Tagebau Gröbern - Beginn des “Gröberner Sees” durch Eigenaufgang des Grundwassers

Bitterfeld. Der südlich der Stadt Gräfenhainichen liegende Tagebau Gröbern war der jüngste Tagebau im Bitterfelder/Gräfenhainichener Braunkohlenrevier. Nur knappe sechs Jahre wurde hier ab 1987 Kohle gefördert. Bereits 1993 begann die LMBV mit der Sanierung der ca. 600 ha bergbaulich beanspruchten Fläche mit dem Ziel, eine nachsorgefreie Bergbaufolgelandschaft für Erholung und gewerbliche Nutzung zu schaffen.

Die bergbautechnischen Voraussetzungen zur Entstehung des “Gröberner Sees” sind geschaffen: Böschungen wurden standsicherer hergestellt sowie künftige Uferbereiche durch einen kombinierten Weiden- und Steinverbau gesichert.

62 Millionen EUR kostete die Sanierung bisher, davon mussten allein für die Sicherung der Böschungen über 23 Millionen EUR eingesetzt werden.

Auf der Grundlage der Genehmigung des Landesamtes für Geologie und Bergwesen Sachsen-Anhalt (LAGB) vom 18.09.2003 wurde am 25.09.2003 die Wasserhaltung außer Betrieb genommen. Damit wird ein freier Grundwasseraufgang gewährleistet. Die Speisung der Bäche im Vorfeld des Tagebaues wird durch die LMBV weiterhin gewährleistet.

Um den von LAGB und Böschungssachverständigten geforderten Wasseranstieg im See zu realisieren, muss zusätzlich die Flutung mit Wasser aus der Mulde bis Ende Dezember 2003 beginnen.

Weitere Informationen:

Produktionsdaten

Gesamt-Abraumförderung ca. 102 Mio. m³ erst im Zug-, dann Bandbetrieb
Gesamt-Kohleförderung 18,2 Mio. t
Flächeninanspruchnahme 600 ha

Hauptabnehmer der Rohkohle waren die Kraftwerke Zschornewitz und “Elbe” Vockerode

Folgeinvestitionen
Verlegung der B 100 von Gröbern nach Gräfenhainichen

Besonderheiten
Fund von Überresten eines ca. 100.000 Jahre alten Waldelefanten im Jahre 1987. Diese Fundstelle wird ab dem Jahr 2004 im Rahmen der letzten Böschungssanierung durch die LMBV als geologisches Denkmal der Eemzeit für Forschungs- und Anschauungszwecke erhalten.

Zeittafel

1984 - Aufschluss des Tagebaues Gröbern als Nachfolge für den Tagebau Golpa-Nord

1987 - Erste Kohleförderung

1991 - Beginn der Bergbausanierung HauptsanierungsleistungenUmsetzung von 15,7 Mio. m³ Sanierungsabraum mit Tagebaugroßgeräten und Planiertechnik zur Böschungssicherung und -pofilierung. Rückbau aller bergbaulichen Anlagen und Geräte Wiedernutzbarmachung einer Fläche von 396 ha durch Aufforstung und Begrünung. Durch die Flutung entsteht ein Landschaftssee mit einer Wasserfläche von 372 ha und einem Wasservolumen von 69 Mio. m³. Der Endwasserstand von + 87,8 m NN wird 2007 erreicht werden.

1993 - Letzte Kohleförderung

2003 - Flutung des Tagebaurestloches, seit 25. September 2003 durch Eigenaufgang des Grundwassers, ab spätestens Ende Dezember 2003 auch durch Fremdflutung mit Wasser aus der Mulde.

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