Viel Wasser für alte Gruben - Lausitzer Bergbaufolgeseen füllen sich

Lausitzer Bergbaufolgeseen füllen sich

Senftenberg. Die Flutungszentrale Lausitz konnte in Senftenberg kurz vor Weihnachten eine positive Bilanz ihrer Arbeit ziehen. Die Mitarbeiter der LMBV haben in diesem Jahr (per 19.12.2007) bereits rund 146 Mio. Kubikmeter Flutungswasser aus der Spree, der Schwarzen Elster und der Lausitzer Neiße zur Flutung der Bergbaufolgeseen in der Lausitz entnehmen können, teilte Pressesprecher Dr. Uwe Steinhuber auf Nachfrage mit.

Damit wurde das Flutungsergebnis des Vorjahres 2006 (130 Mio. Kubikmeter) übertroffen. Im Trockenjahr 2003  und im darauf folgenden Mangeljahr 2004 lagen die verfügbaren Mengen nur bei insgesamt 64 bzw. 65  Mio. Kubikmeter. Zu dem guten Ergebnis in 2007 trugen die durchschnittlichen Niederschläge in der Region bei. An der Wetterstation Lohsa wurden 2007 beispielsweise 100 Prozent des langjährigen Niederschlags-Mittelwertes gemessen. Hinzu kam der milde Winter 2006/2007, wo die Niederschläge seltener als Schnee fielen und dadurch in den Flüssen stetiger zur Verfügung standen. „Die größten Flutungsmengen standen in den Monaten Februar (29 Mio. Kubikmeter), März (34 Mio. Kubikmeter) und November (16 Mio. Kubikmeter) zur Verfügung“, betonte Klaus Zschiedrich, zuständiger LMBV-Bereichsleiter.

Die Flutung ehemaliger Braunkohlegruben in der Lausitz wird bis Mitte des nächsten Jahrzehnts nahezu abgeschlossen sein. Dann werden viele Seen ihren endgültigen Wasserstand erreicht haben, unterstrich der technische Prokurist der LMBV, Klaus Zschiedrich. Das Anfang der 90er Jahre gegründete Unternehmen ist für die Sanierung ehemaliger Bergbaugebiete in Ostdeutschland zuständig, zu der auch die Flutung von 31 größeren Bergbaufolgeseen gehört.

Rund zwei Drittel der diesjährigen Flutungsmengen, das waren rund 103 Mio. Kubikmeter, wurden in sächsische Bergbauseen eingeleitet. Den größten Anteil hat die Lausitzer Neiße mit rund 62,4 Mio. Kubikmeter, davon flossen rund 60 Mio. Kubikmeter in den entstehenden Berzdorfer See bei Görlitz in der Oberlausitz. Der Seewasserspiegel stieg dort um weitere acht Meter an und liegt jetzt auf einem Niveau von 168,27 m NHN. Weiteres Flutungswasser konnte in den Dreiweiberner See mit ca. 10 Mio. Kubikmeter und in die Blunoer Südsee (Restloch Nordrandschlauch) mit ca. 6 Mio. Kubikmeter eingeleitet werden. Mit 25 Mio. Kubikmeter wurde auch der Bärwalder See aus der Spree weiter aufgefüllt.

Aus der Spree wurden im Jahr 2007 bisher rund 55  Mio. Kubikmeter und aus der Schwarzen Elster 28,7 Mio. Kubikmeter verfügbar gemacht. Für die Bergbauseen im Land Brandenburg bilanzierte die Flutungszentrale 2007 anteilig bisher rund 43 Mio. Kubikmeter. Dieses Wasser wurde u. a. in den Geierswalder See (rd. 5 Mio. Kubikmeter) abgeschlagen. Im südlichen Brandenburg konnte weiterhin insbesondere der Bischdorfer See (vormals Restloch 23) mit rund elf Mio. Kubikmeter Zuwachs profitieren. Damit stieg der der Wasserspiegel dort um mehr als vier Meter und liegt nur noch 0,7 Meter unter dem Zielwasserstand. Auch der Bergheider See zu Füßen des Besucherbergwerkes F60 bei Lichterfeld hat um 6,6 Mio. Kubikmeter zugenommen. Er konnte ein Plus von 2,17 Meter bei einem gegenwärtigen Wasserstand von 102,58 m NHN verbuchen.

Eine zentrale Rolle spielte der seit März 2007 in Flutung befindliche Tagebau Meuro, zwischen Senftenberg und Großräschen gelegen. Dem künftigen Ilse-See sind seitdem bisher rund 5,7 Mio. Kubikmeter zugeflossen. Sein Wasserspiegel stieg damit um fast 15 Meter und liegt zur Zeit bei 65,96 m NHN. Weitere sechs Mio. Kubikmeter flossen in Summe 2007 in das Restloch 12 (Drehnaer See) sowie in die Tagebaue Greifenhain und Gräbendorf. Im Frühjahr 2007 hatte der Gräbendorfer See damit als der erste Brandenburger Bergbaufolgesee nach der Wende seinen Endwasserstand erreicht.

Die Flutungszentrale Lausitz arbeitete in den zurückliegenden Monaten erfolgreich und in enger Abstimmung mit den zuständigen Landesbehörden des Freistaates Sachsen und des Landes Brandenburg zusammen, um möglichst alle verfügbaren überschüssigen Wassermengen für die Flutung der Restlöcher in der Lausitz zu erschließen. Zu den Partnern gehören insbesondere das Landesumweltamt Brandenburg sowie die Talsperrenverwaltung Bautzen und das Regierungspräsidium in Dresden. Mit der fertig gestellten Flutungsleitung zum Ilse-See, dem Neubau der Pumpstation Bahnsdorf sowie dem Ausbau des Neugrabens in Sachsen auf eine Durchflussmenge von bis zu zwei Kubikmeter wurden auch weitere notwendige Bauvorhaben planmäßig realisiert.

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