Vorbereitungen für Horizontal-Bohrlochsprengungen durch Firma Züblin an Blunoer Südsee

Österreicher helfen mit Spezialbohrmaschine bei Sanierung am Restloch Nordschlauch Spreetal

Senftenberg/Bluno. Am 3. September 2013 liefen die Vorbereitungen für die Sprengung Nr. 2 im Rahmen der LMBV-Sanierungsmaßnahme „Horizontal-Bohrlochsprengungen" am Restloch Nordschlauch Spreetal, dem künftigen Blunoer Südsee. Dabei werden aus den 80er und 90er Jahren technologisch bedingte, mit einem ESCH aufgeschüttete Erdmassen an der Südseite des Restloches, mit Sprengmitteln so in Bewegung gebracht, dass diese sich sicher am Ufer des Bergbaufolgegewässers ablagern. Insgesamt sind zehn Sprengtage im Verlauf des Jahres zur Bewältigung der bis zu 700.000 Kubikmeter Erdmassen geplant. Dabei werden jeweils fünf Horizontalbohren von 200 bis 300 m Länge unter das Kippenmaterial notwendig. Die Bohrmannschaften der auftragnehmenden Firma Züblin besetzen die Bohrlöcher dann mit bis zu 100 Kilogramm, wie der zuständige Niederlassungsleiter ausführte, um die Hinterlassenschaften des Braunkohlenbergbaus zu sichern.

Entstanden sind die sogenannten Schreitbaggerberge im Zuge der nicht zu Ende geführten Tagebaue im Raum Spreetal/Bluno. Die Geschichte des Braunkohlenbergbaus im Raum Spreetal/Bluno begann mit dem Aufschluss der Grube Hoffnung III im Jahr 1906 und endet mit der Stilllegung des Tagebaus Spreetal-Nordost im Jahr 1991. Der Großtagebau Spreetal versorgte die umliegenden Brikettfabriken und Kraftwerke sowie das Kombinat Schwarze Pumpe mit Kohle.

Im Jahr 1972 erreichte der Tagebau Spreetal den 1968 stillgelegten Tagebau Bluno. Seine Restvorräte wurden dem Abbaufeld Spreetal zugeordnet und zwischen 1974 und 1978 im Brückenbetrieb abgebaut. 1978 fuhr der Tagebau Spreetal in das Teilfeld Klein Partwitz ein. Im selben Jahr havarierte die Förderbrücke 21 durch einen Brand im Maschinenhaus, was dazu führte, dass sie außer Betrieb genommen, teilweise zerlegt und in den Tagebau Bärwalde umgesetzt wurde. 1981 lief der Brückenbetrieb mit der Brücke F22 und dem Bagger Es 1120/634 aus. Nachdem die Kohle im Teilfeld Klein Partwitz und im Zusatzfeld Spreetal südöstlich der Ortslage Bluno komplett abgebaut war, kam der Tagebau 1983 in seine Endstellung. Im gleichen Jahr fuhr der letzte Kohlenzug aus dem Tagebau Spreetal.

Im Jahr 1968 wurde der Tagebau Bluno zunächst aus strategischen Gründen stillgesetzt. Braunkohle sollte durch billigere Erdöllieferungen aus der Sowjetunion ersetzt werden. Weitere DDR-Tagebaue wurden geschlossen. Mit der Kopplung der Preise des sowjetischen Erdöls an den Weltmarkt, war die DDR gezwungen, wieder auf die einheimischen Energieträger zurückzugreifen. Nachdem der Tagebau Spreetal den stillgelegten Tagebau zur Jahreswende 1972/73 erreicht hatte, wurden beide zusammengelegt, so dass Anfang 1975 der Brückenverband des Tagebaus Spreetal in den ehemaligen Tagebau Bluno einfahren konnte. Die Randlage der Restvorräte zum Hauptfeld Spreetal ermöglichte es, die verbliebenen Feldesteile durch den Brückentagebau Spreetal abzubauen. 1978 war auch der Tagebau Bluno ausgekohlt und die Kohlenförderung damit beendet.

Ursprünglich sollten für die Gestaltung der Tagebaufelder Spreetal/Bluno Abraummassen aus dem Tagebau Proschim, der 1992 in Betrieb gehen sollte, eingesetzt werden. Da es dazu nicht mehr kam, mussten die Planungen für die Wiedernutzbarmachung verändert werden. Die hauptsächlich angewendeten Sicherungsmethoden im Raum Spreetal/Bluno waren die Spreng- und Rütteldruckverdichtung. Auf insgesamt rund 35 Kilometern Kippenböschung wurden allein durch Sprengverdichtung über 82 Millionen Kubikmeter Erdmassen verdichtet. Durch die Rütteldruckverdichtung kamen noch einmal 35 Millionen Kubikmeter dazu.

Im Abbaubereich der ehemaligen Tagebaue Spreetal und Bluno entsteht aus den Restlöchern Bluno, Spreetal, Nordschlauch und Südostschlauch derzeit eine rund 2.170 Hektar große Seenfläche mit 1.400 Hektar Wasser- und 770 Hektar bewaldeter Innenkippenfläche. Ein Zu- und Abflusssystem reguliert den Wasserstand über den Vorfluter Schwarze Elster und ermöglicht die Flutung über die benachbarten Bergbauseen. Insgesamt mussten im Raum Spreetal/Bluno 18,4 Kilometer gewachsene Böschungen saniert werden. Dabei kamen auch Schreitbagger russischer Bauart mit Schürfkübel vom Typ ESCH 10-70 zum Einsatz. 10 steht dabei für 10 Kubikmeter Inhalt des Kübels und 70 steht für 70 Meter Radius. Diese Schürfkübelbagger hatten ein Gewicht von bis zu 684 t.
Einige weitere Fakten:

Tagebau Bluno (1955-1968)
Landinanspruchnahme: 495 ha
Rohkohlenförderung: 42,7 Mio. t
Abraumbewegung: 182 Mio. m³

Tagebau Spreetal (1952-1983)
(einschließlich restl. Teilfeld Bluno ab 1975)
Landinanspruchnahme: 3.412 ha
Rohkohlenförderung: 348,2 Mio. t
Abraumbewegung: 1,45 Mrd. m³

Tagebau Spreetal-Nordost (1981-1991)
Landinanspruchnahme: 357 ha
Rohkohlenförderung: 34,2 Mio. t
Abraumbewegung: 187 Mio. m³

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