzbare Wasserfläche von jetzt 270 Hektar um 553 Hektar zwischen Mücheln und Frankleben zu erweitern. Das wäre dann mit 823 fast die Hälfte von den insgesamt 1.840 Hektar Seefläche. Damit könnte fast die gesamte südliche Seehälfte per Boot erkundet und von Wassersportlern genutzt werden. Ausgenommen davon sind noch die Baustelle um das Hafengebiet Braunsbedra, das Naturschutzgebiet auf der See-Halbinsel sowie der Bereich der ursprünglichen Flutungsstelle und des Geiselauslaufs bei Frankleben. Dort befindet sich die Fremdwasserzuleitung von der Saale.

Voraussetzung dafür sind zwei Punkte: Zum einen muss der Saalekreis die Allgemeinverfügung zum See ergänzen, die regelt, was auf dem Gewässer erlaubt und was verboten ist. Zunächst aber muss das LAGB jetzt dem LMBV-Vorgehen formal zustimmen. In der Mitteldeutschen Zeitung Merseburg vom 17.10.2013 hieß es dazu: „Genau hier lag am Mittwoch der Knackpunkt. Der Vertreter des Bergamts wollte sich auch auf konkrete Nachfrage des Ministers nicht auf den Zeitpunkt einer möglichen Genehmigung festlegen.“

„Die LMBV arbeite mit Hochdruck an der Abschlussdokumentation zum See, um ihn letztlich aus dem Bergrecht zu entlassen“, betonte jedenfalls Dietmar Onnasch. Neben Pflege und Unterhaltung der Forst- und Böschungsflächen und der umfangreichen Böschungsüberwachung seien 2014 weitere Maßnahmen geplant. Der Abteilungsleiter nannte u.a. die Verfüllung des alten Geiseleinlaufs in Mücheln und den Bau eines Entwässerungssystems bei Neubiendorf.

Die laufende Böschungssanierung in Braunsbedra-Neumark werde noch bis Jahresende andauern. Vorgeschriebene laufende Überprüfungen der Baufläche auf Kampfmittel schränkten den Baufortschritt ein. Zudem hätten sich an der Uferfläche zum Teil Biotope mit geschützten Arten entwickelt, auf die Rücksicht genommen werde. Notwendig seien zudem weitere planmäßige Erkundungsbohrungen am Westufer bis 2014, um auch dort die Böschungsstabilität nachzuweisen.

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