Auch 2012 wieder Bautreiben an Leipziger Küsten - LMBV-Projekte in Mitteldeutschland und Sanierungsschwerpunkte in 2012

Auch 2012 wieder Bautreiben an Leipziger Küsten - LMBV-Projekte in Mitteldeutschland und Sanierungsschwerpunkte in 2012

Leipzig. Das der LMBV in 2012 zur Verfügung stehende Budget im Sanierungsbereich Mitteldeutschland beläuft sich voraussichtlich – so der Planungsstand am Jahresbeginn - anteilig auf rund 53,2 Mio. Euro. Dies ist rund ein Drittel der insgesamt im Bereich der LMBV vorgesehenen Projektausgaben von 166 Mio. Euro. Damit können auch im mitteldeutschen Revier wesentliche Arbeiten aus dem Vorjahr 2011, in dem rund 63 Mio. Euro in Aufträge und Projekte investiert worden waren, auf ähnlichem Niveau auch in den kommenden Monaten des Jahres 2012 fortgeführt werden.

Die finanziellen Mittel zur Bergbausanierung werden entsprechend dem laufenden Verwaltungsabkommen IV zur Braunkohlesanierung (Zeitraum 2008 -2012) vom Bund und den jeweiligen Bundesländern aufgebracht. Für 2012 werden im Sanierungsbereich Mitteldeutschland in der Grundsanierung rund 25,7 Mio. Euro zur Umsetzung gebracht. Rund 23,5 Mio. Euro werden für Gefahrenabwehrprojekte hinsichtlich des Grundwasser-Wiederanstiegs geplant. Für sogenannte § 4-Vorhaben zur Erhöhung des Folgenutzungsstandards sind 4,0 Mio. Euro in Ansatz gebracht.

Projekte der Grundsanierung nach § 2 VA: Die Baumaßnahmen der LMBV am Sanierungstagebau Zwenkau zur Herstellung einer Hochwasserentlastung der Weißen Elster bei Zitzschen zur Einleitung von Elsterwasser in den Zwenkauer See wurden 2011 planmäßig weitergeführt. Das Projekt beinhaltet die Herstellung eines Abschlagbauwerkes in der Weißen Elster, eines Überleiterbauwerkes und eines Einlaufgerinnes in den Zwenkauer See sowie den Bau einer Brücke im Zuge der B 186 über das Überleiterbauwerk, die bereits Ende Oktober 2011 freigegeben wurde. Die Fertigstellung und Inbetriebnahme des Abschlags- und Überleitbauwerks ist für Mitte 2012 geplant. Über dieses kombinierte Bauwerk ist mit Fertigstellung eine zusätzliche Zuführung von Wasser aus der Weißen Elster zur Flutung des Zwenkauer Sees geplant. Gegenwärtig erfolgt die Erstellung der ingenieurtechnischen Ausführungs- und Vergabeplanung zum Hochwasserausleitbauwerk am Standort Hartmannsdorf, auch als Betriebsauslass Weiße Elster bezeichnet.

Die Erstellung der Planungsunterlagen für die Beantragung der Plangenehmigung für die Baumaßnahme „Vorflutausbindung aus dem Zwenkauer See“ über die kurze Kanalverbindung zwischen Zwenkauer und Cospudener See“, dem sog. Harthkanal wird forciert. Vorbereitend erfolgen ab Januar 2012 die Holzungsarbeiten zur Baufeldfreimachung sowie die bergrechtliche Beantragung der Vorprofilierung des Ablaufgrabens. Mitte 2011 konnte die vom Hainer an den Zwenkauer See umgesetzte Neutralisationsanlage planmäßig in Betreib genommen werden. Bis Ende 2014 werden täglich 26 Tonnen Branntkalk als Kalkmilch-Suspension dem Seewasser zugeführt. Im Bereich des ehemaligen Tagebaus Witznitz erfolgt 2012 zwischen den Bergbaufolgeseen Kahnsdorf und Hain die Herstellung der Gewässerverbindung zur späteren Ableitung des Überschusswassers vom Kahnsdorfer See. Notwendige Baumaßnahmen in den Tagebaufeldern Espenhain zur Gestaltung der Auslaufbucht am Markkleeberger See mit Molen und Grundschwellen zur Anbindung an den Vorfluter „Kleine Pleiße“ wurden bereits realisiert. Mit dem Bauvorhaben „Errichtung eines Auslaufbauwerkes“ zur Ableitung des Überschusswassers aus dem Markkleeberger See sowie zur Sicherung des geforderten ökologischen Mindestabflusses in die Kleine Pleiße wurde im III. Quartal 2011 begonnen; die Fertigstellung ist im II. Quartal 2012 geplant.

In Westsachsen werden die Maßnahmen zur Wasserentsorgung Schuttkippe und Kalkhalde im Jahr 2012 weitergeführt. Auch die Arbeiten zur Wasserhebung Restloch Zechau III und Restloch Haselbach I“ werden auch im Jahr 2012 kontinuierlich fortgeführt. Im Jahr 2012 erfolgen Bodensanierungs- und Abbrucharbeiten an der Tankstelle Lokschuppen. Der zweite Teil der Erkundungs- und Verwahrmaßnahme von untertägigem Bergbau im Bereich IDA-Schacht in Thüringen, die im Jahr 2012 begonnen wurden, dient der Gefahrenabwehr der bei der vorangegangenen Erkundungs- und Verwahrmaßnahme 2009 - 2011 festgestellten Gefährdungen der öffentlichen Sicherheit im Bereich der Bundesstraße 180 und im Gewerbegebiet Kriebitzsch.

Bei Nachterstedt in Sachsen-Anhalt laufen die seeseitige Erkundungen der LMBV auf dem Concordiasee mit drei Pontons sowie die landseitigen Bohrerkundungen weiter. Zielstellung ist, die seeseitige Erkundung im Jahr 2012 abzuschließen. Bis zum Sommer 2012 soll die Erfassung aller wesentlichen Daten abgeschlossen sein und bis Mitte 2013 soll ein Abschlussgutachten vorliegen; parallel dazu erfolgt die Erstellung einer Sanierungskonzeption.

Den Bergbaufolgeseen konnten 2011 insgesamt mehr als 67 Mio. m³ Flutungswasser zugeführt werden, davon ca. 36 Mio. m³ in der Lausitz und 31 Mio. m³ in Mitteldeutschland. Das im Lausitzer und mitteldeutschen Revier vorhandene Wasserdefizit verringerte sich damit von ursprünglich 12 auf knapp 4,1 Mrd. m³. Dem Geiseltalsees wurden von Januar bis April 2011 knapp 14 Mio. Kubikmeter Wasser zugeleitet. Der See hat Ende April 2011 seinen Endwasserstand erreicht. Momentan arbeiten wir gemeinsam mit den Behörden daran, eine Teilnutzung des Sees im Frühjahr zu ermöglichen. Aktive Flutungen erfolgten nur noch im Südraum Leipzig in den ehemaligen Tagebauen Espenhain mit dem Störmthaler See und Markkleeberger See und bei Zwenkau. Hier wurden 2011 insgesamt rund 15,1 Mio. Kubikmeter Wasser aus dem MIBRAG-Tagebau Profen eingeleitet. Ende 2012 werden Störmthaler/Markkleeberger See voraussichtlich die Endwasserstände erreichen; knapp 8 Mio. Kubikmeter Wasser aus dem Tagebau Profen werden 2012 vorrangig in der Störmthaler See fließen. In den Zwenkauer See werden ca. 7,9 Mio. Kubikmeter Profener Wasser im Jahr 2012 eingeleitet. Der Haselbacher See wurde 2011 mit rund 1,5 Mio. Kubikmeter Wasser aus dem MIBRAG-Tagebau Vereinigtes Schleenhain gestützt. Im Jahr 2012 werden voraussichtlich 2,4 Mio. Kubikmeter Wasser eingeleitet.

Einen weiteren Schwerpunkt der LMBV bilden auch 2012 die Maßnahmen zur Gefahrenabwehr im Zusammenhang mit dem Grundwasserwiederanstieg (§ 3 VA). Zu den Abwehrmaßnahmen beim Grundwasserwiederanstieg im Südraum gehört das Betreiben der Wasseraufbereitungsanlage Borna West, die auch 2012 planmäßig weiter läuft. An der „Adria“ ist der Beginn der Baumaßnahme zur bautechnischen Sanierung eines Kellers in der Mönchereistraße  mit einer Folienaußen- und Innenabdichtung für März 2012 geplant. 2012 sollen jeweils zwei weitere bautechnische Sanierungen von Einfamilienhäusern in Markkleeberg und in Regis-Breitingen zur Ausschreibung und Realisierung kommen. Die Erkundungs- und Verwahrungsmaßnahme Tiefbau „Leipzig-Dölitz“ wurde 2011 weitergeführt und soll im Jahr 2012 abgeschlossen werden.
Im Nordraum, hier vor allem im Stadtgebiet Delitzsch, verlaufen die Gewässerausbaumaßnahmen des Vorfluters Lober planmäßig. Der zuerst begonnene 3. Bauabschnitt konnte auf einer Länge von 830 Metern termingerecht Ende 2011 abgeschlossen werden. Parallel erfolgte die Entnahme der Kolmationsschicht im Lober auf einer Länge von gut drei Kilometern. An über 20 Gebäuden wurden 2011 bauliche Maßnahmen realisiert. Weitere sechs Haussanierungen wurden 2011 begonnen, die 2012 abgeschlossen werden. Die Gebäude wurden durch verschiedene Bauverfahren wie Innen- und Außenabdichtungen, Errichtung einer Weißen Wanne, Kellerverfüllungen sowie durch Hausanhebungen gesichert. 2012 ist beispielsweise die Sanierung von acht weiteren Einzelhäusern durch Hausanhebung bzw. Abriss/Neubau geplant. Hinzu kommen weiterhin Kellersanierungen von acht Einfamilienhäusern, die realisiert werden sollen. Weitere Schwerpunktmaßnahmen laufen in Sachsen-Anhalt u. a. auch in Zschornewitz, Zscherndorf und Bitterfeld.
 
Wesentliche Aufgaben der LMBV sind auch die Umsetzung von sog. § 4-Projekten. Im Südraum Leipzig konnte am 11. Juli 2011 nach Fertigstellung des Schleusenbauwerkes am Connewitzer Wehr in der Pleiße die erste gewässertouristische Verbindung zwischen dem Bergbaufolgesee Cospuden und der Innenstadt Leipzig, der so genannte Kurs 1, mit einem Volksfest eröffnet werden. Zwischenzeitlich wurden über 12.000 Boote geschleust. Im künftigen Gewässerverbund zwischen Störmthaler und Markkleeberger See erfolgt seit dem Frühjahr der Bau der Kanuparkschleuse; die Arbeiten umfassen die Errichtung eines Schleusenbauwerkes einschl. der beidseitigen Kanalanbindungen und der Außenanlagen. In 2012 folgen die Baugrubenverfüllung, der Stahlwasserbau und der Einbau der EMSR-Technik, der Wegebau und der Bau der Vorhäfen; die Fertigstellung ist im III. Quartal 2012 geplant. Die Bauleistungen für den Bergbau-Technik-Park an der BAB 38 sind abgeschlossen, im Mai 2011 erfolgte die Übergabe an den Verein. Eine Eröffnung ist im Frühjahr 2012 geplant.

Am Störmthaler See konnten im Frühjahr 2011 die Restarbeiten sowie Prüfungen und Abnahmen von Sachverständigen und der Unteren Wasserbehörde an der Schwimmenden Kirche abgeschlossen und das Bauwerk an die Gemeinde Großpösna übergeben werden. Seit Anfang Juni 2011 steht die VINETA, die vom Krystallpalast Leipzig betrieben wird, für Interessierte offen. Weitere Erschließungsmaßnahmen an den Witznitzer Seen, wie der Bau vom Hafen, des Strandes und eines Parkplatzes in der Lagune Kahnsdorf sowie eines Schiffsanlegers und der Straße am Nordufer des Hainer Sees erfolgen 2012. Auch im Nordraum wird es weitere Planungen und Arbeiten für den Werbeliner und Schladitzer See geben. 2012 steht der Bau des Sportstrandes in der Schladitzer Bucht am Schladitzer See an. Am Werbeliner See läuft gegenwärtig die Ausführungsplanung für den nördlichen und östlichen Straßenanschluss mit Parkplatz; Baubeginn soll noch im Jahr 2012 sein. Darüber hinaus erfolgen weitere Planungsleistungen für einen Strandausbau am Seelhausener See sowie für Infrastrukturmaßnahmen beiden Seen.

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