LMBV: Alte Flächen für Neue Papiermaschine – Bergbausanierer unterstützte Ansiedlung

370-Mio.-Euro-Investition der Firma Hamburger Containerboard auf ehemaliger Kohleindustriefläche

Senftenberg/Schwarze Pumpe. Der Erfolg hat immer viele Väter und Mütter. Neben den Kommunen Spremberg und Spreetal, der ASG, der LEAG u.a. hat auch die LMBV dazu beigetragen, das kürzlich ein Baustart für eine 370-Mio.-Euro Investition der Fa. Hamburger Containerboard auf ehemaligen Flächen des Bergbausanierers in Schwarze Pumpe realisiert werden konnte.

Jörg Lietzke, LMBV-Abteilungsleiter Flächenmanagement Lausitz war daher zu dem Festakt der Investoren im Industriepark Schwarze Pumpe mit eingeladen. Bereits 2003 hatte die LMBV eine Fläche von rund 37 Hektar an die Unternehmen aus Österreich für die Ansiedlung der Papierfabrikation verkauft. Zum 1. Juni 2016 wurden weitere 1,6 Hektar als Erweiterung übereignet.

Der Produktionsbeginn der nun geplanten neuen Anlage ist für das zweite Halbjahr 2020 geplant. Harald Ganster, Managing Director der Hamburger Containerboard, sagte beim Festakt, dass die Papier-Maschine Nr. 2 die logische Fortsetzung der Produktkette und des Unternehmenswachstums der Prinzhorn-Group sei. Damit erhöhe die Firma im Produktsegment weiße Wellpappe-Rohpapiere die Kapazität auf über eine Million Tonnen. Dazu komme das Herstellen von braunen Wellpappe-Rohpapieren, die auf Altpapierbasis entstehen. Die sogenannte PM 2 sei das größte Einzelprojekt in der Unternehmensgeschichte, so der verantwortliche Manager beim Festakt am 26.09.2018.

Die Riesenbaustelle zwischen der bestehenden Papierfabrik, dem Schwester-Werk Dunapack und der benachbarten noch aktiven LEAG-Brikettfabrik wird in den kommenden 24 Monaten ungefähr 1.000 Bau- und Fachleute aus bis zu 60 Einzelunternehmen vereinen. Mit der Inbetriebnahme der PM 2 wird die österreichische Hamburger-Rieger-Mutter Prinzhorn-Group samt Dunapack-Pappwerk und Spreerecycling-Kraftwerk im Industriepark insgesamt bis zu 700 Arbeitsplätze haben. „Die Vergrößerung unserer Papierfabrik macht die Region zu einem der wichtigsten Papier- und Verpackungsstandorte“, sagte Harald Ganster aus diesem Anlass. Mehr Infos zum Projekt unter: www.hamburger-containerboard.com

Auch im mitteldeutschen Braunkohle-Revier wird weiter in die Papierproduktion investiert

Auch im mitteldeutschen Braunkohle-Revier wird weiter in die Papierproduktion investiert. In Sandersdorf-Brehna entsteht im kommenden Jahr ebenfalls eine neue Papierfabrik für 375 Millionen Euro. Es sei die größte Einzelinvestition der letzten Jahre in Sachsen-Anhalt, so Medienmeldungen im August 2018: Die Progroup AG werde im Januar 2019 mit dem Bau einer neuen Papierfabrik nahe Bitterfeld beginnen. Ministerpräsident Reiner Haseloff zeigte sich beim ersten Spatenstich am 10. August 2018 sehr zufrieden. In unmittelbarer Nähe der Autobahn 9 zwischen Leipzig und Berlin wird die Progroup AG für 375 Millionen Euro ebenfalls eine Papierfabrik bauen. Auch im Landkreis Anhalt-Bitterfeld sollen ab Herbst 2020 pro Jahr 750.000 Tonnen

Wellpappen produziert werden, wie Firmenchef Jürgen Heindl am Baufeld des neuen Werks sagte. In der Anlage werde seinen Angaben zufolge zu einhundert Prozent Altpapier verarbeitet, rund 860.000 Tonnen seien dafür pro Jahr notwendig. In der Papierfabrik werden damit 140 neue Arbeitsplätze entstehen. Das Unternehmen betreibe in Burg bei Magdeburg bereits eine Papierfabrik und ein Logistikunternehmen.

Wie der Investor-Vertreter Heindl erläuterte, habe sich der Markt für Papier, Pappe, Wellpappe und Verpackungen in den vergangenen Jahren dynamisch entwickelt. Insbesondere der boomende Online-Handel sorge für einen hohen Bedarf an Verpackungen. Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Dr. Reiner Haseloff begrüßte die Industrieansiedlung als eines der wichtigsten Projekte für das Bundesland. „Hier entsteht das weltweit modernste, effektivste und effizienteste System für die Papierfertigung“, sagte er laut Nachrichtenagentur dpa, bevor er mit den Bauherren zum symbolischen ersten Spatenstich schritt.

Das Gesamtprojekt sieht neben der Papiermaschine in einem zweiten Ausbauschritt auch den Bau eines Kraftwerks vor, das die Fabrik mit Dampf und Strom versorgen wird. Dort können auch die im Altpapier enthaltenen Schadstoffe verbrannt werden. Damit soll die neue Fabrik weitgehend unabhängig von fossilen Brennstoffen betrieben werden. In einem eigenen Wasserkreislauf wird den Angaben zufolge eine moderne Abwasserreinigung integriert. Die Wasserversorgung erfolgt über Grund- und Oberflächenwasser, das durch die stillgelegten Tagebaue der Braunkohle reichlich vorhanden ist.

Die Progroup AG betreibe momentan zwei Papierfabriken und zehn Wellpappformatwerke. Außerdem gehören ein Kraftwerk und mehrere Dienstleistungsgesellschaften zum Unternehmen. Mit 1.100 Mitarbeitern erwirtschaftete die Gruppe im vergangenen Jahr nach eigenen Angaben einen Umsatz von etwa 800 Millionen Euro. Mehr Infos über die Progroup AG gibt es von Julia Schemel unter Tel. +49 6341 5576 1191oder Kontakt schemel@proservice.net

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