Seen-Hochzeit: Neuer Kanal verbindet Seenland in Brandenburg und Sachsen

Erster Kanal im Lausitzer Seenland damit zur Nutzung freigegeben

Senftenberg. Am 1. Juni 2013 wird der Koschener Kanal für den Bootsverkehr freigegeben. Die Ministerpräsidenten von Brandenburg und Sachsen eröffnen den von der LMBV in Projektträgerschaft errichten Kanal zwischen zwei Bergbaufolgeseen anlässlich der 11. Besuchertage im Lausitzer Seenland. Der erste schiffbare Kanal im Lausitzer Seenland wird per 2. Juni 2013 auch zur individuellen Nutzung freigegeben. Dann können Wasserwanderer zwischen dem Senftenberger und dem Geierswalder See pendeln. Bis 2016/17 sollen zehn der 25 Seen im Lausitzer Seenland schiffbar miteinander verbunden sein.

Der mehr als 1.000 Meter lange Kanal zwischen dem Senftenberger und dem Geierswalder See ist bis zu 70 Meter breit und hat eine Tiefe von 2,50 Meter. Bei dem Projekt mussten ungewöhnliche Hürden überwunden werden: Über zwei Tunnel - unter einem Fluss und einer Bundesstraße - sowie über eine Schleuse verbindet der Wasserweg Sachsen mit Brandenburg. Damit ist für Wasserwanderer mit den verschiedenen Bootstypen ein attraktives Freizeitangebot entstanden. Die unterschiedlichen Wasser-Niveaus beider Seen hilft eine moderne Schleuse zu überwinden. Sie bietet Platz für bis zu zehn Boote.

Die Nutzung des Koschener Kanals ist auch der Startschuss für das Wasserwandern im Lausitzer Seenland. Bootsführer müssen bei der Durchquerung des Kanals die Mindestwassertiefe von 2,50 Meter und die Durchfahrtshöhe von 3,30 Meter in den Tunneln beachten. Es gilt eine Geschwindigkeitsbegrenzung von 6 km/h im Kanal .Das Lausitzer Seenland entwickelt sich von einer ehemaligen Tagebauregion zur Wasserlandschaft. Das 14.000 Hektar große Gebiet des künstlichen Seenlandes erstreckt sich über zwei Bundesländer und drei Landkreise.

Mehr Infos zum Kanal (Überleiter 12) unter http://www.lmbv.de/index.php/chronologie-ueberleiter-12.html

Technische Daten zu den LMBV Baumaßnahmen:

  • Unterquerung des umverlegten Wasserlaufs der Schwarzen Elster
  • Unterquerung der Bundesstraße B96 mit Verlegung des Parkplatzes und der Ortsdurchfahrt Großkoschen
  • Bau einer Schleusenanlage

Tunnel:

  • Tunnel Schwarze Elster - Länge: 90,0 m
  • Tunnel Bundesstraße B96 - Länge: 58,0 m

Schleusenanlage:

  • Länge: 47,5 m
  • davon Kammerlänge: 29,5 m
  • Kammerbreite: 6,0 m
  • Länge oberer Vorhafen: 50,0 m
  • Länge unterer Vorhafen: 50,0 m

Eingesetzte Beton-/Bewehrungsstahlmengen:

  • Beton-Wandstärke: 0,60 m
  • Beton-Wandstärke Schwarze Elster- Unterquerung Decke: 0,55 m
  • Beton-Abdichtungsschicht Flussbett: ca. 0,20 m
  • Unterquerung Schwarze Elster/B96 – eingesetzter Beton: 12.518 Kubikmeter
  • Schleuse - Bewehrungsstahl: 1.330 t
  • Massenbewegung für Kanal: 480.000 Kubikmeter
  • Wasserbausteine Kanal und Kohlebahnausfahrt. 26.500 Kubikmeter
  • Gehobene Wassermenge: ca. 29,6 Mio Kubikmeter

Wasserstände im Endzustand:

  • Senftenberger See 98,00 bis 99,00 m NHN
  • Geierswalder See 100,00 bis 101,25 m NHN

LMBV_PM_2013_35

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