LMBV: Daten und Fakten für das zurückliegende Jahr 2017 veröffentlicht

Bergbausanierer setzte auch 2017 wieder viele Sanierungsprojekte um und schaffte neue Perspektiven

VA VI unterzeichnet in Berlin - BMin Schäuble un d Hendricks sowie Ministerpräsidenten

Senftenberg/Leipzig/Sondershausen. Der Bergbausanierer LMBV hat kürzlich sein Zahlenwerk zum zurückliegenden Jahr 2017 veröffentlicht.

In der Zusammenstellung der Daten und Fakten berichtet das Bundesunternehmen LMBV u.a. über den Einsatz der für die Braunkohlesanierung von Bund und Ländern zur Verfügung gestellten Mittel. Im Jahr 2017 hat die LMBV in der Braunkohlesanierung Leistungen in einem Finanzierungsumfang von circa 223 Millionen Euro erbracht. Damit wurde eine Gesamtbeschäftigungswirkung durch die Leistungen in der Braunkohlesanierung von mehr als 2.700 Arbeitnehmern im Jahresdurchschnitt generiert.

Im Rahmen des § 2 des Verwaltungsabkommens zur Braunkohlesanierung wurden 2017 Maßnahmen im Wert von 166 Millionen Euro und für die Lösungen gegen die Folgen des Grundwasserwiederanstiegs nach § 3 etwa 50 Millionen Euro eingesetzt. Zur Erhöhung des Folgenutzungsstandards in alleiniger Finanzierung durch die Braunkohleländer Brandenburg und Sachsen entsprechend § 4 des Verwaltungsabkommens wurden 7 Millionen Euro aufgewandt. Im Bereich Kali-Spat-Erz wurden bei der Verwahrung von stillgelegten Bergwerken im Jahr 2017 Leistungen in Höhe von 23 Millionen Euro realisiert.

Zum Erbringen dieser Ingenieur-, Planungs-, Kontroll-, Abrechnungs- und Immobilienleistungen hatte die LMBV im Jahresdurchschnitt 665 aktive Mitarbeiter beschäftigt sowie 35 Jugendliche ausgebildet. Im Zuge des Ausscheidens älterer Mitarbeiter nutzen 134 Mitarbeiter Altersteilzeitmodelle, so dass die Gesamtbeschäftigtenzahl 2017 einschließlich der Mitarbeiter der Geschäftsstelle des StuBA bei 853 lag. Der Anteil der Mitarbeiterinnen lag insgesamt bei 465 – dies entspricht einem Frauenanteil von mehr als 54 Prozent an der Belegschaft. In den zurückliegenden Jahren konnten kontinuierlich jüngere qualifizierte Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen gewonnen und in die Aufgaben eingearbeitet werden.

Die bergbauliche Sanierung im Rahmen des § 2 findet in 52 größeren Projekten in Brandenburg, Sachsen und Sachsen-Anhalt sowie Thüringen statt. Weitere 19 Projekte befassen sich mit Fragen der Gefahrenabwehr des Grundwasserwiederanstiegs. Darüber hinaus sind durch das Unternehmen 184 Abschlussbetriebspläne zu erarbeiten, wovon 136 derzeit inhaltlich abgearbeitet werden. Für den Geltungsbereich von 48 erfüllten AB-Plänen konnte die Bergaufsicht bereits enden. Die LMBV hat insgesamt 65 größere Wasserrechtliche Planfeststellungsverfahren nach § 68 WHG zu führen, wobei 23 bereits beschieden, 8 in behördlicher Bearbeitung und 34 noch zu beantragen sind.

Die Flutung der Lausitzer Bergbaufolgeseen wurde mit rund 190 Millionen Kubikmeter eingeleitetem Wasser fortgeführt. Schwerpunkt 2017 war das Fluten des Großräschener Sees. Zur Entwicklung der Wasserbeschaffenheit in den Bergbaufolgeseen erfolgte die Weiterführung der Inlake-Neutralisation mittels Sanierungsschiff im Partwitzer und Schlabendorfer See sowie im Speicherbecken Burghammer/Bernsteinsee. Der Einsatz des LMBV-Gewässerbehandlungsschiffes Klara am Partwitzer See hat sich 2017 bewährt. Ausgehend von einem pH-Wert von 2,8 im August 2016 liegt der pH-Wert aktuell bei 7,5. Diese Entwicklung ist im See auch optisch wahrnehmbar.

Die Flutung der mitteldeutschen Bergbaufolgeseen wurde 2017 mit 28 Millionen Kubikmeter eingeleitetem Wasser fortgeführt. Im westsächsischen Revier, im Südraum von Leipzig, spielten im Jahr 2017 die wasserwirtschaftlichen Maßnahmen in den Tagebaubereichen eine wesentliche Rolle. So wurde am Markkleeberger See eine neue Pumpstation zur Gewährleistung des vorgegebenen Wasserstandes errichtet und in Betrieb genommen. Am Störmthaler See wurde mit dem Beginn der Einbindung der Vorfluter Auenhainer Graben und Schlumperbach in den See die letzte Phase der Sanierung begonnen.

Weiterhin nehmen die Maßnahmen zur Gefahrenabwehr gegen die Folgen des Grundwasserwiederanstiegs einen breiten Raum ein. So wurden eine Vielzahl von Einzelmaßnahmen an Gebäuden gegen Vernässungen in Sachsen-Anhalt, Westsachsen und Thüringen realisiert. Für die Durchführung von notwendigen Maßnahmen gegen die anstehenden Vernässungen und Kontaminationen im Grundwasser im thüringischen Schelditz wurde die Entscheidung zur Übertragung der Projektträgerschaft auf die LMBV getroffen.

Bei der Bewältigung der bergbaulich bedingten Probleme bei der Wasserbeschaffenheit der Fließgewässer wurden weitere Fortschritte erreicht. Die ausgeleiteten Frachten über die Spree-Zuflüsse im brandenburgischen Einzugsgebiet vor dem Spreewald konnten teilweise um das Zehnfache reduziert werden. Gleichzeitig wurde die Eisenkonzentration im Gesamtverlauf der Spree von der Talsperre Spremberg bis nach Berlin auf unter 1 mg/l gesenkt. Dieser Wert liegt unterhalb der Sichtbarkeitsgrenze für Eisen. Mit gezielten Einzelmaßnahmen sind auch im ostsächsischen Einzugsbereich von Spree und Kleiner Spree Fortschritte in der Gewässergüteverbesserung zu erreichen.

An der Kleinen Spree in Burgneudorf begannen die Funktionsproben für eine modulare Wasserbehandlungsanlage und eines Abfangriegels mit zehn Filterbrunnen. Zwei weitere Wasserbehandlungsanlagen an den Hotspots des Eiseneintrags in die Spree befinden sich in der Planungs- und Genehmigungsphase. Eine bereits bestehende Brunnenanlage an der Kleinen Spree mit Ableitung des eisenbelasteten Grundwassers in eine Wasserbehandlungsanlage der LEAG in Schwarze Pumpe wurde um vier Brunnen erweitert.

Die Gefahrenabwehrmaßnahmen gegen die Folgen des Grundwasserwiederanstiegs sind im Jahr 2017 gut vorangekommen. Mit der Inbetriebnahme von zwei weiteren Horizontalfilterbrunnen im Ortsteil Brieske sind die komplexen Gefahrenabwehrmaßnahmen im Stadtgebiet von Senftenberg vollständig umgesetzt. Ein weiteres wichtiges Projekt ist der Südgraben Altdöbern, welches mit der Inbetriebnahme am 11.04.2018 fertiggestellt wurde. 431 Gebäude werden hierdurch künftig gegen die Folgen des Grundwasserwiederanstiegs dauerhaft geschützt.

Die Bewältigung der ökologischen Altlasten in der Braunkohleindustrie als Gemeinschaftswerk von Bund und Ländern wurde in den vergangenen 25 Jahren maßgeblich durch die Verwaltungsabkommen zur Braunkohlesanierung gestaltet. Mit dem Jahr 2017 endete das fünfte Abkommen, in dessen Verlauf seit 2013 Leistungen für insgesamt 1,24 Milliarden Euro realisiert wurden. Damit konnten bisher in der Braunkohlesanierung im Osten Deutschlands seit 1992 in Summe bisher 10,6 Milliarden Euro zielgerichtet und zukunftsorientiert eingesetzt werden.

Bilder: LMBV

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