Tagebau Mücheln - Flutung des künftig größten Sees Sachsen-Anhalts hat begonnen

Mücheln. Die Flutung des Geiseltalsees mit Wasser aus der Saale durch die LMBV hat am 30.06.2003 begonnen.
Gemeinsam gaben Prof. Dr. Wolfgang Böhmer - Ministerpräsident des Landes Sachsen Anhalt, Dr.-Ing. Mahmut Kuyumcu - Geschäftsführer der LMBV und Dr.-Ing. Peter Tropp - LMBV-Sanierungsbereichsleiter Sachsen-Anhalt mit dem fünfjährigen Jan Rosenbaum aus Braunsbedra das Startsignal zur Flutung.

Das Regierungspräsidium Halle hatte der LMBV den Planfeststellungsbeschluss als Voraussetzung für die Flutung am 21.05.2003 erteilt. Eines der vielschichtigsten und aufwendigsten Sanierungsvorhaben des Braunkohlenbergbaues in den neuen Bundesländern kommt damit in seine Endphase. Über 210 Millionen Euro kostete die bergtechnische Sicherung des Tagebaues Mücheln bis jetzt. Das beinhaltete unter anderem eine aufwendige Böschungssanierung über 40 Kilometer, teilweise mit einer Böschungshöhe von 200 Metern aber auch die Beräumung einer Deponie mit 110 000 Tonnen Säureharzen auf der Innenkippe Leonhardt.

Mit der Flutung des ehemaligen Tagebaues Mücheln wird der Geiseltalsee entstehen. Mit einer Seefläche von 1842 ha, einem Wasservolumen von 427 Mill. m³ und einer Uferlänge von mehr als 40 km wird er der größte See Sachsen-Anhalts sein und der größte künstliche See Deutschlands. Der Endwasserstand von + 98 m NN wird sich voraussichtlich im Jahr 2010 einstellen.

Die Entnahme des Flutungswassers aus der Saale erfolgt aus einer Entnahmestelle der InfraLeuna GmbH bei Leuna/Daspig über eine 17,8 km lange Rohrleitung DN 1200 und DN 1400.
Die einzelnen Teilfelder des Tagebaues Mücheln werden über die vier Flutungsbauwerke Westfeld seit dem 30.06.2003, Ostfeld, Neumark-Nord und Südfeld geflutet. Das eingeleitete Saalewasser strömt mit 2 m³/s in den Tagebau. Der Wasserspiegel des neuen Sees steigt um 4 Meter pro Jahr.

Weitere Informationen:

Zeittafel

- 1698 Erster urkundlicher Nachweis des Braunkohlenbergbaues im Geiseltal
- 1834 Aufschluss Grube Pauline im Bereich des heutigen Tagebaues Mücheln
- 1949 Sieben Baufelder und Tagebaue werden unter dem Namen Tagebau Mücheln weitergeführt
- Nach 1970 erfolgte die Restauskohlung des Tagebaues Mücheln in den Baufeldern Südfeld, Westfeld I und II und Neumark Nord.

Produktionsdaten

Gesamt-Abraumförderung: 941,5 Mio. m³
Gesamt-Kohleförderung: 1.028,5 Mio. t

Hauptabnehmer der Rohkohlewaren die acht Brikettfabriken im Geiseltal, die Leuna- und Bunawerke und das Mineralölwerk Lützkendorf

Folgeinvestitionen
Mehrfache Verlegung des Vorfluters Geisel
Verlegung der Leiha
Fünffache Verlegung einer Eisenbahnstrecke, Straßenverlegung
Überbaggerung von 12 Ortschaften/Ortsteilen zwischen 1929 und 1968 und Umsiedlung von ca. 12500 Einwohnern

30. Juni 1993 Einstellung der Kohleförderung

1991 Beginn der Bergbausanierung

Hauptsanierungsleistungen 1991 bis 2002:

Bewegung von Sanierungsabraum
mit Großgeräten im Zugbetrieb 15 Mio. m³
mit Schreitbagger (Massenverspülung) 7 Mio. m³
mit LKW-Förderung und Planiertechnik 38 Mio. m³

Rückbaumaßnahmen
Gleisanlagen 100 km
Großgeräte/rollendes Material 22.000 t
Gebäudeabbrüche 105.000 m³
Deponieberäumung 80.000 m³

Rekultivierung
Begrünung und Aufforstung über 700 ha

Wasserhebung 10 - 12 Mio. m³/a

30. Juni 2003 Beginn der Fremdflutung mit Wasser aus der Saale

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