LMBV: Umfangreiche Naturschutzfachliche Maßnahmen in Wulfersdorf

Geplante Böschungssanierung ermöglicht uneingeschränkte Nachnutzung

Wulfersdorf. Steile Einzelböschungen und der steigende Grundwasserspiegel kennzeichnen das bis zu 62 Meter hohe südwestliche Böschungssystem der Hochkippe Wulfersdorf nahe der Grenze zu Niedersachsen. Im Sinne einer dauerhaften Standsicherheit und einer uneingeschränkten öffentlichen Nachnutzung wird deshalb das Böschungssystem saniert. Für die Umsetzung der erdbautechnischen Sanierung muss zunächst der vollständig bewachsene Sanierungsbereich mit einer Gesamtfläche von circa 36 Hektar von Bewuchs befreit werden. Davon sind 20 Hektar Waldflächen, die gerodet werden müssen. Der durch die Rodung verlorengegangene Wald wird auf den dann sanierten Flächen soweit wie möglich wieder aufgeforstet.

Des Weiteren werden bereits artenschutzfachliche Vermeidungs-, Ersatz- und Kompensationsmaßnahmen durchgeführt, welche durch eine ökologische Baubegleitung überwacht und kontrolliert werden. Auftragnehmer im Bereich der artenschutzrechtlichen Ausgleichmaßnahmen ist die Fachfirma Land.Bau.Werk Bauservice & Grünpflege aus Perleberg. Über drei Jahre werden insgesamt circa 14 Kilometer Amphibienschutzzäune aufgestellt und Ersatzhabitate für Zauneidechsen und  Amphibien auf einer Fläche von ca. 4,5 Hektar hergestellt. Für die Umsiedelung von Amphibien und Zauneidechsen müssen insgesamt 864 Auffangeimer und circa 7,5 Hektar Fangfläche kontrolliert werden.

Für Brutvögel werden künstliche Nisthilfen sowie eine 1,5 Kilometer lange Heckenstruktur angelegt. Diese Artenschutzmaßnahmen werden im Zeitraum vom 14. Januar 2019 bis 30. November 2022 durchgeführt. Die Gesamtkosten betragen etwa 750.000 Euro. Die Sanierung und der naturschutzfachliche Eingriff wurden mit der Zulassung der 67. Ergänzung des Abschlussbetriebsplanes Wulfersdorf vom 29. Mai 2018 genehmigt. Die Anträge auf Waldumwandlung wurden bei den zuständigen Landesbehörden in Sachsen-Anhalt und Niedersachsen eingereicht.

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