Segeln auf der Grube - Erstes offizielles Ansegeln auf dem Schlabendorfer See durch einen Lausitzer Segelverein

Senftenberg/Luckau. Segeln auf der Grube: Wie der Wassersportverein Schlabendorf e.V. aus Luckau OT Schlabendorf, mitteilte, wird am kommenden Samstag und Sonntag (25. und 26. April 2009) auf dem Schlabendorfer See die erste Segelsaison eröffnet. Wie der Vereinschef Eugen Nowak die Medien informierte, werden jeweils von 10 bis 17 Uhr die Segelsportler des Wassersportvereins Schlabendorf offiziell auf dem Schlabendorfer See ansegeln. An diesem Wochenende wollen die 40 Vereinsmitglieder offiziell und feierlich ihr neues Segelrevier in Besitz nehmen. Befreundete Segler sind ebenfalls willkommen.

Aufgetakelte Segel sollen auf dem Gewässer vor der Marina zu bewundern sein. „Mit der Zwischennutzungserlaubnis der LMBV und dem Nutzungsvertrag mit der Stadt ist die Nutzung des Bergbaufolgesees durch den WSV für den Wassersport möglich“, so Nowak gegenüber der Regionalzeitung. Auch Gastsegler und Surfer sind eingeladen. Es sei zu beachten, dass sich jeder Wassersportler vorher einer Belehrung durch die bergrechtlich Verantwortlichen beim Wassersportverein unterziehen muss, weil der See weiter unter Bergrecht stehe. Besonderer Spaß erwarte Kinder und Erwachsene beim Schnuppersegeln. Der WSV hat eine Jugendsportgruppe mit 15 Mitgliedern, die ebenfalls ihr Können zeigen wird.

Zum Hintergrund: In Anwesenheit prominenter Gäste – darunter Infrastrukturminister Reinhold Dellmann, Manfred Kolba von der LMBV, Luckaus Bürgermeister Harry Müller und Prof. Rolf Kuhn von der IBA - war die neu errichtete Marina Schlabendorf am 1. August 2008 von der LMBV an die Stadt Luckau übergeben worden. Zahlreiche Schlabendorfer und ihre Gäste nahmen an diesem Ereignis teil.

"Die Marina ist ein Zukunftsprojekt und Teil der touristischen Entwicklung des Schlabendorfer Sees. Naturschutz und Tourismus haben hier eine große Bedeutung" sagte damals Minister Dellmann. Bürgermeister Müller sah in dieser Investition ebenfalls einen Meilenstein bei der weiteren Entwicklung von Schlabendorf und den WSV als wichtigen Partner bei der künftigen Nutzung von Marina und See. Bei Erreichen des Endwasserstandes - voraussichtlich etwa 2012 - wird die Marina bis zu 40 Liegeplätze an den beiden Schwimmstegen bieten. Darüber hinaus sind eine Slipanlage und Außenliegeplätze vorhanden. Der WSV Schlabendorf bereitet sich auf die die Betreibung der Marina vor. Die Gründung des Vereins erfolgte am 03.09.2005.

Weitere Infos unter http://wsv-schlabendorf.de/ oder unter der Rufnummer 0174 9801929.

Fakten zum Tagebaugebiet Schlabendorf-Süd:
Das Abbaugebiet des ehemaligen Tagebaus Schlabendorf-Süd befand sich südwestlich der Orte Schlabendorf und Zinnitz. Der Tagebau war mit seinen ca. 3.300 Hektar Landinanspruchnahme der größte Tagebau im Nordraum des Lausitzer Reviers. Er war auch der längste Tagebau der Lausitz mit rund 7.950 Meter Strossenlänge von der Kohlebahnausfahrt bei Schlabendorf bis zum Südende westlich der Ortslage Bergen. Im Zeitraum von 1975 bis 1977 erfolgte südlich des Ortes Zinnitz die Aufschlussbaggerung. Erstmals wurde 1977 eine Förderbrücke aus dem benachbarten Tagebau in einen zeitgleich aufzuschließenden neuen Tagebau gefahren. Im November 77 begann der Probebetrieb und im Februar 1978 der Regelbetrieb mit zwei Förderbrücken des Typs F 34. Bis zum Auslaufen des Tagebaus im Jahre 1991 wurden insgesamt 171 Millionen Tonnen Rohkohle gefördert. Durch den Tagebaubetrieb wurden auch hier Orte überbaggert. Dazu zählten Gliechow, Pademagk, Stiebsdorf, Presenchen und Wanninchen. Auch wurden große Bereiche land- und forstwirtschaftlicher Flächen, einige Straßenverbindungen, mehrere Fließgewässer und Teile des ehemaligen Schlossparks Fürstlich Drehna und des Gutsparks Schlabendorf in Mitleidenschaft gezogen. Der letzte Kohlezug verließ den Tagebau Schlabendorf-Süd im April 1991. In den Jahren 2006/2007 erfolgte der vollständige Rückbau der Grubenwasserreinigungsanlage (GWRA) westlich des Gutsparks Schlabendorf. Ausgehend vom Becken der GWRA wurde ein Hafen für Segelboote mit einer Anbindung an den Schlabendorfer See errichtet. 

Beginn der Kohleförderung: 1975
Landinanspruchnahme: 3.300 ha
Rohkohlenförderung: 171 Mio. t
Abraumbewegung: 844 Mio. Kubikmeter
Ende: 1991 

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