LMBV: Offene Baustelle der Bergbausanierer an Sedlitzer Bucht war Publikumserfolg

17 Dalben für das Hafenbecken eingerammt - Senftenbergs Bürgermeister überrascht mit Hotel-Idee

Senftenberg/ OT Sedlitz. Ortsvorsteher Steffen Philipp war stolz auf seine Sedlitzer: in Scharen strömten diese, aber auch Anrainer von weiter her, auf die von LMBV und SGL für zwei Stunden am 6. April 2019 geöffnete Baustelle an der Sedlitzer Bucht.

Insgesamt bis zu 300 Interessierte ließen sich den Tag der offenen Baustelle der Bergbausanierer am Sedlitzer See nicht entgehen. Dort konnten sie bereits 16 frisch eingerammte Dalben für den künftigen Hafenbereich des Wasserwanderastplatzes sehen.

Diese Dalben mit einer jeweiligen Länge zwischen zwölf und 14 Metern waren in der ersten Aprilwoche in das Hafenbecken gerüttelt worden. Jeweils sieben Meter dieser Metallkonstruktionen befinden sich im Boden, erklärten LMBV-Abteilungsleiter Michael Matthes und Michael Sachs, Geschäftsführer der Spezial- und Bergbau-Servicegesellschaft Lauchhammer mbH (SGL) als bauausführender Firma. Solche Dalben werden als Befestigungen für die künftigen Fingerstege dienen. Die letzte und 17. Dalbe war extra von den Rammspezialisten für den Samstag aufgespart worden und kam vor vielen Zuschauern um 10:30 Uhr in den Hafenboden.

Eine häufig von den Besuchern gestellte Frage war die nach dem Abschluss der Flutung des Sedlitzer Sees, die aus heutiger LMBV-Sicht erst für nach 2021 anstehe. Derzeit befinde sich der Wasserstand nach Angaben des LMBV- Regionalverantwortlichen Michael Matthes schon bei 93,9 Meter NHN. Die LMBV strebe in diesem Jahr noch die geotechnisch machbare Marke von 95 Meter an, ganz in Abhängigkeit vom weiteren Baufortschritt und dem verfügbaren Wasserdargebot. Aktuell fehlen dem Bergbaufolgesee noch gut sechs Meter bis zum Erreichen des unteren Zielwasserstandes* von 100,0 Meter NHN.

LMBV und SGL und ihre Partner vom Zweckverband Lausitzer Seenland Brandenburg sowie der Stadt Senftenberg hatten sich auch mit Tafeln und Karten auf die Besucher vorbreitetet. Bekannt war bereits, dass südwestlich des Sedlitzer Ortskerns bis zu 100 Grundstücke für die Wohnbebauung in frei wählbarer Größe direkt an der Bucht über einen B-Plan ausgewiesen werden könnten. Neben Wohngrundstücken kann sich Senftenbergs Bürgermeister Andreas Fredrich direkt am Kleinhafen nun auch mehrere Ferienhäuser vorstellen.

Zudem kündigte Bürgermeister Fredrich ein völlig neues Projekt für den See an. Am Sedlitzer See könnte - seinen Ausführungen vom Samstag zufolge - auch ein neues Hotel entstehen. Das tat der Senftenberger Bürgermeister Fredrich während seiner Begrüßung zum Tag der offenen Baustelle erstmals öffentlich kund. Bislang fehle eine solche entsprechend interessante Herberge. Das Areal am Wasser wäre ideal, betonte das Stadtoberhaupt.

Als möglicher Standort schwebe ihm die Schnittstelle zwischen dem bereits im Bau befindlichen Hafen und der künftigen Wohnbebauung vor. Das Vorhaben solle in naher Zukunft öffentlich ausgeschrieben werden. Laut Fredrich gäbe es bereits mehr als einen konkreten Interessenten für das Projekt See-Hotel. Solch eine am Ufer zu umzusetzende Herbergs-Idee wird derzeit auch für den Scheibe-See bei Hoyerswerda diskutiert und wäre die erste ihrer Art am größten Brandenburger LMBV-Bergbaufolgesee.

Detlef Wurzler und Martin Wolf vom Zweckverband Lausitzer Seenland Brandenburg informierten die Besucher, dass im kommenden Jahr auch die Erschließungsstraße mit Fußweg zum künftigen Sedlitzer Wohngebiet am See gebaut werde. Darüber hinaus entstünden unter anderem ein Multifunktionsgebäude mit Parkplätzen am Hafen und Stegen sowie ein barrierefreier Strand. Indes werden die Erschließungsarbeiten am nicht weit entfernten Maritimen Gewerbegebiet Sedlitzer Nordufer bereits in rund acht Wochen beginnen, so Bau-Geschäftsbereichsleiter Carsten Henkel. Am 16. April 2019 sei zudem der Baustart für den Sedlitzer Seestrand bei Lieske geplant. * mit Korrektur v.10.04.2019

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