Mitteldeutsche Bergbauunternehmen feiern Fest der St. Barbara
12. Gemeinsame Revierbarbarafeier von LMBV, MIBRAG und Romonta in Halle

Halle. Am 4. Dezember 2001 fand zum 12. Mal die gemeinsame Bergschicht der drei in Mitteldeutschland tätigen größeren Bergbauunternehmen Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau- Verwaltungs-gesellschaft mbH (LMBV), Mitteldeutsche Braunkohlengesellschaft mbH (MIBRAG) und ROMONTA GmbH statt. Rund 500 Gäste aus Politik und Wirtschaft begingen in Halle zusammen mit den Bergleuten feierlich den Namenstag der Schutzpatronin. Den Festvortrag zu dieser Feier hatte Ministerpräsident Dr. Reinhard Höppner übernommen.

Mitteldeutsche Braunkohle 2001 – erstmals 11 Millionen Tonnen Rohbraunkohle aus dem Schleenhainer Tagebau

Der Vorsitzende der MIBRAG-Geschäftsführung, Bruce P. DeMarcus, berichtete voller Stolz, dass das Unternehmen am 19. Oktober zum ersten Mal in seiner Geschichte zwei Millionen Stunden unfallfrei gearbeitet hat. Die Leistungsbereitschaft und Leistungskraft der 1850 MIBRAGianer (Mitarbeiter der MIBRAG) seien erheblich gewachsen. Zur Motivation habe u.a. ein Arbeitssicherheitsbonus und ein einzigartiges Profit-Sharing-Modell beigetragen.

In seinem Revierbericht zog der Chef des Unternehmens eine erfolgreiche Bilanz: Das Jahr 2001 gestaltete die MIBRAG wirtschaftlich erfolgreich.

In diesem ersten Jahr der vollen Produktion aus dem Tagebau Vereinigtes Schleenhain werden voraussichtlich 11 Millionen Tonnen Rohbraunkohle bis zum Jahresende an das Kraftwerk Lippendorf geliefert.

Trotz der gesamtwirtschaftlich veränderten Lage hat das Unternehmen seine soziale und wirtschaftliche Verantwortung u.a. als Auftraggeber für Firmen der Region und als Ausbildungsbetrieb wahrgenommen. Die Ausbildungsquote ist beständig weiter angewachsen auf nunmehr 6,2 %.

Der Redner dankte den Eigentümer für die Risikobereitschaft, allen Kunden, Lieferanten und allen politischen Verantwortungsträgern sowie den MIBRAGianern für das Geleistete. Bruce P. DeMarcus unterstrich, dass die Hilfe und verantwortungsvolle Begleitung durch die Landes- bzw. Bundesregierung auch künftig unverzichtbar für das Unternehmen ist. So sollten Gesetzesinitiativen mit den Betroffenen im konstruktiven Dialog diskutiert werden, denn, so der Geschäftsführer, „Politik muss Wirtschaft möglich machen".

Bergbausanierung geht in entscheidende Realisierungsphase

Der Vorsitzende der Geschäftsführung der LMBV, Dr.-Ing. Mahmut Kuyumcu, schätzte die Arbeit der 1.700 Mitarbeiter des Unternehmens wie folgt ein: „Das Jahr 2001 war und ist neben der guten Erfüllung der inhaltlich anspruchsvollen Aufgaben der LMBV von einigen besonderen Vorhaben geprägt. Hierzu zählen die Vorbereitung des III. Verwaltungsabkommens über die Finanzierung unserer Arbeiten im Zeitraum 2003 - 2007, die Neuerschließung unserer Altindustrie-Standorte, notwendige Anpassungen in der Organisationsstruktur des Unternehmens."

Der Sanierungsprozess im Braunkohlenbergbau wurde auch in diesem Jahr im geplanten hohen Tempo vorangebracht. Das Finanzvolumen wird sich auf rund 830 Mio. DM belaufen. Hinzu kommt die Realisierung der von den Braunkohleländern der LMBV direkt anvertrauten Arbeiten, der sogenannten § 4- oder 2b-Maßnahmen, im Umfang von rund 130 Mio. DM. Dieser gesamte Einsatz von Geldern ist eine „Investition in die Zukunft". 1.100 km² bergbaulich in Anspruch genommene Flächen, davon ca. 400 km² im mitteldeutschen Raum sind als Resultat dieser Zukunftsinvestitionen bereits heute nicht mehr wiederzuerkennen, sei es der Cospudener See, der von der Bevölkerung sehr gut angenommen wird, oder die Kulturlandschaft Goitsche, wo die erste Stufe der Flutung in Kürze abgeschlossen wird. Zunehmend verlagert sich der Schwerpunkt der Sanierungsarbeiten auf die letzte Phase, nämlich auf die Sanierung des Wasserhaushalts.

Die Flutung der Tagebaurestlöcher, die die Bergbaufolgelandschaften im Großraum Halle - Bitterfeld - Leipzig und südlich von Leipzig sowie im Geiseltal und bei Nachterstedt grundlegend neu prägen werden, tritt immer mehr in den Vordergrund. Im Mai dieses Jahres ging mit der Gestaltung der Innenkippe des Tagebaus Espenhain der letzte weiträumige Großgeräteeinsatz im mitteldeutschen Raum zu Ende. Am 22. Mai leitete der Ministerpräsident Sachsen-Anhalts feierlich die Flutung Großkayna ein, im September hat die LMBV mit dem Bau der Leitung zur Flutung Mücheln im Geiseltal begonnen. Mit der Flutung der zuvor bergmännisch langzeitsicher gestalteten Tagebaurestlöcher werden LMBV weit 25.000 ha Wasserflächen entstehen - davon allein 12.000 ha im Mitteldeutschen Revier. Eine wirtschaftlich und ökologisch sinnvolle Eingliederung dieser Gewässer in die Landschaft ist eine Herausforderung, die nur in gemeinsamer Anstrengung und Verantwortung aller Beteiligten bewältigt werden kann den Kommunen als Planungsträger und Betroffene, den Länder als strukturpolitisch Gestaltende sowie der LMBV als Noch-Eigentümerin dieser Flächen.

Dr.-Ing. Kuyumcu unterstrich, dass sich „die Gesamtbeschäftigungswirkung der Bergbausanierung im Jahr 2001 auf fast 10.000 Arbeitnehmer beläuft. Dies ist aufgrund des abnehmenden Sanierungsumfangs niedriger als in der Vergangenheit, aber immer noch ein bedeutender und entlastender Faktor für die von hoher Arbeitslosigkeit geprägten Braunkohleregionen". Die LMBV ist auch Dank der gemeinsamen Initiative des Bundes, der Länder und der IG BCE mit 441 Ausbildungsplätzen der größte Ausbildungsbetrieb des Braunkohlenbergbaus.

„Das dritte Verwaltungsabkommen über die Finanzierung der Braunkohlesanierung ist zwar noch nicht abgeschlossen, aber die Verhandlungspartner sind zuversichtlich, dass das Abkommen spätestens zu Beginn des nächsten Jahres stehen wird. Dies schafft die notwendige Planungssicherheit. Die LMBV ist froh darüber, dass sowohl der Bund als auch die Länder ihre volle Zustimmung zum Arbeitsprogramm für den Zeitraum 2003 - 2007 erteilt haben. Damit ist sicher gestellt, dass alle Maßnahmen, die nach Meinung der LMBV sowohl aus technologischer als auch aus betriebswirtschaftlicher Sicht sinnvollerweise in diesem Zeitraum realisiert werden sollten, auch so zur Ausführung kommen und Teile der Maßnahmen in dieser Zeit der knappen finanziellen Mittel nicht in die Folgejahre verschoben werden."

ROMONTA 2001 - Nach Zweitprivatisierung auf Erfolgskurs

Die Unternehmensgruppe ROMONTA versorgt heute über 90 % des gesamten Weltmarktbedarfes mit dem Produkt Rohmontanwachs und exportiert in über 50 Staaten der Erde, zugleich bildet die Unternehmensgruppe das Forschungszentrum für die Anwendung von Montanwachsen und Modifikaten in der ganzen Welt. Mehrere Tochterunternehmen nutzen Synergieeffekte aus der Unternehmensgruppe in ihren Geschäftsfeldern.

Die weltgrößten Produktionsanlagen zur Erzeugung von Rohmontanwachs, einem Extraktionsprodukt aus bitumenhaltiger Rohbraunkohle, befinden sich in Amsdorf, am Geschäftssitz der Unternehmensgruppe ROMONTA. Ausgangspunkt bildet der unternehmenseigene Tagebau, als Rohstoff-lieferant mit seinem Abbau von Rohbraunkohle aus einer über 55 Mio. Jahre alten Lagerstätte. Die Extraktionsanlagen sind in den Jahren 1994 – 1997 umfassend modernisiert worden, dem Stand der Technik angepasst und unterschreiten im Emissionsverhalten die Grenzwerte der Bundesimmissionsschutzgesetzgebung. Die extrahierte Kohle wird im unternehmenseigenen Kraftwerk, welches nach dem günstigen Prinzip der Kraft-Wärme-Kopplung arbeitet, verstromt und die Elektroenergie den E-nergieversorgungsunternehmen zur Verfügung gestellt.

Die Unternehmensgruppe wurde im Oktober dieses Jahres, nach einer Phase der Neuorientierung erfolgreich über Management-by-out (MBO) durch das Führungsteam der Gesellschaft übernommen. Am Standort Amsdorf, in der von schwerer Arbeitslosigkeit gezeichneten Region Mansfelder Land, befinden sich über 400 Arbeitsplätzen der Unternehmensgruppe, welche durch tagtägliche neue und innovative Geschäftsideen sowie redliche marktwirtschaftliche Arbeit zu sichern sind. Dieser Verpflichtung stellt sich das MBO-Team aus Verantwortung für Region, Mitarbeiter und der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung in Sachsen-Anhalt.

Kontakt MIBRAG: Dr. Angelika Diesener 03441- 684 - 515
oeffentlichkeitsarbeit@mibrag.de

Kontakt LMBV: Uwe Steinhuber 030- 2451- 3028
pressesprecher@lmbv.de

Kontakt ROMONTA: Detlef Berger 034601- 40 4158
marketing@romonta.de

Zurück