Schutz vor dem Wasser: Neustädter Haus auf dem Weg zu sicherer Höhe

Senftenberg/ Spreetal OT Neustadt (Spree). Weitere Hausanhebung in Arbeit: Nach fünf erfolgreich verlaufenen Hausanhebungen in der Gemeinde Spreetal schwebt derzeit das Haus der Familie Stürmer im Spreetaler Ortsteil Neustadt seinem neuen Höhenniveau entgegen. Am Mittwoch, dem 22. April 2009 absolvierten die Pressen die erste Etappe von rund 60 Zentimetern. Der nächste Schritt ist das Einbringen von Beton in den unter der Bodenplatte entstandenen Hohlraum. Insgesamt wird das 1999 von Familie Stürmer gebaute Einfamilienhaus mithilfe von hydraulischen Hubzylindern um 1,39 Meter angehoben werden. Der Spreetaler Bauunternehmer Ulrich Wendt hat das Verfahren in die Lausitz geholt. Als Pilotprojekt hat er im Juni sein eigenes Haus heben lassen.

Die LMBV als Projektträger der Braunkohlesanierung und "Sanitäter" bei Grundwasserfragen hat mit dem Eigentümer einen privatrechtlichen Vertrag zur Gefahrenabwehr abgeschlossen und beteiligt sich an der Finanzierung im Auftrag des Bundes und des Freistaates Sachsen, ohne eine Rechtspflicht zu haben. Statt einem notwendig gewordenen Abriss und anschließendem Neubau des Hauses wird hier das Korkenzieher-Prinzip angewendet und die Kraft der Hydraulik ausgenutzt.

Die Anhebung von Häusern stellt eine, mittlerweile erprobte, Einzelfalllösung zur Gefahrenabwehr bei Grundwasserwiederanstieg dar. Die Verfüllung von Kellern oder das Legen von Dränagen sind mögliche Einzelfall-Alternativen. Vorzugsvariante der Sanierer bleiben aber großflächige Lösungen, bei der durch geeignete Maßnahmen, wie Anlegen oder Ertüchtigen von Abflussgräben, das Grundwasser auf einem Niveau eingestellt wird, bei dem Gefährdungen für Gebäude und Medien großräumig ausgeschlossen werden können. Siehe ggf. auch Beitrag im MDR-Sachsenspiegel vom 22.04.2009.

Zurück