Bergmannstage 2008 in Ferropolis, Knappenrode, Domsdorf und Bitterfeld geplant

Senftenberg. Seit 1990 gibt es den Bergmannstag nicht mehr als direkten Feiertag, dennoch wird die Tradition an verschiedenen Orten lebendig gehalten. Der diesjährige Bergmannstag wird unter anderem in Bitterfeld, Gräfenhainichen (Sachsen-Anhalt),  Knappenrode (Sachsen) und Domsdorf (Brandenburg) von ehemaligen und aktiven Bergleuten des Braunkohlen- und Sanierungsbergbaus begangen.

In der Baggerstadt FERROPOLIS (bei Gräfenhainichen) wird am 6. Juli 2008 um 10:00 Uhr mit einem Gottesdienst eröffnet. Um 11:00 Uhr folgt traditionsgemäß der Aufmarsch der Knappen- und Bergmannsvereine, der  vom Spielmannszug Schköna begleitet wird. Ein buntes und interessantes Programm erwartet die Besucher: neben zünftiger Blasmusik tritt die Tanzgruppe der Ferropolis-Schule auf. Auch ein Schnupper-Tauchen im Gremminer See, vormals Tagebau Golpa-Nord, ist angedacht. Vor kurzem hatte unter den stählernen Baggern ein Konzert der "Ärzte" vor 25.000 Besuchern stattgefunden. Mehrere Fan-Generationen feierten dort das 25. Band-Jubiläum. Auch per Bahn waren einige Hundert Konzertbesucher direkt nach Ferropolis gekommen - zum ersten Mal nach fünf Jahren Pause.  Auch zum Bergmanntag fahren die Züge von Dessau und Wörlitz wieder nach Ferropolis. Weitere Infos unter www.ferropolis.de/service/anfahrt.html#fahrplan.

Der "Traditionsverein Bitterfelder Bergleute" erinnert am ersten Juliwochenende - dem jährlichen Termin des Bergmannstages - mit gleich zwei Veranstaltungen an die Tagebaugeschichte in der Region. Vom 3. bis 6. Juli begehen die Vereinsmitglieder zusammen mit den Gästen und Besuchern bereits den 54. Bergmannstag im Holzweißiger Park von Bitterfeld. Neben dem Bergmannsorchester erwartet der Verein auch das Erzgebirgsensemble Aue, kündigte der Vereinsvorsitzende Gerhard Liehmann als Rahmenprogramm für diesen Tag an.

In Knappenrode (Kreis Kamenz) wird traditionell auf der Knappenkampfbahn gefeiert. Dort veranstalten verschiedene Vereine aus Knappenrode die inzwischen fünfte Auflage des Bergmannsfestes. Dabei helfen dort die IGBCE, Gaststätten, die Feuerwehr, der Seniorenclub und noch viele andere Vereine, wie der Sportverein „Glück Auf“. Ralf Hermwapelhorst (Cottbus), Bezirksleiter der IGBCE hatte einer Tageszeitung gesagt: „Natürlich ist das sehr schade, dass solche Traditionen nicht am Leben gehalten werden, finde ich. Der Bedarf und die Struktur an Mitgliedern sind jedenfalls da, dafür sprach 2007 die hohe Resonanz an diesem Tag.“ Auch der ehemalige Lausitzer Bergmann Siegfried Bläsche betonte: „Die Pflege von Traditionen ist doch sehr wichtig. Schließlich sind wir ja eine Region, die vom Bergbau geprägt ist."

Damit der Ehrentag nicht „in die Grube fährt“, nehmen auch die Kumpel in der südbrandenburgischen Brikettfabrik „Louise“ am ersten Juliwochenende die dortige Dampfpresse wieder in Betrieb. Auf dem Programm im Technischen Denkmal der Brikettfabrik "Louise" in Domsdorf stehen nach dem Ertönen der Dampfsirene um 10:00 Uhr ein zünftiger Frühschoppen mit dem Männerchor „Concordia“ Domsdorf/Tröbitz. Danach sind Grubenbahnfahrten auf dem Fabrikgelände mit Besichtigung der Lokomotiven möglich sowie die Ausstellung „Menschen in der Kohle“ im Sozialgebäude und die Fotoausstellung „Mikrowelt Braunkohle“ in der Kraftwerkshalle zu besichtigen. Auch der Verkauf der begehrten Louise-Souvenirs - Zierbrikettsteine in neuer limitierter Auflage - ist  wieder geplant, so die Veranstalter. Weitere Infos unter http://www.brikettfabrik-louise.de/news/

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