Inbetriebnahme Auslaufbauwerk Goitzschesee

Letzte größere Sanierungsarbeiten am Goitzschesee sind abgeschlossen

Bitterfeld. Bereits im Januar 2004 hat die LMBV mbH mit dem Bau eines freien Abflusses für den Großen Goitzschesees begonnen. Diese letzte größere Sanierungsmaßnahme konnte im Dezember 2006 mit der technischen Abnahme abgeschlossen werden. Bis heute wurden über fünf Kilometer des Leinebettes ausgebaut, verbreitert und vertieft. Dabei wurden ca. 200.000 Tonnen an Erdmassen und Schlamm ausgehoben und entsorgt. Rund 45.000 Tonnen Wasserbausteine wurden zur Böschungsstabilisierung verbaut, 54.000 m² Geotextil verlegt, um die Böschungen vor anströmendem Grundwasser zu sichern. Drei Brückenfundamente wurden im Zuge der Leinevertiefung gesichert, dabei die aus dem 19. Jahrhundert stammende Berliner Brücke. Zwei neue Brücken sind gebaut – eine im Bereich der Gartenanlage Goldene Aue und die Brücke über den Ablaufgraben. Eine dritte, die Bernsteinbrücke ist ein gemeinsames Ergebnis der IPG Stadtentwicklungsgesellschaft Bitterfeld und der LMBV. Auch der Auslaufgraben zur Leine mit einem Regelbauwerk ist fertiggestellt. Damit sind die Voraussetzungen für einen nachsorgefreien Wasserhaushalt „der Goitzsche“ geschaffen. Die Pumpstation am Flutungsbauwerk Mühlbeck hat ausgedient und wurde zurückgebaut.

Drei Kubikmeter überschüssiges Wasser können pro Sekunde im Durchschnitt künf-tig vom Großen Goitzschesee über die Leine in die Mulde abfließen. Dies beinhaltet auch die Überschusswässer aus den südlichen Tagebaurestlöchern – dem Neuhauser See und dem Holzweißiger Seenkomplex – die über ein Grabensystem dem Großen Goitzschesee zuströmen.
Zudem wird über das ausgebaute Leinebett das gehobene Grundwasser aus einigen Stadtteilen Bitterfelds abgeführt. Am 14. Februar 2007, 13:00 Uhr wird Dr.-Ing. Mahmut Kuyumcu, Vorsitzender der Geschäftsführung der LMBV mbH den Knopf zum Hochfahren des Schiebers drücken, um das Bauwerk in Dauerbetrieb zu nehmen.

Die Sanierungsleistungen wurden in einer Höhe von ca. 10 Millionen € vom Bund und dem Land Sachsen-Anhalt finanziert.

Zum Hintergrund:

Die Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft mbH (LMBV) ist seit 1994 als Projektträgerin für die Wiedernutzbarmachung der nicht privatisierten Braunkohleareale im Auftrag des Bundes und der ostdeutschen Braunkohleländer tätig.

Die LMBV betreut 172 Bergbaufolgeseen mit einer Gesamtfläche von 29.883 Hektar. Davon liegen 111 in der Lausitz (16.446 Hektar) und 61 in Mitteldeutschland (12.390 Hektar).

Davon werden mit Fremdwasser insgesamt 46 Seen geflutet (18 in Mitteldeutschland und 28 in der Lausitz). Bei 8 Seen ist die Flutung bereits abgeschlossen und 8 Seen werden noch zur Flutung vorbereitet. Darunter befinden sich neben dem Ilse-See der künftige Zwenkauer See südlich von Leipzig, der Lichtenauer See, der Heide-See, der Kahnsdorfer See – diese alle Brandenburg – sowie der Lugteich, der Kortizmühler See und der Graureiher See in Sachsen. Die Goitzsche ist eines der größten Sanierungsprojekte in Sachsen-Anhalt.

Durch Grundwasserwiederanstieg entstehen bzw. sind 72 Seen. (42 in der Lausitz; 30 in MD) entstanden. Bei weiteren 54 Tagebaurestlöchern ist der Grundwasserwiederanstieg bereits abgeschlossen, davon liegen 13 in Mitteldeutschland und 41 in der Lausitz.

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