Schlabendorf – LMBV baut ehemalige Grubenwasserreinigungsanlage zu Marina um - Einweihung mit Infrastrukturminister R. Dellmann

Senftenberg: Am 1. August 2008 wird durch den Minister für Infrastruktur und Raumordnung des Landes Brandenburg die Marina Schlabendorf eingeweiht. Sie entstand auf dem Gelände der nicht mehr benötigten Grubenwasserreinigungsanlage (GWRA) des ehemaligen Tagebaus Schlabendorf-Süd. Im Zuge der Grundsanierung durch die LMBV wurde die GWRA entschlammt und der gesamte Aufbau zurückgebaut. Die vorhandene Geometrie wurde genutzt, um die Anlage als Segelhafen umzubauen. Nach der entsprechenden Beauftragung durch das Land Brandenburg im Rahmen des § 4 des Verwaltungsabkommens zur Sanierung der Bergbaualtlasten fand der Umbau unter Projektträgerschaft der LMBV statt. Das 65 x 55 m große Becken wurde neu gestaltet und nach Süden um ein Übungsbecken mit ca. 60 x 65 m und den Anschluss an den Schlabendorfer See über eine Hafeneinfahrt mit ca. 30 x 30 m erweitert. Die Wassertiefe der Becken und der Hafeneinfahrt wird bei 3,70 bis 4,40 m liegen, wenn der Schlabendorfer See in etwa vier Jahren seinen Endwasserstand erreicht hat. Die Marina ist für 42 Boote ausgelegt und verfügt über die einzige Slipanlage am Schlabendorfer See. Für den Hafenbetrieb sind zwei Stege mit einer Länge von 42 m und 37 m und einer Breite von 1,80 m vorgesehen. Die Stege sind aus Holz. Sie werden über Kunstoff-Steelen gegen eine seitliche Verdriftung fixiert. Das Hafenbecken wird an zwei Seiten durch Spundwände mit einer integrierten Betonslipanlage begrenzt, die ein unmittelbares Einsetzten der Boote sowohl über den Slip als auch über einen Kran gewährleisten. Die Marina Schlabendorf ist ein sehr gelungenes Beispiel für die Entwicklung der touristischen Infrastruktur im Norden des Reviers.

Hintergrund: Der Bergbau im Raum Schlabendorf/Seese hat eine für das Lausitzer Revier vergleichsweise junge und kurze Historie. Schon seit Mitte des 19. Jahrhunderts wurde hier in der Region in kleineren Gruben Braunkohle gefördert. Eine rasante Entwicklung setzte dann in den 1950er Jahren ein, als der Ausbau der Niederlausitz zum Kohle-und-Energie-Zentrum der DDR begann. Der Beginn der Feldentwässerung für den Tagebau Schlabendorf-Nord im Jahr 1957 stellte den Startschuss für eine extensive Entwicklung dar. Parallel zum Tagebauaufschluss wurden die Kraftwerke Lübbenau und Vetschau errichtet. Das Kraftwerk Lübbenau erreichte seinen Endausbau 1964 mit 1.300 Megawatt installierter Leistung, das Kraftwerk Vetschau 1967 mit 1.200 MW. Die erste Kohle für die Kraftwerke kam 1961 aus dem Tagebau Schlabendorf-Nord. Im Förderraum Kittlitz wurden die Tagebaue Schlabendorf-Nord und -Süd sowie Seese-West und -Ost betrieben. Sie förderten insgesamt rund 577 Millionen Tonnen Rohbraunkohle. Nachdem die Restlaufzeiten der Kraftwerke 1996 erschöpft waren endete auch die aktive Zeit der Kohleförderung. Der letzte Kohlezug rollte am 24. April 1996 aus dem Tagebau Seese-Ost.

 

Die Fotos der Marina Schlabendorf können in hoher Auflösung von der Hompage der LMBV im Bereich Fotogalerie herunter geladen werden.

Zurück