LMBV bindet Gräbendorfer See an Fließ an

Gräbendorfer See hat seinen Endwasserstand erreicht – Erster Brandenburger fremdgefluteter Bergbaufolgesee der Nachwendezeit damit in guter Qualität fertiggestellt

Senftenberg. Als sichtbares Zeichen für den Sanierungsfortschritt am Gräbendorfer See erfolgte am 8. Mai 2007 die Anbindung dieses Bergbaufolgesees an die Vorflut. Dazu wurde in Wüstenhain das Wehr durch den Vorsitzenden der Geschäftsführung der LMBV, Dr.-Ing. Mahmut Kuyumcu geöffnet und damit die Ableitung aus dem See in das Greifenhainer Fließ offiziell gestartet.

Am 20. März 1996 war mit Spreewasser die erste Fremdflutung eines Sanierungstagebaus der LMBV in der Lausitz - hier des Tagebaus Gräbendorf - begonnen worden. Nachdem in den vergangenen elf Jahren über 100 Mio. m³ Wasser aus dem Südumfluter der Spree eingeleitet wurden, hatte der Gräbendorfer See im Frühjahr 2007 seinen Endwasserstand erreicht. Zwischenzeitlich wurde vom Landesamt für Bergbau und Geologie auch die Ausleitung in die Vorflut des Greifenhainer Fließ genehmigt.

Der 425 Hektar große See wurde 2003 durch die Anrainerkommunen Drebkau, Vetschau und Altdöbern von der LMBV erworben. Erste touristische Nutzungen haben sich bereits mit der schwimmenden Tauchschule etabliert. Auf dem Rundweg um den See sind bereits heute viele Skater, Radler und Wanderer unterwegs. Gebadet werden darf jedoch erst nach Unbedenklichkeitserklärung durch das Bergamt, die noch aussteht. Dazu läuft zur Zeit die Prüfung der Böschungen durch einen Gutachter.

Der Gräbendorfer See wird sich langfristig zu einem Landschaftssee für naturnahe Erholung mit hervorragender Wasserqualität entwickeln. Hier wird auch die Vereinbarkeit von Naturschutz und touristischer Nutzung sehr gut sichtbar werden. Die Insel im See wurde als Kernstück einer insgesamt etwa 170 Hektar großen Fläche vom NaturSchutzFond Brandenburg erworben. Das Gebiet ist Teil des Europäischen Vogelschutzgebietes „Lausitzer Bergbaufolgelandschaft“.

Zum Hintergrund:
Mit dem Gräbendorfer See ist nunmehr der erste Brandenburger fremdgeflutete Bergbaufolgesee der Nachwendezeit in guter Qualität fertiggestellt worden. Seit der Außerbetriebnahme des Tagebaus Gräbendorf wurden rund 76,5 Millionen Euro für Fremdleistungen in der Sanierung dieser Tagebaufläche durch Bund und Länder bereitgestellt. Im Rahmen der Sanierung wurden rund 12,5 Millionen m³ Erdmassen bewegt, ca. 40.000 m³ bauliche Anlagen abgebrochen und rund 420 Hektar landwirtschaftliche und forstwirtschaftliche Nutzflächen hergestellt. Bis Ende 1995 war die ca. 9 km lange Rohrleitung von der Pumpstation Vetschau des ehemaligen Kraftwerkes zum Restloch zur Flutung des Gräbendorfer See gebaut worden. Von 1996 bis 2007 wurde der Bergbaufolgesee geflutet. Über eine Grabenverbindung zur renaturierten Grubenwasserreinigungsanlage Wüstenhain gelangt das Wasser an das hier befindliche Doppelschützwehr. Der Auslauf zum Greifenhainer Fließ hat eine Kapazität von 1,60 m³ pro Sekunde und wurde Ende 2005 fertiggestellt.

Die Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft mbH (LMBV) ist seit 1994 als Projektträgerin für die Wiedernutzbarmachung der nicht privatisierten Braunkohleareale im Auftrag des Bundes und der ostdeutschen Braunkohleländer tätig. Die LMBV betreut insgesamt 172 Bergbaufolgeseen mit einer Gesamtfläche von 29.883 Hektar. Davon liegen 111 in der Lausitz (16.446 Hektar) und 61 in Mitteldeutschland (12.390 Hektar).

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