Ökologie und forstliche Rekultivierung

Durch den Abbau der Braunkohle wurden Landschaften tiefgreifend verändert. Nach Stillegung der Tagebaue und Betriebsflächen müssen großflächige Landstriche der Nachnutzung als Landwirtschaft, Forstwirtschaft und Naturschutz wieder zugeführt werden.

Dabei ist es wichtig, neu zu gestaltende Flächen unter Beachtung ihrer Nutz-, Schutz- und Erholungsfunktion in die umgebende Landschaft zu integrieren und eine schnelle Wiederbesiedelung von Flora und Fauna zu ermöglichen.

Die LMBV ist für die Rekultivierung der seit 1990 stillgelegten Tagebauflächen in der Lausitz und Mitteldeutschland verantwortlich. Von Anfang an arbeitet die Abteilung Umweltschutz/Rekultivierung eng mit wissenschaftlichen und naturschutzfachlichen Institutionen zusammen.

Die LMBV-Abteilung Umweltschutz/Rekultivierung koordiniert folgende Aufgaben:

  • Melioration und Begrünung vegetationsfeindlicher Böden und Extremstandorte
  • Landschaftsplanung, Pflanzpläne, Pflanzenschutz, Pflege von Pflanz- und Grünflächen
  • Böschungsbegrünung, Böschungsstabilisierung
  • Naturschutzgerechte Wiedernutzbarmachung
  • Forstwirtschaftliche Planung und Betriebsführung
  • Jagd- und Fischereimanagement
  • Ökologische Baubegleitung
  • Erschließung/Wirtschaftswegebau
  • Gutachtertätigkeit sowie Planung und Betreuung von Forschungsprojekten

Zu den Ergebnissen der Rekultivierung zählt die Herstellung von über 10.000 ha Waldflächen und über 1.100 Hektar Landwirtschaftsflächen. Dazu kommen rund 4.000 Hektar ausschließlich dem Naturschutz dienende Flächen in 32 ehemaligen Tagebau- und 43 Veredelungsbereichen in der Lausitz und in Mitteldeutschland, die in bergrechtlicher Verantwortung der LMBV stehen. Dabei wurden bisher über 100 Millionen Bäume und Sträucher gepflanzt.

Rekultivierung der LMBV im Lausitzer Revier:

Die Flächenanteile für die Rekultivierung  der LMBV liegen in der Lausitz bei rund 26.000 ha Waldfläche, 7.000 ha für die Landwirtschaft und knapp 10.000 ha Naturschutzvorrangflächen. Wenn man die Flächen für die Forstwirtschaft sich selbst überließe, muss man unterscheiden, ob tertiäre saure Böden oder pleistozäne Böden vorliegen. Eine Besiedelung tertiärer Böden (die deutlich überwiegen) durch Pflanzen kann aufgrund der teilweise extrem tiefen pH-Werte viele Jahrzehnte dauern. Sollen Waldflächen begründet werden, müssen diese Böden vorab tiefgründig bekalkt werden um insbesondere die ökologische Stabilität der Bestände zu gewährleisten. Die Hauptbaumarten in der Lausitz für die Rekultivierung orientieren sich an der potentiellen natürlichen Vegetation: Kiefer, Eiche, Birke. Daneben - je nach standörtlicher Nährkraftstufe - Linde, Hainbuche, Ulme, Pappel, Lärche, Roterle und insbesondere für die Waldrandgestaltung Obstgehölze und Sträucher. Bei der Gewässerrandgestaltung werden vorrangig Esche, Roterle und Weiden eingesetzt.