LMBV verhindert nasse Keller in Hoyerswerda
Freistaat finanziert Bau von Wasserableitern mit Millionenbetrag

Sperrfrist für Vollziehung Spatenstich: 11. August 1999, 11.30 Uhr

Berlin. Am 11. August vollziehen der Freistaat Sachsen, die Stadt Hoyerswerda und die Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft den ersten Spatenstich für den Bau des Westrandgrabens bei Hoyerswerda. Im Zuge des Wiederanstiegs des Grundwassers im Lausitzer Revier ist der Bau dieses Grabens ein Element im Sinne der Gefahrenabwehr.

Zum Hintergrund: Hoyerswerda liegt im Lausitzer Urstromtal. Der Grundwasserspiegel war lange Zeit flurnah, das Gebiet hatte Auencharakter. Durch die ursprüngliche Bebauung im alten Kern der Stadt mit Häusern ohne Unterkellerung sowie oberirdisch angelegte Entwässerungsgräben wurde dies von den früheren Baumeistern berücksichtigt. Mit dem Aufschluß von Braunkohlentagebauen - auch in der Umgebung von Hoyerswerda - zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde der Grundwasserspiegel um die Gruben herum abgesenkt, um die Kohle gewinnen zu können.

In den 60er Jahren kamen darüber hinaus Filterbrunnenentwässerungssysteme dazu, die eine Absenkung des Grundwasserspiegels um weitere zwei bis vier Meter bis auf ein Niveau zum Teil weit unter 114 m Höhen Null (HN) zur Folge hatte. 1958 wurde eine verbindliche Höhenordinate von 114 m HN für neue Bauten festgelegt, ohne den vorbergbaulichen Zustand hinreichend zu beachten. Mit der Errichtung der Plattenbauten in der Neustadt wurden ehemalige Gräben verfüllt und die Häuser mit Kellern gebaut.

Mit dem Rückgang der Braunkohleproduktion und der Stilllegung von Gruben geht die Einstellung der Tagebauentwässerung einher. Als Folge ist nunmehr mit einem flächenhaften Grundwasseranstieg in Hoyerswerda zu rechnen. Der vorbergbauliche Zustand hinsichtlich des Wasserstandes wird jedoch dabei nicht überschritten.

Auf Basis der erfolgreichen Zusammenarbeit mit den Behörden des Freistaates bei der Braunkohlesanierung hat das Sächsische Staatsministerium für Wirtschaft und Arbeit im Juli 1997 entschieden, die Gefahrenabwehrmaßnahmen aus Landesmitteln zu finanzieren und die LMBV als Projektträger zu beauftragen. Derzeitig geht man von einem Aufwand von unter 40 Mio DM aus. Ziel ist es, ein System zu errichten, dass über eine lange Be-triebszeit einen wirksamen Schutz vor den Folgen des Grundwasserwiederanstiegs gewährleistet.

Als Teilelement soll der Westrandgraben das von Süden und Südwest auf Hoyerswerda zuströmende Grundwasser fassen und ableiten. Gleichzeitig soll das im gesamten Stadt-gebiet gehobene Grundwasser abgeleitet werden. Der Graben wird eine Länge von 3.300 Metern haben. Er beginnt westlich der Stadt Hoyerswerda und umgeht Nardt. Er soll drei bis sieben Meter tief und 14 bis 35 Meter breit gebaut werden. Vorhandene kleinere Vorfluter werden zum Teil genutzt bzw. eingebunden. Zur Sicherung der zugänglichen Fläche entlang der Trasse sind sieben Durchlässe, eine Durchörterung der Bundesstraße 96 und zwei Brückenbauwerke notwendig. Das dafür notwendige Planfeststellungsverfahren wird gegenwärtig durchgeführt.

Den symbolischen ersten Spatenstich (Baggeraushub) werden der Staatssekretär im Sächsischen Staatsministerium für Wirtschaft und Arbeit, Dr. Wolfgang Vehse, der Oberbürgermeister der Stadt Hoyerswerda, Horst-Dieter Brähmig und der Vorsitzende der Geschäftsführung der LMBV, Dr. Wolfgang Fritz, am 11.08.99 gegen 11.00 Uhr (Fototermin) in Nardt vornehmen.

Die erwartete Sonnenfinsternis zur Zeit des Spatenstichs wird als gutes Omen für das Vorhaben von den Veranstaltern angesehen.

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