20 Jahre Forschungsinstitut für Bergbaufolgelandschaften - FIB e.V. wichtiger Partner in der Braunkohlesanierung

Finsterwalde/Potsdam. Mit einer Festveranstaltung im Beisein von Brandenburgs Raumordnungsminister Jörg Vogelsänger begeht das Forschungsinstitut für Bergbaufolgelandschaften (FIB e.V.) am 13. Juni 2012 sein 20jähriges Jubiläum. Die Erarbeitung wissenschaftlicher Grundlagen und anwenderorientierten Lösungen für die Bergbaufolgelandschaften machen das FIB zu einem wichtiger Partner in der Braunkohlesanierung“, stellt Vogelsänger in seinem Grußwort heraus: „Mit seiner erfolgreichen Arbeit und seiner wissenschaftlichen Kompetenz macht das FIB den Namen der Stadt Finsterwalde weit über die Grenzen der Region hinaus bekannt. Der Erhalt des traditionsreichen Forschungsstandorts Finsterwalde und der Aufbau des Forschungsinstitutes für Bergbaufolgelandschaften in den Wendejahren forderte von allen Beteiligten große Anstrengungen, oft auch Entbehrungen mit einem hohen Zeitaufwand.“

Das FIB wurde nach erfolgter Evaluierung durch den Wissenschaftsrat in 1991 als Institut der außeruniversitären Agrarforschung (Mehrländerinstitut) unter seinem ersten Direktor Prof. Dr. Joachim Katzur in Nachfolge bestehender DDR-Einrichtungen gegründet. Als Abteilung Bergbaufolgelandschaften des Institutes Landschaftsforschung und Naturschutz Halle war der Standort Finsterwalde ein wesentlicher Bestandteil der außeruniversitären Agrarforschung im Bereich der ehemaligen Akademie der Landschaftswissenschaften der DDR. Das Institut wird heute durch Brandenburger Ministerium für Infrastruktur und Landwirtschaft und mit einem kleineren Betrag durch das sächsische Agrar- und Umweltministerium gefördert.

Zu den Forschungsergebnissen gehören die wissenschaftlichen Grundlagen und Konzepte, mit deren Hilfe Rohböden zu ertragssicheren, vielfältig nutzbaren Pflanzenstandorten entwickelt werden können. Oder in den Fragen zum Aufbau und der Entwicklung von Waldökosysteme auf Kippen und Halden.
Etliches gilt es noch zu untersuchen. Hier nenne ich nur das Thema Grundwasserneubildung und Grundwasserqualität. Ein besonderes Problem bildet ja die Oxidation der in Bergbauhalden und –kippen enthaltenen Eisensulfide, die zu einer starken Versauerung und hohen Salzkonzentration auch der betroffenen Oberflächengewässer führt. 

Hintergrund:

Weg frei für weitere fünf Jahre bergbauliche Sanierung in der Lausitz 

Das Kabinett hat am 5. Juni dem Bund-Länder-Entwurf für ein Verwaltungsabkommen Braunkohlesanierung für die Jahre 2023 – 2017 (VA V) dem Entwurf des Verwaltungsabkommen zugestimmt. Für die ostdeutschen Braunkohlereviere sollen von 2013 bis 2017 rund 1,3 Milliarden Euro eingesetzt werden. 590 Millionen davon werden in die Brandenburger Bergbausanierung fließen. Von diesen 590 Millionen wird das Land 220 Millionen selbst tragen.
Darin sind 50 Millionen insbesondere für die touristische Entwicklung des entstehenden Lausitzer Seenlands enthalten. Vogelsänger: „Eine gute Botschaft für die Lausitz und eine solide Grundlage für die nach wie vor dringend notwendigen Sanierungsarbeiten. Ein wichtiges Signal für die weitere Entwicklung der Laussitz und ein Beitrag für Wirtschaft und Beschäftigung in der Region.“ Priorität in den nächsten Jahren hat die Sicherheit der Bergbauflächen auf höchstmöglichem Niveau und eine möglichst hohe Reduzierung der Auswirkungen und Belastungen für die Menschen in der Lausitz, insbesondere in Zusammenhang mit dem bergbaubedingten Grundwasserwiederanstieg. Quelle: PM des MIL vom 12.06.2012

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