Regionalkonferenz zieht vor dem Auftakt zum IBA-Finale eine positive Bilanz der Internationalen Bauausstellung in der Lausitz

Großräschen. Über ein Jahrzehnt lang hat die Internationale Bauausstellung (IBA) Fürst-Pückler-Land den Landschafts- und Imagewandel im einstigen Lausitzer Kohlerevier begleitet. 2010 geht die IBA zu Ende und präsentiert ab 24. April bis in den Oktober hinein ihre Projekte. Auf der Regionalkonferenz der Gemeinsamen Landesplanung Berlin-Brandenburg in Großräschen zogen Infrastrukturminister Jörg Vogelsänger und Verantwortungsträger aus den Südbrandenburger Landkreisen eine gemeinsame Bilanz.

„Die IBA ist auf der Zielgeraden. Sie hat hervorragende Arbeit geleistet und Meilensteine der Entwicklung gesetzt“, sagte Infrastrukturminister Jörg Vogelsänger, auf den IBA-Terrassen, eines von 30 Projekten, das die IBA mit Partnern in die Region gebracht hat. Mit Projekten wie dem Besucherbergwerk F 60, den Biotürmen Lauchhammer, dem Kraftwerk Plessa, der schwimmenden Tauchschule, der Slawenburg Raddusch oder der Landmarke hat sie starke Impulse gesetzt. Minister Vogelsänger: „Die IBA war und ist der kreative Teil der Braunkohlensanierung und damit Garant für eine erfolgreiche Regionalentwicklung“.

Allerdings sei es nicht selbstverständlich gewesen, dass sich die vier Landkreise Spree-Neiße, Dahme-Spreewald, Oberspreewald-Lausitz, Elbe-Elster und die kreisfreie Stadt Cottbus hinter dieses Vorhaben stellten und für die Idee einer IBA kämpften, betonte Holger Bartsch, einst Gründungsmitglied und Landrat im Kreis OSL. „Seit dem Startschuss hat sich das Land finanziell und planerisch immer zur IBA bekannt. Weil ein wesentlicher Teil der Finanzierung über das Verwaltungsabkommen zur Braunkohlesanierung erfolgte, war hier die Gemeinsame Landesplanung Berlin-Brandenburg erster Ansprechpartner“, so Vogelsänger. Mit gut 14 Millionen Euro hat das Land die IBA unterstützt.

Nach Ansicht der Teilnehmer habe der IBA-Prozess das regionale Zusammengehörigkeitsgefühl gestärkt und gezeigt, dass es sich lohnt, gemeinsam eine Idee voranzutreiben. Auch ihre starke identitätsstiftende Wirkung habe zu einem neuen Selbstbewusstsein der Lausitz beigetragen. Der Erfolg in ihrem Wirken als Ideengeberin, Netzwerkerin und Imageträgerin für die Region sei in Zahlen jedoch kaum messbar. „Die größten Wertschöpfungsmöglichkeiten liegen vor allem in der Fortführung des IBA-Gedankens“, so Siegurd Heinze, Landrat im Oberspreewald-Lausitz-Kreis. „Begonnene Projekte müssen zielorientiert weiter gestaltet werden, dann entstehen Innovationskraft, Zukunftsfähigkeit und Alleinstellungsmerkmale, die im Wettbewerb der Regionen einen unschätzbaren Wert bedeuten“, sagte Heinze.

„Keines unserer 30 Projekte fällt ins Leere“, machte IBA-Geschäftsführer Rolf Kuhn deutlich. „Trägerstrukturen und Projektpartnerschaften existieren.“ Doch die kommunalen Träger, regionalen Zweckverbände, Tourismusverbände, Hochschulen und die Energieregion Lausitz-Spreewald stehen in der Verantwortung, die mit der IBA begonnene Ausrichtung fortzuführen. Derzeit werden bereits Gespräche darüber geführt, ob und wie die Projekte Kraftwerk Plessa, Geopark Muskauer Faltenbogen, Cottbuser Ostsee, Wasserreich Spree, die Schwimmende Architektur, die Gubiner Hauptkirche und das Landschaftskunstwerk „Hand“ in Altdöbern in die Energieregion Lausitz-Spreewald und in den Zweckverband Lausitzer Seenland Brandenburg eingebunden und weiter entwickelt werden können.

„Vielleicht ist es hilfreich, dass wir der Region auch Visionen und Planungen hinterlassen“, sagte Kuhn. „Ihre Realisierung könnte eine Brücke in eine Zeit nach der IBA sein, in der die Region die Entwicklung herausragender Projekte mit hoher ästhetischer Qualität weiter vorantreibt.“ Dass die Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft (LMBV) den IBA-Geist bei der Wiedernutzbarmachung der Landschaft lebendig bleiben und die Projektideen in die Sanierungsarbeiten einfließen lassen will, bekräftigte Pressesprecher Uwe Steinhuber.

Die offizielle Staffelstabübergabe der IBA an die Projektpartner wird im Rahmen der Abschlussveranstaltung am 18. September 2010 erfolgen. Quelle: Lausitzer Imagewandel erfolgreich dank IBA - Pressemitteilung des Ministeriums für Infrastruktur und Landwirtschaft und der IBA vom 5. März 2010

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