LMBV-Geotechniker: Unterschiede zwischen Lieske und Nachterstedt berücksichtigen

Senftenberg. Die LMBV hat das Greenpeace-Gutachten zu Geotechnischen Problemen beim geplanten Braunkohletagebau Welzow-Süd II im Zusammenhang mit der Dichtungswand speziell im Raum der Ortslage Lieske zur Kenntnis genommen.

„Die Parallelen zum Böschungsbruch von Nachterstedt sowie zu den aktuellen bodenmechanischen Instabilitäten auf den Innenkippen des Lausitzer Reviers sind aus fachlicher Sicht völlig unzutreffend und nicht haltbar“, so der zuständige Leiter der Abteilung Geotechnik der LMBV, Eckhard Scholz.

Scholz benennt zwei gravierende Unterschiede. Das geotechnische Ereignis Nachterstedt ereignete sich auf einem Altkippenmassiv, welches im Zuge des Braunkohleabbaus Anfang des vergangenen Jahrhunderts hergestellt wurde. Des Weiteren ist dieses Gebiet im näheren Umfeld durch ein sehr umfangreiches Unter-Tage-Altstreckensystem geprägt, dessen Existenz bzw. Zustand über einen Zeitraum von ca. 150 Jahren nur teilwiese übermittelt sowie dokumentiert ist. Auch die aufgeführten aktuellen bodenmechanischen Probleme in der Lausitz stellen sich ausschließlich auf Innenkippen dar.

Die Ortslage Lieske befindet sich dagegen auf gewachsenen, d. h. nicht durch den Tagebau beanspruchte Flächen. Im Süden befinden sich die ehemaligen Braunkohletagebaue Sedlitz, Skado, Bluno sowie Spreetal, deren Nordböschungen ausschließlich gewachsene Böschungsstrukturen aufweisen. Nach Abschluss der Bergbausanierung werden diese Böschungen eine hohe Dauerstandsicherheit besitzen.

Im Rahmen des Betriebsplanverfahrens „Dichtwand Tagebau Welzow-Süd“ hat sich LMBV intensiv beteiligt, so Scholz weiter. Bei der Dichtwand handelt es sich dabei um eine Technologie, welche bereits in Praxis umfangreiche Anwendung fand. So wurde im ehemaligen Tagebau Berzdorf unmittelbar im Grenzbereich zu Polen eine Dichtungswand von 5,5 km Länge und bis zu 60 m Tiefe aufgefahren.

Mit der Dichtungswand wurden insbesondere Einflüsse des Braunkohlebergbaus auf polnisches Gebiet sowie den Grenzfluss Lausitzer Neiße unterbunden. Durch umfangreiche Monitoringmaßnahmen wurde die Dichtungswand fachmännisch begleitet. Zu keiner Zeit wurden Instabilitäten oder Bewegungsaktivitäten auf dem Sicherheitspfeiler  zwischen offenen Tagebau und Dichtungswand registriert. All die gesammelten Erfahrungen und Erkenntnisse sind in die Stellungnahmen der LMBV eingeflossen.

„Die Dichtungswand ist eine bewährte bergtechnische Technologie. Gefahren, wie teilweise im Gutachten dargestellt, sind weder für die Ortslage Lieske noch für die in Verantwortung der LMBV befindlichen Bergbaubereiche zu erkennen“ fasst der Abteilungsleiter Geotechnik noch einmal zusammen. 

Zurück