Bergbauliches Wassermanagement

Die Braunkohlegewinnung der Vergangenheit hat besonders tiefgreifend und nachhaltig in die Wasserhaushalte der Region eingegriffen. Um beispielsweise in der Lausitz 200 Millionen Tonnen Braunkohle pro Jahr zu gewinnen, mussten gleichzeitig ca. 1,2 Mrd. Kubikmeter Wasser gehoben werden. Dadurch ist bis 1990 ein milliardengroßes Grundwasserdefizit entstanden, wobei die Absenkung des Grundwassers stellenweise bis zu 100 Metern Tiefe erfolgte.

Für die Wiederherstellung eines ausgeglichenen, sich weitestgehend selbst regulierenden Wasserhaushaltes ist es notwendig, in Mitteldeutschland und in der Lausitz die Grundwasserleiter und die Tagebauseen im Verantwortungsbereich der LMBV mit 12,7 Mrd. Kubikmeter Wasser wieder aufzufüllen und die entstandenen Seen an die Vorflut anzuschließen. Durch Wiederauffüllung der Grundwasserleiter und durch Fremdflutung konnten bisher 9,9 Mrd. Kubikmeter Wasser zugeführt und das Defizit auf ca. 2,8 Mrd.* reduziert werden. Nach abgeschlossener Grundsanierung an den Tagebaurestlöchern konnten bisher von den 51 größeren Tagebaurestseen bei 29 der Endwasserstand** erreicht werden. Voraussetzung für den Beginn der Flutung waren umfangreiche berg- und wasserrechtliche Genehmigungen. Um eine schnelle Flutung der übrigen Seen zu erreichen, sind noch komplizierte hydrogeologische Probleme zu bewältigen.

In den Lausitzer und mitteldeutschen Braunkohlenrevieren setzte sich im Jahr 2014 die Wiederherstellung eines sich weitestgehend selbst regulierenden Wasserhaushaltes kontinuierlich fort. Das Wasserdefizit konnte im Verantwortungsbereich der LMBV in den Einzugsgebieten der Spree, Schwarzen Elster, Neiße sowie Mulde, Pleiße, Selke, Weiße Elster und Saale im Jahr 2014 um 0,1 Mrd. Kubikmeter verringert werden. Damit reduziert sich das Gesamtdefizit von ursprünglich 12,7 Mrd. Kubikmeter auf 2,8 Mrd. Kubikmeter. Das verbleibende Wasserdefizit setzt sich zusammen aus: 0,6 Mrd. m³ noch zu füllender Hohlformen (Bergbaufolgeseen) und 2,2 Mrd. m³ aufzufüllender Grundwasserleiter.

In der Lausitz konnte das ursprüngliche Lausitzer Gesamtwasserdefizit von 7,0 Mrd. m³ bis zum Jahr 2014 um 6,0 Mrd. m³ auf 1,0 Mrd. m³ reduziert werden. Dabei überwiegt die Wiederauffüllung der Grundwasserleiter gegenüber der Auffüllung der Bergbaufolgeseen. Das Ausgangsdefizit von 5,7 Mrd. Kubikmeter wurde in Mitteldeutschland bis zum Jahr 2014 um 3,9 Mrd. Kubikmeter auf 1,8 Mrd. Kubikmeter verringert. Auf Grund der geologischen Situation vollzieht sich hier die Flutung der Restlöcher schneller als die Wiederauffüllung der Grundwasserleiter. Stand: 05/2015


 * Quelle wawi Jahresbericht 2014 ** Quelle Anlagen 3L und 3 M wawi Jahresbericht 2014

 Als Hintergundinformationen können Sie hier die "Wasserwirtschaftlichen Jahresberichte" der LMBV finden: