Schwarze Elster: Hochwassergefahren- und Risikokarten vom MUGV vorgestellt

Elsterwerda. Am 11.12.2013 wurden erstmals vor Ort die Hochwassergefahren- und Risikokarten für die Schwarze Elster vorgestellt und diskutiert. Damit folgt das Land Brandenburg einer Verpflichtung aus der EU-Richtlinie zum Hochwassermanagement. „Uns ist bewusst, dass der Hochwasserschutz für den urbanen Bereich für Sie von besonderer Bedeutung ist. Insbesondere die Ortslagen Bad Liebenwerda, Elsterwerda, Herzberg und Ortrand müssen zukünftig besser geschützt werden“, so Almuth Hartwig-Tiedt, Staatssekretärin für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz, vor Bürgermeistern, Amtsdirektoren, Abgeordneten und Behördenmitarbeitern. Für Ortrand kann in 2014 mit dem Planfeststellungverfahren gestartet werden, für die übrigen drei Kommunen liegen die Vorplanungen vor.

Die heute vorgestellten Karten sind die Vorarbeit  für alle Maßnahmeplanungen für den bis Ende 2015 aufzustellenden Hochwasserrisiko-Managementplan für das Flusseinzugsgebiet der Elbe. Die Gefahrenkarten stellen u.a. die Gebiete dar, die bei Hochwasserereignissen mit einem 100jährlichen Wiederkehrintervall überflutet werden. Die Risikokarten geben Auskunft über mögliche nachteilige Auswirkungen in den überfluteten Gebieten durch ein Hochwasser dieser Dimension.

Mit dem Inkrafttreten der EU-Richtlinie zum Hochwassermanagement im Jahr 2007 sind die Länder verpflichtet eine Gesamtbetrachtung der möglichen Vorsorge- und Schutzmaßnahmen vorzunehmen. Bis Ende 2015 werden die Hochwasserrisikomanagementpläne für die Flussgebietsgemeinschaften Elbe und Oder vorliegen. Diese werden in den meisten Ländern, so auch in Brandenburg, parallel mit konkreten Maßnahmeplänen, bspw. an der Schwarzen Elster, untersetzt. Die Karten für die neun Teileinzugsgebiete der Elbe und Oder in Brandenburg werden zum 21.12.2013 im Internet veröffentlicht.

Hartwig-Tiedt hob hervor, welcher Kraftakt damit verbunden sei: „Alle hochwassergeneigten Fließgewässer wurden landesweit vermessen. Auf Grundlage dieser Daten haben darauf aufbauend 30 Ingenieurbüros hydrodynamischen Modellierungen für diese Gewässerabschnitte vorgenommen.17 Auftragnehmer erarbeiteten hydrodynamische Modelle für die übrigen hochwassergeneigten Gewässer.“ Der Gesamtumfang der eingesetzten Haushaltsmittel liegt im Millionenbereich. Die Größenordnung der bislang im gesamten Prozess erarbeiteten Daten liegt bei 25 Terabyte, das entspricht 25.600 Gigabyte.

Hartwig-Tiedt kündigte an, dass zum 22. Dezember 2013 knapp 3000 Karten über Hochwassergefahren und -risiken in Brandenburg verfügbar sein werden. Für die Schwarze Elster wurden insgesamt 55 Kartenblätter erarbeitet. „Brandenburg hat damit detaillierte Daten zur Ausbreitung von Hochwasser, auf deren Grundlage konkrete Maßnahmen zum Hochwasserrisikomanagement erarbeitet werden“, sagte die Staatssekretärin.

Sie informierte darüber hinaus über die Aktivitäten Brandenburgs auf Bundesebene und im Rahmen der Flussgebietsgemeinschaft Elbe, insbesondere über das bundesweite Vorhaben, den Flüssen wieder mehr Raum zu geben. Das geplante nationale Hochwasserschutzprogramm wird prioritäre überregionale Retentionsmaßnahmen der einzelnen Flussgebietsgemeinschaften zusammenfassen und nach dem derzeit vorliegenden Koalitionsvertrag in einem Bundesraumordnungsplan verbindlich werden. Gleichfalls soll die größere Verbreitung von Elementarschadensversicherungen und Möglichkeiten einer Beschleunigung von Planungs- und Genehmigungsverfahren geprüft werden. Die Bundesregierung ist aufgefordert, sich an der Finanzierung des nationalen Hochwasserschutzprogramms zu beteiligen.Quelle: PM des MUGV v. 11.12.2013

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