IG BCE: Verantwortung für Energiepolitik wahrnehmen - LMBV-Gewerkschafter vor Ort

Erneute Gewerkschaftsproteste während Braunkohlentag in Potsdam

Potsdam. Über 300 Teilnehmer begleiteten am 26.5.2016 vor dem Potsdamer Nikolaisaal eine Kundgebung der IG BCE, zu der die Gewerkschaft im Vorfeld des traditionellen Braunkohletages aufgerufen hatte. Auch Brandenburgs Minister für Wirtschaft und Energie, Albrecht Gerber, ließ es sich nicht nehmen mit seinem Grußwort den Teilnehmern Mut zuzusprechen, die um ihre Arbeitsplätze und um ihre Region bangen.

In seiner Rede sprach Oliver Heinrich, Landesbezirksleiter Nordost, die Vorfälle am Pfingstwochenende im Braunkohlegebiet der Lausitz an („Die Lausitz ist nicht Woodstock“) und wies darauf hin, wie gewissenlos und respektlos mit der Tatsache umgegangen wird, dass durch einen frühzeitigen Braunkohleausstieg Tausende Menschen ihre Arbeit verlieren und die Existenz einer ganzen Region gefährdet wäre. Heinrich: „Natürlich blenden wir bei dem Kampf um die Arbeitsplätze niemals die ökologische Faktoren aus. Denn im Gegensatz zu den Klimaaktivisten sind wir nicht taub und nicht blind! Die im letzten Jahr beschlossene Sicherheitsbereitschaft ist dazu ein vernünftiger Kompromiss, um die Gegensätze von Ökonomie und Ökologie zu versöhnen und gemeinsam einen guten Weg in eine gute Zukunft zu gehen“.

Er betonte, dass auch die Bundesregierung ihrer Verantwortung gerecht werden muss: „Ich warne vor weiteren Schritten energiepolitischer Instabilität. Statt Versorgungssicherheit zu bezahlbaren und wettbewerbsfähigen Preisen zu riskieren, sollten wir die offenen Fragen der Energiewende lösen. Also Netze und Speicher bauen, damit der Strom aus Erneuerbaren auch dort ankommt, wo und wann er gebraucht wird. Der Staat subventioniert immer noch Wind- und Solaranlagen mit horrenden Summen. Das Geld wäre für einige Jahre besser in der Forschung für Energie-Speicher angelegt. Hört endlich auf einen vorzeitigen Ausstieg aus der Braunkohle in immer kürzeren Fristen zu thematisieren!“

Unter Applaus machte auch Oliver Heinrich den Teilnehmenden Mut: „Die Lausitz lebt. Die Braunkohle wird und muss es noch weiter geben. Alle zusammen sind angewiesen auf einen schnell verfügbaren, bezahlbaren und sicheren Strom aus der Lausitz und Mitteldeutschland!“

Quelle:  IG BCE Landesbezirk Nordost

Zurück