LMBV: Vom Laubfresser, Kupferglucke oder Sandohrwurm – Neue Publikation zur Vielfalt

Fachbuch „Arten und Lebensräume der Bergbau-Folgelandschaften - Chancen für den Naturschutz im Osten Deutschlands“

Senftenberg/Leipzig. Fast ein Drittel aller in Deutschland vorkommenden Gefäßpflanzen, das sind Pflanzen mit Wurzeln, Stängel, Stamm und Blättern kommen auf 0,37 Prozent der Landesfläche Deutschlands, den Bergbaufolgelandschaften der LMBV, vor.

Dieser kleine Ausschnitt unseres Landes bietet inzwischen 1.300 verschiedenen Farnen, Bärlappgewächsen und Blütenpflanzen die notwendigen Standortbedingungen. Darunter befinden sich viele seltene und geschützte Arten. In 25 verschiedenen Biotop- und Vegetationstypen, einschließlich der Wasserflächen, gestalten die Gefäßpflanzen den Lebensraum für hunderte weitere Tier- und Pflanzenarten. Die Bergbaufolgelandschaften in Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen tragen damit entscheidend zur Artenvielfalt und dem Erhalt der Biodiversität von Deutschland bei.

Das Wolf, Fischotter und Biber sowie Seeadler und Fischadler heimisch in den Bergbaufolgelandschaften sind, ist allgemein bekannt, aber kennen Sie den Braunen Laubfresser, eine Regenwurmart, die Kupferglucke, eine geschützte Schmetterlingsart oder den Sandohrwurm, eine weitere geschützte Art? Auch die Ukelei, eine kleine Raubfischart aus der Familie der Karpfen und der Schmalbindige Breitflügel-Tauchkäfer, eine geschützte FFH-Art, dürften nur Spezialisten bekannt sein. Sie alle kommen in den Bergbaufolgelandschaften vor. Gerade dieser Tauchkäfer ist jedoch auch ein Beleg dafür, wie eine ehemals in Deutschland weitverbreitete Art, jetzt zusätzlichen Aufwand in der Bergbausanierung verursacht, da diese in den Restseen um Lauchhammer einen Rückzugsort gefunden hat.

Unter Führung des Forschungsinstituts für Bergbaufolgelandschaften in Finsterwalde und der Hochschule Anhalt in Bernburg haben Wissenschaftler und Fachleute des Instituts für Binnenfischerei Potsdam-Sacrow, von Beak-Consultants aus Freiberg sowie der Heinz-Sielmann-Stiftung und der BUND-Stiftung Wildnis Goitsche das vorhandene Wissen systematisch ausgewertet und aufbereitet. Sie hatten dabei Unterstützung von über einhundert Experten auf den unterschiedlichsten Gebieten. Aus den Sukzessionsabläufen aus den letzten 30 Jahren wurden auch Schlussfolgerungen zum Erhalt, der Pflege und Entwicklung der verschiedenen Lebensräume gezogen.

Im Auftrag des Steuerungs- und Budgetausschusses der Braunkohlensanierung hat die LMBV diese Studie begleitet und als auch für Laien lesenswertes Buch mit insgesamt 564 Seiten und über zweihundert farbigen Abbildungen im Shaker-Verlag veröffentlicht. Die Publikation „Arten und Lebensräume der Bergbaufolgelandschaften - Chancen für den Naturschutz im Osten Deutschlands“ kann über Buchhandlungen und den Online-Handel bezogen werden.

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