LMBV: Weitere vier Grundwasser-Abfangbrunnen bei Spreewitz errichtet

6er Abfangriegel soll 2018 in den Regelbetrieb überführt werden - Einfahrbetrieb ist ab Dezember 2017 geplant

Senftenberg/Spreewitz. Die Baumaßnahme zur „Erweiterung des Abfangriegels mit 4 auf 6 Brunnen und Überleitung in die Grubenwasserbehandlungsanlage (GWBA) Schwarze Pumpe“ wurde im Oktober 2017 planmäßig von der LMBV und ihren beauftragten Fachfirmen abgeschlossen, informierte der "Ockerbeauftragte" der LMBV, Sven Radigk.

Die LMBV-Baumaßnahme wurde im vorgesehenen Kosten- und Zeitrahmen zwischen Januar und Oktober 2017 mit dem bauausführenden Unternehmen Brunnenbau Wilschdorf GmbH sowie weiteren am Bau Beteiligten realisiert.

Innerhalb der Baumaßnahme wurden südlich der Ortslage Spreewitz die beiden Pilotbrunnen um vier weitere Filterbrunnen in einer Tiefe von ca. 17 bis 25 Meter abgeteuft. Diese sollen als Fassungselemente dass im Abstrom der Außenhalde des ehemaligen Tagebaus Burghammer der Kleinen Spree zufließende, stark eisenhaltige Grundwasser mit Eisen-gesamt-Konzentrationen zwischen 60 bis 130 mg/l abfangen.

Zur Ableitung der gefassten Grundwässer wurde bereits in 2015 eine ca. 1.000 Meter lange PE-HD-Rohrleitung mit einer Durchmessernennweite von 300 Millimeter neu verlegt. Im Zuge der Errichtung der Rohrleitungstrasse mussten vier Straßenquerungen in Stahlschutzrohren und eine Stahlschutzrohrquerung am Brückenbauwerk der DB Netz AG zur Gleistrasse: Knappenrode–Spreewitz– Graustein in offener Bauweise sowie die Dükerung der Kleinen Spree im Horizontalspülbohrverfahren realisiert werden.

Die neue Rohrleitung wurde dann an eine vorhandene PE-HD-Rohrleitung (DN 300) der LEAG angeschlossen. Diese Rohrleitung transportiert das gefasste Grundwasser auf einer Länge von ca. 4,5 km bis zum Standort Schwarze Pumpe. Nach der Überleitung des eisenhaltigen Grundwassers erfolgt hier die Reinigung, d.h. die Enteisenung in der aktiven Grubenwasserbehandlungsanlage (GWBA) Schwarze Pumpe in Verantwortung der LEAG. Durch Vertreter der LMBV und der Vattenfall Europe Mining AG (heute: LEAG) wurde dazu bereits im August 2014 ein Vertrag zur Reinigung von jährlich ca. 3 Mio. Kubikmeter eisenhaltigem Grundwasser aus dem Verantwortungsbereich der LMBV in der GWBA Schwarze Pumpe als Rahmenvereinbarung unterzeichnet und schrittweise mit Leben erfüllt.

Die bauseitige Gesamtfertigstellung des Abfangriegels zur Kleinen Spree sowie die Inbetriebnahme der Anlage mit nunmehr insgesamt sechs Filterbrunnen mit einer Förderleistung von 10-15 l/s je Brunnenfassung wurde Anfang November 2017 abgeschlossen. Die Datenfernübertragung zur Steuerung und Überwachung der Anlage muss sowohl an den Leitstand/Betriebsüberwachung der LEAG nach Schwarze Pumpe als auch zur Flutungszentrale der LMBV nach Senftenberg erfolgen. Alle Regelungen zur Fahrweise der Anlage werden fortlaufend projektbegleitend erarbeitet und in einer separaten Betriebsführungsvereinbarung zwischen den Vertragspartnern (LEAG und LMBV) vertraglich festgeschrieben.

Dazu gehören auch die Ergebnisse aus dem ca. vierwöchigen Funktionstest, der am 17.11.2017 abgeschlossen sein soll. Hierbei werden insbesondere der Pumpbetrieb bzw. die Fahrweise der sechs Filterbrunnen sowie die Funktionstüchtigkeit der neu errichteten Sammelrohrleitungen getestet. Die automatisierte Gesamtinbetriebnahme der Anlage mit anschließendem Probe- bzw. Einfahrbetrieb ist dann ab Dezember 2017 geplant. In 2018 wird die Anlage dann in den Regelbetrieb überführt.

Fotos: Archiv LMBV bzw. Rico Herkner für MDR

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