LMBV: Erste Spülung des sanierten Loberbetts in Delitzsch erfolgreich umgesetzt

Tauchereinsatz zum Einführen der Spüllanze vonnöten

Delitzsch. Zwischen 2013 und 2015 wurden im 2. Bauabschitt der Lobersanierung auf einer Länge von rund 2.200 Metern Flusssohle und Böschungen neu aufgebaut sowie Drainagerohre in zwei parallelen Stränge auf einer Gesamtlänge von ca. 4.400 Metern verlegt. Die Spülung dieser Drainagen erfolgte testweise erstmals am 24. Januar 2018 ab der Brücke Kohlstraße flussaufwärts in Richtung Elberitzwiesen in Höhe Poetenweg und dauert voraussichtlich bis zum Ende der 5. Kalenderwoche 2018 an.

Es wurden zunächst rund 500 Meter gespült, wobei eine starre Spüldüse und ein Rotationsspüldüse Spülschlauch auf ihre Tauglichkeit hin getestet worden sind. Nachdem der Spülschlauch ins Schachtbauwerk eingesetzt wurde, erfolgte die Befahrung im Vortrieb mit einer Geschwindigkeit von 20 bis 30 Metern pro Minute. Anschließend zog man den Spülkopf zum Fahrzeug zurück und die aufgewirbelten Sedimente im Flusslauf wurden abgesaugt und durch ein Sieb in den Tankwagen gefiltert. Der Rücklauf des Spülschlauchs erfolgte auf 6 Metern pro Minute.

Durch den teilweisen Ausbau der Armaturen in den Schächten wurde ein Tauchereinsatz erforderlich. Er tauchte in den Schacht, der bis zu 1,80 Meter mit Wasser gefüllt war, suchte den etwa 30 Zentimenter über der Bodenplatte liegenden Eingang der Drainage und führte die Spüllanze manuell ein. Der Testversuch gelang wie geplant. Während des Spülvorgangs wurde gleichzeitig die Gewässergüte des Lober geprüft, durch das Aufwirbeln und Ansaugen gab es leichte unkritische Gewässertrübungen. Die entnommenen Proben werden im Labor auf mehrere Stoffe ausgewertet.

Nach Abschluss der Spülung wird zur Erfolgskontrolle eine abschließende Prüfung der gespülten Abschnitte per Kamerauntersuchung vorgenommen. Bereits im Vorfeld war seit 2017 auf der gesamten Länge des 2. Bauabschnitts eine Kamerauntersuchung gelaufen, um den Zustand vor der Drainagespülung zu erfassen. Je nach Ergebnis von Vor- und Nachprüfung per Kamera sind künftig jährlich bis zu zwei Spülgänge geplant.

Vor Ort im Einsatz war die im Auftrag der LMBV tätige Firma TMG Spedition GmbH und deren Nachauftragnehmer Kanal Mohs GmbH & Co. KG. Anwesend waren Vertreter von LMBV, sächsischer Landestalsperrenverwaltung und technischer Bauüberwachung.

Der Ausbau der Lober ist Bestandteil des Gesamtsicherungskonzeptes der Stadt Delitzsch vor den Folgen des Grundwasserwiederanstieges. Zielstellung ist die Herstellung der hydraulischen Durchgängigkeit sowie der Anschluss des Lober an den Hangendgrundwasserleiter, so dass es in Folge der verbesserten Vorflutwirkung des Lober zu einer spürbaren Grundwasserabsenkung im Bereich der Stadt Delitzsch kommt.

 

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