LMBV: Stand der LMBV-Sanierungsmaßnahmen im Tagebau Nachterstedt/Schadeleben Mitte 2014

Anwohner in Nachterstedt über Amtsblatt kürzlich ebenfalls informiert

Stand der LMBV-Sanierungsmaßnahmen im Tagebau Nachterstedt/Schadeleben Mitte 2014:

Am 31.03.2014 wurde durch das bergrechtlich zuständige Unternehmen LMBV das über mehrere Monate erarbeitete Rahmenkonzept zur Sanierung des Tagebaurestloches Nachterstedt/Schadeleben beim Landesamt für Geologie und Bergbau eingereicht.

Nach dem Abschluss der umfangreichen Erkundungsmaßnahmen und Vorlage der Abschlussberichte zur Ursachenforschung wird die Sanierung des ehemaligen Tagebaus Nachterstedt/Schadeleben entsprechend dieses nun abgestimmten Konzeptes unter Berücksichtigung der in den Ursachenberichten dokumentierten  Erkenntnisse fortgeführt. Im Rahmenkonzept zur Sanierung wird die technologische und genehmigungsrechtliche Vorgehensweise mit dem Ziel der öffentlichen Nutzung des zukünftigen Concordiasees zusammengestellt und der zeitliche Ablauf der Maßnahmen dargestellt.

Auf Grund der bei der Ursachenforschung gewonnenen neuen Erkenntnisse zu den Tagebaukippen in Nachterstedt, aber auch aus neuen Erkenntnissen zum Verhalten von Kippenkomplexen der Lausitz, wurden die Anforderungen an die zu sanierenden Böschungen fortgeschrieben. Durch die damit einhergehende Modifizierung des Anforderungsprofils an die Sanierungsmaßnahmen müssen die sich an den Rutschungskessel im Westen und Osten anschließenden Böschungsabschnitte durch Rüttelverdichtungsmaßnahmen vergütet werden.

Dazu werden von einem Trägergerät, vergleichbar mit einem Raupendrehkran, Lanzen ca. 25 Meter vibrierend in die Kippe eingelassen und wieder herausgezogen. Da während dieser Arbeiten lokale Böschungsabbrüche nicht völlig ausgeschlossen werden können, ist die vorgezogene öffentliche Nutzung des Sees erst nach Abschluss dieser Verdichtungsmaßnahmen möglich. In Summe werden auf diese Weise sogenannte „Versteckte Dämme“ mit einer Gesamtlänge von ca. vier Kilometern und einem zu verdichtendem Bodenvolumen von ca. 1.300.000 m³ hergestellt. Die Anträge zur Durchführung dieser Arbeiten sind Ende Mai bei der Bergbehörde, dem LAGB in Halle, eingereicht worden. Nach deren Zulassung und öffentlicher Ausschreibung der Leistungen ist noch in diesem Jahr der Baubeginn für die ersten Verdichtungsarbeiten zu erwarten. Bei planmäßig erfolgender Abarbeitung ist die Fertigstellung voraussichtlich im 1. Halbjahr 2017 vorgesehen. Dieser Zeitpunkt markiert damit auch den frühest möglichen Beginn der vorgezogenen, d.h. auch touristischen Nutzung des Concordiasees.

Die LMBV wird im Juli dieses Jahres ihren Internetauftritt so gestaltet haben, dass die Realisierung der im Rahmenkonzept genannten Maßnahmen dargestellt wird und von allen Bürgern transparent mitverfolgt werden kann.

Zum aktuellen Sanierungsgeschehen kann die LMBV berichten, dass die Flächenberäumung im Gebiet der ehemaligen Siedlung am Ring abgeschlossen ist. Gegenwärtig wird eine Zufahrtstrasse in den Rutschungskessel aus Richtung Westen errichtet. Über diese Trasse wird es möglich, weitere Erkundungen direkt im Rutschungskessel durchzuführen. Sobald die Zufahrtsmöglichkeit in den Rutschungskessel geschaffen ist, soll in Zusammenarbeit mit der Polizei auch die Suche nach den Vermissten wieder aufgenommen werden. Dabei werden in einem im Ergebnis von bereits abgeschlossenen Erkundungen detektierten Bereich die zugänglichen Haustrümmer vorsichtig scheibenweise abgetragen und Spürhunde regelmäßig eingesetzt. Diese Maßnahmen erfolgen in enger Abstimmung zwischen LMBV, LAGB und Polizei.

In Vorbereitung ist der Bau einer Hauptzufahrtsrampe aus dem Bereich der Bahnhofstraße. Über diese wird dann Boden aus dem Kopfbereich des Hauptrutschungskessels zur Verfüllung des kleinen westlichen Rutschungskessels transportiert.

 

Zurück