Sprengung Brikettfabrik Espenhain

Borna. Am 27. April 2002, 10 Uhr, erfolgt die Sprengung der Brikettfabrik I Espenhain.

Den Auftrag zum Abbruch der Brikettfabrik hat die LMBV als Projektträger an die Arbeitsgemeinschaft Mitteldeutsche Braunkohle Strukturgesellschaft mbH (MBS) und Verkehrsbau Union GmbH (VBU), NL Magdeburg, erteilt.

Die Betriebsanlagen des Braunkohlenveredlungswerkes Espenhain (2 Brikettfabriken, 2 Kraftwerke, 2 Schwelereien sowie dazugehörige Nebenanlagen) wurden in den Jahren 1937 bis 1942 errichtet und schrittweise in Betrieb genommen. Die Entscheidung zum Bau des Werkes traf in den 30er Jahren die Aktiengesellschaft Sächsische Werke Dresden. Der Bau der Veredlungsanlagen stand in unmittelbaren Zusammenhang mit der Autarkiepolitik des 3. Reiches. Am Ende des 2. Weltkrieges war das Werk stark zerstört. Anschließend wurde es wieder aufgebaut. Bis Ende der 80er Jahre war Espenhain ein Eckpfeiler in der Energiewirtschaft der ehemaligen DDR.

In der bis 1940 gebauten und 1996 stillgelegten Brikettfabrik I wurden etwa 100 Millionen Tonnen Briketts gepresst. Nachdem 1999 der Denkmalschutz aufgehoben wurde, begann die Entkernung der Betriebsstätte. Mit rund 60 Kilogramm Sprengstoff wird die Gebäudehülle am kommenden Sonnabend gesprengt.

Seit Sanierungsbeginn am 1. Juli 1991 wurden auf dem alten Industriestandort bereits zahlreiche Rückbau- und Sanierungsmaßnahmen realisiert. Zwei Schwelereien, die Brikettfabrik II und sieben Kühltürme fielen der Abrissbirne zum Opfer. Fünf Schornsteine und das Kraftwerkes I sind bereits gesprengt worden.
Diese Maßnahmen dienen dazu, den Standort zu einem neuen Industrie- und Gewerbegebiet zu entwickeln. Den Auftakt dazu bildete am 9. April d. J. die Übergabe eines Zuwendungsbescheides über 15 Millionen Euro durch das Regierungspräsidium Leipzig. Demnächst wird die Erschließung des 1. Bauabschnittes (64 Hektar) von der Gemeinde Espenhain gemeinsam mit der LMBV erfolgen. Damit sind 490 Arbeitsplätze am Standort gesichert und Voraussetzungen für weitere Ansiedlungen geschaffen.

Für interessierte Besucher sowie für die Medien besteht die Möglichkeit, die Sprengung von der Halde Trages aus zu beobachten (Anfahrt für Besucher nur über Mölbis; Anfahrt für Medien über das Gewerbegebiet Mölbiser Landstraße in Espenhain).

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