Position der LMBV zur Bewertung der Sulfatkonzentrationen in der Spree

Mittelwerte der Sulfatbelastung im Reinwasser des Wasserwerks Briesen noch deutlich unter Immissionszielwert

Senftenberg. Die aktuelle Situation die stofflichen Frachten in der Spree und deren Entwicklung sind der LMBV bekannt. In ihren bereits langjährigen Untersuchungen und prognostischen Bewertung hat die LMBV insbesondere Augenmerk auf die Entwicklung der Eisen- und Sulfatfrachten gelegt. Auch die Position der Frankfurter Wasser- und Abwassergesellschaft zur Situation am Wasserwerk Briesen ist der LMBV bekannt. Mit deren Geschäftsführung wurde in mehreren Beratungen die Thematik erörtert. An Hand von Messreihen des Wasserwerkes Briesen der Jahre 2004 bis Mai 2015 wurde herausgearbeitet, dass der Mittelwert der Sulfatbelastung im Reinwasser bei 177 mg/l lag und somit noch deutlich unter dem Grenzwert nach Trinkwasserverordnung in Höhe von 250 mg/l.

In dem der LMBV veranlassten Gutachten „Einschätzung des Anteils des Sanierungsbergbaus der LMBV an der Sulfatbelastung der Spree“ (Ersteller IWB Dr. Uhlmann, 31. März 2015) wird festgestellt, dass die Sulfateintrittsquellen im Spreeeinzugsgebiet identifiziert und zukünftig keine signifikanten Anstiegsraten bei der Sulfatbelastung mehr zu erwarten sind. Dies begründet sich auch darin, dass in Umsetzung befindliche Maßnahmen zur Sulfatminderung ihre Wirkung zeigen. Die Prognosen verstärken die fachliche  Meinung, dass mit dem länderübergreifenden Wassermengenmanagement im Einzugsgebiet der Spree auch künftig die Güteparameter im Unterlauf der Spree ausgesteuert werden können, sodass eine Trinkwassergewinnung im Wasserwerk Briesen unter Nutzung von Uferfiltrat weiterhin sicher gestellt ist. Auf dieser fachlichen Basis beruht die Aussage der LMBV, dass durch die LMBV keine Beteiligung an der Ertüchtigung des Wasser-werkes Müllrose als Ersatzmaßnahme für das Wasserwerk Briesen erfolgt.

Im Auftrag der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt Berlin wurde im September 2015 eine weitere Studie zur „Bewertung der hydrologischen Verhältnisse und der Sulfatkonzentration in der Spree in den Jahren 2014/2015 vom Bereich Neustadt-Ruhlmühle im Freistaat Sachsen bis in den Berliner Raum“ durch das Büro IWB Dr. Uhlmann vorgelegt. Die Studie belegt die Entwicklung der Sulfatbelastung in der Spree, bewertet die Wasserdargebotssituation im Flussgebiet und analysiert die gestiegene Einleitungen gehobener Grubenwässer durch den aktiven Braunkohlenbergbau sowie die zunehmenden Ausleitungen aus Bergbaufolgeseen der LMBV.

In der Studie wird deutlich herausgearbeitet, dass der Betrachtungszeitraum durch extreme niederschlagsarme Verhältnisse geprägt war. Durch die aktive Steuerung der Flutungszentrale Lausitz der LMBV in Zusammenarbeit mit den Fachbehörden der Länder Sachsen und Brandenburg wurde im Betrachtungszeitraum gleichzeitig die Sulfatfracht im Unterlauf der Spree so ausgesteuert, dass im Reinwasser des Wasserwerkes Briesen bis Oktober 2015 Sulfatwerte im Schwankungsbereich zwischen 170 bis 190 mg/l zu verzeichnen waren. Somit lagen die Werte immer noch deutlich unter dem Grenzwert für Trinkwasser in Höhe von 250 mg/l. Da für die Entwicklung des Parameters Sulfat derzeit keine gesicherten Aussagen existieren, wird in besagter Studie deutlich gemacht, dass modellgestützte Prognosen für den Sulfattransport unabdingbar sind. Diesbezügliche Untersuchungen sollen dem Vernehmen nach durch das Land Brandenburg beauftragt werden. Nach Information des MLUL in der Sitzung des Braunkohleausschusses Brandenburg am 12. November 2015 soll die Studie im 1. Halbjahr 2016 erarbeitet werden.

Entsprechend des gemeinsamen Strategiepapiers des Landes Brandenburg, des Freistaates Sachsen, von Vattenfall und LMBV zur Sulfatminderung arbeitet die LMBV an der Umsetzung weiterer Maßnahmen. So ist es u. a. das Ziel, im Jahr 2016 die Neißewasserüberleitung im Bedarfsfall und bei Wasserverfügbarkeit zur Sulfatlaststeuerung im Spreegebiet einzusetzen. Weiterhin wird die Inbetriebnahme des Wasserspeichersystems Lohsa II in Sachsen als Steuerungselement im Flusseinzugsgebiet der Spree durch die LMBV intensiv vorbereitet.

Stand vom 16.11.2015

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