Inbetriebnahme der Flutungsanlage von der Schwarzen Elster zum Bergbaufolgesee Spreetal/Bluno am 22.03.2002 – dem Tag des Wassers

Hoyerswerda. Am Flussbett der Schwarzen Elster wird morgen das neue Einlaufbauwerk zur Flutung des Bergbaufolgesees Spreetal/Bluno offiziell in Betrieb genommen worden. Dafür ist die Staatsstraße 234 mit einem Brückenbauwerk bei trapezförmigem Abflussquerschnitt unterquert worden. Im Anschluss an das Brückenbauwerk ist das Sohlabsturzbauwerk aus vier aneinandergereihten Einzelabstürzen mit nachgeschaltetem Tosbecken angereiht worden. Die angrenzende Beruhigungsstrecke ist als offener Graben bis zur Sohlrampe ausgebaut worden. Diese endet am bestehendem Wasserspiegel bei + 98 m NN des Restsees.

Das neuerrichtete Einlaufbauwerk wird nach Regelanweisungen in Zusammenarbeit mit den Behörden durch die in der Flutungszentrale Lausitz tätigen Mitarbeiter der LMBV gesteuert. Die Ausbaukapazität der Anlage beträgt max. 5 m³/s. Eine Wasserentnahme für die Flutung kann nur dann erfolgen, wenn in der Schwarzen Elster ausreichend Wasser fließt und so der behördlich vorgegebene Mindestabfluss überschritten wird. Nach acht Jahren Flutung soll die Endstauhöhe des Restsees Spreetal/Bluno bei +104 m NN erreicht sein. Dann wird eine Wasserfläche von 1360 Hektar entstanden sein. Der fertiggestellte See wird ein Wasservolumen von 152 Mio. m³ haben. Er wird damit langfristig einmal einer der größten neuen Lausitzer Seen sein.

Die LMBV wird insgesamt 28 Bergbaufolgseen in der Lausitz schaffen. An 12 Seen hat die Flutung schon begonnen, darunter an den Bergbaufolgeseen Bärwalde, Dreiweibern, Burghammer und Spreetal Nordost. Ein Großteil dieser Seen wird bis zum Jahr 2007 an Nachnutzer übergeben werden. Gegenwärtig erarbeitet die LMBV gemeinsam mit den Bundesländern Brandenburg und Sachsen an Konzeptionen für eine Folgenutzung und zukünftigen Trägermodellen. Die LMBV schafft damit (zusammen mit den Bergbaufolgeseen in Mitteldeutschland) insgesamt 25.000 Hektar neue Seenflächen – dies ist weltweit einzigartig.

Nach der im August vor zwei Jahren erfolgten Antragstellung zur Planfeststellungsgenehmigung „Spreetal - Neißewasserüberleitung" (genau am 25.08.2000) gemäß §31 Abs. 2 WHG und dem gleichzeitigem Antrag auf vorzeitigen Beginn gemäß §9a WHG für die Errichtung der Zulaufanlage Schwarze Elster/Bluno erhielt die LMBV am 13.07. 2001 den Bescheid zur Errichtung des Einlaufbauwerkes Schwarze Elster - Restsee Spreetal/Bluno.

Die vorzeitige Zulassung zur Flutung hat ihre Begründung in der besonderen bergbaulichen Verantwortung. Drei zielführende Gründe waren dafür ausschlaggebend, nämlich:

1. die Minimierung der Versauerung des Restsees Spreetal/Bluno
2. die Gefahrenabwehr für bereits fertiggestellte Böschungen
3. die wichtige Mitwirkung am Hochwasserschutz.

Bereits von 1997 bis 1998 erfolgte die erste Ausbaustufe, die Errichtung des Brückenbauwerkes. In den Jahren von 2001 bis zum März 2002 ist nunmehr der Ausbau des Einlaufbauwerkes nach erfolgreicher Planungsarbeit und Mittelbeantragung sowie dessen Genehmigung abgeschlossen worden. Die Kosten für die Planungs- und Realisierungsleistungen der gesamten Flutungsanlage betragen ca. 1,3 Mio €.

Zum Gelingen dieses Gemeinschaftswerkes trugen die Genehmigungsbehörden, hier das RP Dresden und das Staatliche Umweltfachamt Bautzen sowie die Planungs-Partner der LMBV, wie das Ingenieurbüro Rößler aus Senftenberg, die BEA Elektrotechnik und Automation GmbH aus der Lausitz und das DGFZ Dresden unter Leitung von Prof. Luckner bei. An der Baudurchführung waren vor allem die Firmen Kasper & Schlechtriem GmbH & Co. KG, Steinle Bau GmbH und ITA GmbH Hoyerswerda beteiligt.

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