LMBV: Rückblick auf 2018 - Ein anspruchsvolles Jahr in der Bergbausanierung

Gute Basis in 2018 für die weitere Erfüllung der Aufgaben in der Bergbausanierung durch die LMBV geschaffen

Senftenberg. Im Jahr 2018 hat die LMBV die vielfältigen Prozesse in der Braunkohlesanierung und der Verwahrung weitgehend planmäßig fortgesetzt. Es war das erste Jahr des Fünften ergänzenden Verwaltungsabkommens zur Finanzierung der Braunkohlesanierung 2018 bis 2022.

Das Jahr war geprägt von den vielfältigen Aktivitäten zur Planung und Durchführung der geplanten Maßnahmen und insbesondere beeinflusst von der extremen Trockenperiode mit Auswirkungen auf die Sanierungsprozesse sowie die Gewässerbewirtschaftung.

Einen breiten Raum nahmen die Diskussionen über die Strukturentwicklung in den Braunkohlerevieren im Zusammenhang mit der klimapolitischen Ausrichtung der Elektroenergieerzeugung in Deutschland ein. Die LMBV hat sich bemüht, im Rahmen ihrer Tätigkeit einen Beitrag zur sachlichen Diskussion für die Revierentwicklung zu leisten und die Arbeit der durch die Bundesregierung eingesetzten Kommission für Wachstum, Strukturentwicklung und Beschäftigung zu unterstützen.

Am 17. August 2018 besuchte Bundesfinanzminister Olaf Scholz die LMBV und machte sich ein Bild von den Aufgaben und der Organisation des Unternehmens, den rechtlichen Rahmenbedingungen bei Abläufen in der Braunkohlesanierung und überzeugte sich bei einer anschließenden Befahrung von der zielorientierten Projektarbeit an bedeutsamen Sanierungsstandorten, wie zum Beispiel dem Industriepark Schwarze Pumpe. Der Minister zeigte sich beeindruckt von dem schon Erreichten in der Braunkohlesanierung sowie von den noch vor uns stehenden Aufgaben.

Im Rückblick auf das Jahr 2018 wurden in der Braunkohlesanierung Leistungen in einem Finanzierungsumfang von circa 241 Millionen Euro erbracht. Das ist mithin ein um 13 Millionen Euro bzw. circa zehn Prozent größeres Leistungsvolumen als im Vorjahr. Im Bereich Kali-Spat-Erz wurden bis zum Jahresende Leistungen in Höhe von 19 Millionen Euro realisiert.

Die zielgerichtete und kontinuierliche Fortführung der laufenden Sanierungsarbeiten, das Schaffen von tragfähigen Lösungen zur Herstellung der geotechnischen Sicherheit von Kippen, die wasserwirtschaftlichen Maßnahmen zur Flutung und Wasserbeschaffenheitsentwicklung in den Bergbaufolgeseen sowie die Fortschreibung und Umsetzung der Konzepte zur Behandlung bergbaulich beeinflusster Fließgewässer standen auch in diesem Jahr im Fokus unserer Arbeit.

Im Jahr 2018 gab es keine wesentlichen strukturellen und ablauforganisatorischen Veränderungen im Unternehmen. Durch die Einstellung von weiteren 49 Mitarbeitern konnte die altersbedingte Fluktuation im Unternehmen ausgeglichen und die Leistungsfähigkeit sowie das Know-how der LMBV erhalten werden. Deutlich über 50 Prozent unserer Belegschaft sind Frauen und auch die Leitungsfunktionen der LMBV werden zu circa 40 Prozent von Frauen wahrgenommen.

Das Wissen der LMBV war auch in diesem Jahr international gefragt. Der Auftrag des Umweltbundesamtes für das Projekt „Stärkung der Umweltschutzanforderungen bei der Rekultivierung von vom Bergbau devastierter Flächen in der Mongolei am Beispiel des Kohlebergbaus“ wurde zusammen mit der Ingenieurgesellschaft G.U.B weitergeführt. Experten der LMBV vermittelten auf internationalen Fachkonferenzen in Deutschland, Südafrika und in Korea sowie auf regionalen Foren, wie zum Beispiel dem thüringischen Kaligipfel in Sondershausen, neue Erkenntnisse und Erfahrungen in der Bergbausanierung. Delegationen aus Griechenland, der Mongolei, Marokko sowie aus den südamerikanischen Andenländern informierten sich an den Standorten der LMBV über unsere Arbeit sowie zu Fragen der Folgenutzung und Bergbauhinterlassenschaften.

Eine besondere Herausforderung stellte im Jahr 2018 die durch die lang anhaltende Trockenheit und die Hitzeperiode im Sommer geprägte hydrologische Situation in den Revieren dar. Die Niederschlagswerte lagen deutlich unter den langjährigen Mittelwerten. Durch ein aktives Wassermanagement der LMBV konnte trotz der angespannten Niedrigwassersituation die Sulfatkonzentration in der Spree bis Ende September entsprechend den vorgegebenen Richtwerten eingehalten werden. Die kritische Situation in den Bergbaufolgeseen durch das Erreichen von geotechnisch vorgegebenen Grenzwasserständen in der Lausitz wurde durch die aktive Steuerung im Unternehmen beherrscht. Lediglich am Landesgewässer Senftenberger See ereignete sich, begünstigt durch die niedrigen Wasserstände, eine Rutschung im Inselbereich. Die Nutzung des Sees musste daraufhin eingestellt werden. Die LMBV hat nach erfolgter behördlicher Anordnung Gefahrenabwehrmaßnahmen durchgeführt. Am Knappensee bei Hoyerswerda mussten die seeseitigen und damit wasserstandsabhängigen Arbeiten aufgrund der Niedrigwasserstände im See zeitweilig unterbrochen werden. Die Pleiße im Leipziger Südraum wurde durch die LMBV aus dem Zwenkauer, dem Cospudener, dem Störmthaler und dem Markleeberger See gestützt, bis auch hier die geotechnisch kritischen Grenzwasserstände in den Seen erreicht waren. Im Sanierungsbereich Kali-Spat-Erz führten die geringen Niederschläge einerseits zu einem geringeren Aufkommen an Haldenlaugen, andererseits war aber auch die Abgabe der Kalirückstandslaugen an die Vorflut aufgrund deren geringen Wasserführung eingeschränkt.

Im Rahmen der bergbaulichen Grundsanierung steht die Herstellung der geotechnischen Sicherheit an den Böschungen und Kippen der Tagebaue noch immer im Zentrum der Maßnahmen. Die Sanierungskonzepte der geotechnisch gesperrten Innenkippen der Lausitz wurden durch die LMBV im Jahr 2018 weiter bearbeitet. Anhand des 2018 fortgeschriebenen Sanierungskonzeptes für den Innenkippenbereich Seese-West soll das grundsätzliche Vorgehen zur Sicherung von Innenkippenflächen mit den zuständigen Behörden und Institutionen weiterentwickelt werden. Auf der Innenkippe Seese-Ost wurde 2018 ein Pilotprojekt mit leichter Bohrtechnik erfolgreich durchgeführt. Mit den durchgeführten Maßnahmen und aktuellen geotechnischen Bewertungen wurden im Jahr 2018 weitere 671 Hektar aus dem geotechnischen Sperrbereich herausgelöst und für die Nutzung freigegeben.

Ein besonderer Höhepunkt für die LMBV war die Beendigung der Bergaufsicht für den Tagebau Gräbendorf mit dem Gräbendorfer See. Im Beisein des brandenburgischen Ministerpräsidenten Dr. Dietmar Woidke und des Präsidenten des Landesamtes für Bergbau, Geologie und Rohstoffe des Landes Brandenburg Hans-Georg Thiem wurde dieser Akt würdig begangen.

Im Tagebau Nachterstedt verliefen die Arbeiten 2018 planmäßig. Die Herstellung der versteckten Dämme in der Ostböschung und die Verdichtungsarbeiten im Hauptrutschungskessel sind abgeschlossen. Für diese Bereiche werden als Grundlage für die nächsten Sanierungsschritte die Verdichtungsnachweise erarbeitet. An der Südwestböschung wurde der im Jahr 2016 zum Teil beschädigte Rütteldamm gesichert. Der weitgehende Abschluss des nutzungsabhängigen Erdbaus soll 2019 erfolgen.

Auch bei der Bewältigung der Wasserbeschaffenheitsentwicklung der Fließgewässer wurden weitere Fortschritte erreicht. Mit der aktiven Umsetzung des Barrierekonzeptes im Spreegebiet Nordraum konnte die Eisen-gesamt-Konzentration in der Spree von Burg über Lübbenau und Lübben bis nach Berlin auf durchschnittlich unter 1,0 mg/l begrenzt werden. Durch gezielte Einzelmaßnahmen wurden im ostsächsischen Einzugsbereich von Spree und Kleiner Spree Fortschritte zur Verbesserung der Gewässergüte erreicht. Die Maßnahmen zur Reduzierung der Eisenfracht im Zulauf der Spree zur Talsperre Spremberg wurden im Jahr 2018 durchgängig realisiert und werden 2019 fortgeführt.

Bei den Gefahrenabwehrmaßnahmen gegen die Folgen des Grundwasserwiederanstieges hat die LMBV im Jahr 2018 die Zielstellungen nicht vollumfänglich erreicht. Die maßgeblichen Gründe hierfür sind in den sich weiter verschärfenden Rahmenbedingungen, z. B. im Prozess der Ausschreibung und Vergabe von Leistungen, der Verlängerung von Genehmigungsprozessen infolge erhöhter naturschutzfachlicher Anforderungen und nicht zuletzt in den begrenzten Marktkapazitäten für Ingenieur- und Sachverständigenleistungen, aber auch für Bauleistungen zu suchen. Die LMBV hat diesbezüglich bereits eine Reihe von Unternehmensentscheidungen zur Intensivierung der hausinternen Prozesse getroffen, um sich auf diese veränderten Bedingungen einzustellen. Bei den durchgeführten Gefahrenabwehrmaßnahmen infolge des Grundwasserwiederanstiegs war in Brandenburg die Inbetriebnahme des Südgrabens Altdöbern ein besonders wichtiger Meilenstein. Circa 430 Gebäude werden hierdurch künftig gegen die Folgen des Grundwasserwiederanstiegs dauerhaft geschützt. Bei der komplexen Gefahrenabwehrmaßnahme gegen den Grundwasserwiederanstieg in der Stadt Senftenberg vervollständigte der Horizontalfilterbrunnen 9 im Ortsteil Brieske das Gesamtsystem. Die Maßnahme ist damit voll funktionsfähig und erfüllt qualitätsgerecht ihre Aufgabe. Im mitteldeutschen Revier lag im Jahr 2018 der Schwerpunkt bei den Gefahrenabwehrmaßnahmen gegen den Grundwasserwiederanstieg in der Sicherung von Einzelgebäuden.

Die Planungen im thüringischen Schelditz gegen die anstehenden Vernässungsgefahren und Kontaminierungen im Grundwasser aus dem ehemaligen Teerverarbeitungswerk Rositz wurden weitergeführt. Aufgrund der Schnittstelle des ökologischen Großprojektes mit der Braunkohlesanierung sowie der gesplitteten Finanzierung wurde im Februar 2018 eine Vereinbarung zwischen dem Freistaat Thüringen und der LMBV durch die thüringische Umweltministerin Anja Siegesmund unterzeichnet.

Die Maßnahmen zur Erhöhung des Folgenutzungsstandards entsprechend Paragraf 4 des Verwaltungsabkommens wurden auch im Jahr 2018 in beiden Revieren fortgeführt. Genannt seien hier beispielhaft in Brandenburg die Errichtung eines 1,4 Kilometer langen Rad- und Wanderweges entlang des Südgrabens Altdöbern und der Bau einer Steganlage inklusive Zuwegung für das geplante schwimmende autartec-Haus am Bergheider See. In Ostsachsen wurde die touristische Infrastruktur am Nordufer des Berzdorfer Sees weiterentwickelt. Für die Nutzung des Barbarakanals zwischen dem Partwitzer und dem Geierswalder See ab der Saison 2019 erfolgte die schifffahrtstechnische Ausstattung. Mit den Braunkohleländern Brandenburg und Sachsen erfolgten gezielte Abstimmungen zur Intensivierung der Projektabläufe im Paragraf 4.

Im Sanierungsbereich Kali-Spat-Erz wurde am Standort des Bergwerkes Bischofferode die Verwahrung der Tagesschächte abgeschlossen. Am 13. September erfolgte im Beisein des thüringischen Ministerpräsidenten Bodo Ramelow eine Würdigung dieses wichtigen Abschnittes der Verwahrung des ehemaligen Bergwerkes sowie der Arbeit der LMBV und der Bergleute vor Ort. Intensiv arbeitet die LMBV auch weiter an der Reduzierung der Salzfracht, die durch die Kalihalden im Südharzrevier in die Vorfluter Wipper, Unstrut und Saale eingetragen werden.

Der Dank der Geschäftsführung der LMBV als Projektträgerin der Braunkohlesanierung und der Verwahrung für das im Jahr 2018 Geleistete gilt zum einen dem Bund und den Ländern als Finanziers sowie den zahlreichen Kommunen und Partnern aus Verwaltung, Behörden, Wirtschaft, Wissenschaft und Politik, mit denen die LMBV bereits viele Jahre konstruktiv zusammenarbeitet. Ein besonderer Dank gilt den Mitarbeitern und Führungskräften der LMBV, die mit ihrem Engagement die positiven Ergebnisse des Jahres 2018 erreicht haben.

Sanierungsbericht 2018 (PDF 10,3 MiB)

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