LMBV-Arbeiten im Rutschungskessel von Nachterstedt angelaufen

Suche nach Vermissten der Böschungsbewegung geht weiter

Senftenberg/Nachterstedt. Mit weiteren Sanierungsarbeiten im Rutschungskessel wurde im Mai 2014 begonnen. Seit drei Wochen laufen intensive Erdbau- und Erkundungsarbeiten im Sperrgebiet von Nachterstedt. Nach Zulassung durch die zuständige Bergbehörde wird mit leichten Erdbaugeräten schichtweise Bodenmaterial im Rutschungskessel abgetragen. Zuvor wurde mit einem Longfront-Bagger eine Kopfentlastung an der Böschungskante durchgeführt, um die Arbeiten im Kessel möglich zu machen. Weiterhin wurde auch eine Zufahrtrampe in den Rutschungskessel aus Richtung Westen errichtet. Über diese Trasse wurde und wird es nun möglich, weitere Erkundungen direkt im Rutschungskessel durchzuführen.

Nach Schaffung der Zufahrtsmöglichkeit in den Rutschungskessel wurde in Zusammenarbeit mit der Polizei auch die Suche der LMBV nach den Vermissten wieder aufgenommen. Dabei werden auf einer im Ergebnis von bereits abgeschlossenen Erkundungen detektierten Verdachtsfläche die dort anstehenden Kippenmaterialien vorsichtig scheibenweise abgetragen und Spürhunde regelmäßig eingesetzt. Diese Maßnahmen erfolgen in enger Abstimmung zwischen LMBV, LAGB und Polizei.

Das Rahmenkonzept zur Sanierung des Tagebaus Nachterstedt war Ende März 2014 beim LAGB eingereicht und von diesem bestätigt worden. Im Rahmenkonzept zur Sanierung wird die technologische und genehmigungsrechtliche Vorgehensweise mit dem Ziel der öffentlichen Nutzung des zukünftigen Concordiasees zusammengestellt und der zeitliche Ablauf der Maßnahmen dargestellt. Nunmehr werden auf dieser Basis die konkreten Sanierungsmaßnahmen separat in detaillierten Antragsunterlagen schrittweise beim LAGB zur Genehmigung eingereicht. Dementsprechend erste Unterlagen wurden bereits beim LAGB vorgelegt.

Grundsätzlich wird sich das „Gesicht des Sees“, d.h. die Kontur der Böschungen bzw. der künftigen Uferlinie ausgehend von den Planungen, die vor der Böschungsbewegung vom 18.07.2009 vorlagen, nicht verändern. Lediglich im Bereich des Rutschungskessels, müssen nach gutachterlichen Vorgaben die durch die Böschungsbewegung entstandenen Steilflanken abgeflacht und angestützt werden. Die Kontur der sanierten angrenzenden Randböschungssysteme werden sich an die des Rutschungskessels anpassen. Die Böschungsneigungen werden entsprechend den gutachterlicher Berechnungen hergestellt.

Am 11.07.2014 hatte ein Filmteam der MDR-Redaktion ECHT unter Leitung des Redakteurs Stephan Heise erstmals die Möglichkeit, nach Freigabe des LAGB den Sperrbereich zu betreten und Filmaufnahmen zu machen. Gegenstand war ein angefragtes ECHT-Interview mit der LMBV-Sanierungsbereichsleiterin Grit Uhlig. Am selben Tag hatte auch die MZ-Redaktion Aschersleben die Möglichkeit, einen Blick auf die Arbeiten im Rutschungskessel zu werfen.

Derzeit erkundet die LMBV im Rutschungskessel eine Fläche von etwa 45 mal 100 Metern. Mit kleinen Baggern wird das Erdreich schichtweise abgetragen. An den eingesetztenBaggern steht je ein Stoßbeobachter, der kontrolliert, was in der Schaufel liegt. „Es könnte sein, dass in diesem Gebiet die Verschütteten zu finden sind“, erklärte der zuständige LMBV-Projektmanager Mathias Siebert am Freitag gegenüber der lokalen Redaktion der Mitteldeutschen Zeitung. Deshalb würden auch regelmäßig Spürhunde zum Einsatz kommen. „Über die Arbeiten wurden die Hinterbliebenen bereits informiert“, sagt er. Das Gebiet in dem riesigen Rutschungskessel wurde zuvor monatelang mit spezieller Technik erforscht. So wurde eine mögliche Verdachtsfläche erkundet, wo Häuser- und Trümmerteile sowie Reste der Keller der eineinhalb Häuser, die damals in die Tiefe gerissen wurden, zu finden sein könnten.

 

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