Gewässergüte der Spree: Minister Gerber sieht Verockerung der Spree zurückgedrängt

Das Maßnahmeziel, die Eisenkonzentration vor dem Spreewald zu reduzieren, wurde lt. Gerber erreicht

Potsdam/Senftenberg. Am 22.01.2015 erklärte Wirtschaftsminister Albrecht Gerber in einer Fragestunde des Landtags, dass verschiedene Sofortmaßnahmen aus dem im Jahr 2013 gestarteten Zehn-Punkte-Programm eine „sehr gute Wirkung“ zeigten. Seit 2012 steht die Verockerung der Spree und ihrer Zuflüsse stärker im Fokus der Öffentlichkeit. Als Beispiele für aktive Gegenmaßnahmen nannte Minister Gerber den Einsatz von Wasserbehandlungsanlagen oder das Einbringen von Kalk in die Gewässer, um „den Rost zu binden. Das Ziel der Maßnahmen, die Eisenkonzentration vor dem Spreewald zu reduzieren, wurde erreicht.“ Mit dem Bergbausanierer LMBV wurde dabei ein verlässlicher Partner zur Umsetzung der Maßnahmen gewonnen.

Vor knapp zwei Jahren hatte die zunehmende Braunfärbung der Spree in der Lausitz Anrainer und Nutzer beunruhigt. Sie befürchteten Gefahren für die Spreewälder, die Umwelt und den Spreewald-Tourismus. Mit der braun verfärbten Spree bis Spremberg haben neben Brandenburg auch die Unterlieger in Sachsen zu kämpfen. Ein Grund dafür sind die Kippen stillgelegter Braunkohletagebaue, die schrittweise nasse Füße bekommen. Aus natürlichen Quellen und den eisenhaltigen Kippen dringt Eisenocker in das zurückkommende Grundwasser, färbt es braun und gelangt dann in die Flussauen. Als die Tagebaue noch Kohle förderten, war das Grundwasser um die Gruben abgesenkt worden. Nach Überzeugung von Umweltverbänden beschränke sich das Problem der Verockerung von Gewässern allerdings nicht nur auf stillgelegte Tagebaue, sondern betreffe auch aktive Gruben. Greenpeace und der BUND Brandenburg stellten deswegen u.a. Strafanzeige gegen den schwedischen Energiekonzern Vattenfall, der in der Lausitz fünf Tagebaue betreibt. Vattenfall wies dies stets zurück.

Grundsätzlich würden die Maßnahmen zur Verbesserung der Wasserqualität der Spree fortgesetzt, betonte der Minister. „Wir arbeiten an der weiteren Optimierung.“ Die Verockerung der Spree durch den Bergbau ist nach Angaben der Brandenburger Landesregierung deutlich zurückgegangen. Das Ziel der Maßnahmen, die Eisenkonzentration vor dem Spreewald zu reduzieren, wurde erreicht“, bilanzierte Gerber Im Landtag.

Quellen: LMBV / Landtag Brandenburg / Antwort der Landesregierung auf die Frage der Abgeordneten Sylvia Lehmann von der SPD-Fraktion zum Thema „Weitere Bekämpfung der Verockerung der Spree“: Das „Aktionsbündnis Klare Spree“ hat Ende vergangenen Jahres einen öffentlichen Appell an die Landesregierung gerichtet, in dem eine Zwischenbilanz der bisherigen Maßnahmen gegen die Verschmutzung der Spree und ihrer Zuflüsse gezogen wird. Nach einem Gespräch mit Vertretern des Aktionsbündnisses hatte die Landesregierung ein Zehn-Punkte-Programm verabschiedet. Damit sollte zum einen ein weiteres Vordringen der Verockerung, insbesondere bis in die inneren Bereiche des Biosphärenreservats Spreewald, verhindert werden. Zum anderen sollten Orte, an denen die Verschmutzung auftritt, so behandelt werden, dass die Stoffe nicht mehr in die Fließgewässer gelangen können. Deshalb frage ich die Landesregierung: Wie beurteilt sie den Erfolg der einzelnen Maßnahmen gegen die Verockerung der Spree? http://www.parldok.brandenburg.de/parladoku/w6/drs/ab_0400/409.pdf

Zurück