Braunkohlesanierung kommt voran: Neu entstehende Wasser-, Industrie- und Naturflächen rücken in den Mittelpunkt

Berlin/Partwitz. Das Jahr 2003 war für die Projektträgerin der Braunkohlesanierung im Osten Deutschlands, die Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft mbH (LMBV), ein erfolgreicher Abschnitt auf dem noch zu absolvierenden Weg. Der Vorsitzende der Geschäftsführung, Dr.-Ing. Mahmut Kuyumcu betonte, dass „die Lausitz und Mitteldeutschland durch das kontinuierliche Wirken der Sanierungsbergleute weiter an Attraktivität gewonnen haben. Die Ergebnisse der aufwendigen Bergbausanierung werden für die Menschen in den Regionen immer greifbarer und nutzbarer. Die Braunkohlesanierung erweist sich damit als eine deutsche Erfolgstory auch mit internationaler Ausstrahlung.“

Die Braunkohlesanierung war auch im Jahr 2003 nicht eines Mannes Werk: unzählige Partner in den Sanierungsfirmen, Ingenieurbüros, Arbeits-, Berg- und Umweltämtern, Behörden, dem Steuerungs- und Budget- sowie den Braunkohleausschüssen haben zu einem erfolgreichen Etappenziel beigetragen. Insgesamt rund 7,1 Mrd. Euro sind seit 1990 zielgerichtet in die Sicherung der stillgelegten Tagebaue und weiterer notwendiger Arbeiten zur Wiedernutzbarmachung geflossen. Rund vier Fünftel aller Arbeiten, insbesondere die Böschungssicherung und Kippenverdichtung, die Abraummassentransporte und -anschüttungen sowie der Abriss von nicht mehr benötigten Brikettfabriken und Kraftwerken sind bereits erledigt.

Bei den Abbruch- und Demontagearbeiten sind nur noch sieben Prozent zu erledigen. Ähnlich groß ist das Verhältnis der den Massenbewegungen – noch ein Zehntel der Leistungen sind hier zu erbringen. Bei den Verdichtungsarbeiten sind noch 16 Prozent der Arbeiten zu leisten. Bei der reinen Rekultivierung, die ja in der Regel am Ende der Sanierung steht, sind 62 Prozent erreicht. In der Altlastensanierung sind jetzt bereits ca. die Hälfte der Projekte abgearbeitet. Was sind aus Sicht der LMBV wichtige Kenziffern der Braunkohlesanierung des Jahres 2003?

· Rund 60 Millionen Kubikmeter Abraummassen wurden in 2003 bewegt.
· Ca. 100.000 Tonnen Anlagen wurden demontiert und verschrottet.
· Rund 37 Mio. Kubikmeter Kippen wurden verdichtet und damit gesichert.
· 440 Hektar Flächen wurden zur Nachnutzung für Land- und Forstwirtschaft
  vorbereitet.
· 360 Mio. Kubikmeter Wasser wurden gehoben und gereinigt.
· 60 Kilometer neue Wirtschaftswege wurden gebaut.
· 3,5 Mio. Bäume wurden gepflanzt, davon zwei Drittel Laubbäume.
· An 34 von 46 größeren Bergbaufolgeseen wurde bisher die Flutung begonnen.
· Das Grundwasserdefizit von ehemals 12,7 Mio. wurde auf 5,5 Mio. Kubikmeter
  verringert.
· Rund 8.000 Hektar wurden durch Veräußerung einer neuen Nutzung zugeführt.

„Die Sanierung des gestörten Wasserhaushalts durch die Flutung unserer Tagebauseen rückte mehr in den Mittelpunkt der verbleibenden Arbeiten,“ unterstrich Kuyumcu. „Dies stellte neue Herausforderungen an die Geologen, Hydrologen und Bergbauingenieure der LMBV.“

Am 30. Juni 2003 hat die LMBV die Flutung des Geiseltalsees mit Wasser aus der Saale gestartet. Er wird der größte See Sachsen-Anhalts und das größte künstliche Gewässer Deutschlands werden. Am 13. September 2003 begann auch die Flutung des Störmthaler Sees südlich von Leipzig mit Wasser aus aktiven Tagebauen. Bedingt durch den trockenen Sommer des Jahres 2003 konnte die Flutung der Tagebauseen in der ohnehin wasserarmen Lausitz jedoch nicht gänzlich im geplanten Umfang fortgesetzt werden. Der für Mai 2003 geplante Start der Flutung des Tagebaues Berzdorf mit dem Wasser der Neiße musste wegen der extrem niedrigen Wasserführung auf den 18.02.2004 verschoben werden. Das langfristige Ziel, einen sich weitestgehend selbst regulierenden Wasserhaushalt in den betroffenen Revieren wieder herzustellen, bleibt uneingeschränkt bestehen. Die daran beteiligte Flutungszentrale Lausitz (FZL) hat ihre Aufgaben zur Zufriedenheit ihrer Auftraggeber umsetzen können.

Von besonderer Bedeutung ist auch die Verabredung der LMBV mit Brandenburg und Sachsen, im Jahr 2004 festzulegen, welche Bergbaufolgeseen von den Ländern bzw. von Kommunen übernommen werden. Vor diesem Hintergrund wurde der Verkauf von künftigen Ufer- und Wasserflächen durch die LMBV zunächst zurückgestellt. Die weitere Vermarktung und der Verkauf der sonstigen neu gestalteten Landschaften kommen zügig voran. Eine Vielzahl von Verkäufen zum Verkehrswert konnten 2003 durch die Aufsichtsgremien genehmigt werden. Käufer waren Kommunen, Naturschutzverbände, Stiftungen und Private.

Die Braunkohlesanierung hat die in sie gesetzten beschäftigungspolitischen Erwartungen ebenfalls erfüllt. Mehrere tausend Menschen haben in der Bergbausanierung eine anspruchsvolle, wenn auch zeitweilige, Beschäftigung gefunden. Insgesamt lag die Gesamtbeschäftigungswirkung der Bergbausanierung im Jahresdurchschnitt bei rund 7.600 Arbeitsplätzen. Rund 1.200 Ingenieure, Immobilienwirte und Kaufleute waren zum Jahresende 2003 in der LMBV an fünf Standorten beschäftigt. Diese Zahl schließt die zur Zeit 260 Auszubildenden ein. Trotz rückläufiger Beschäftigtenzahlen hat das Unternehmen LMBV auch im Jahr 2003 wieder Jugendliche erfolgreich ausgebildet. 50 neue Ausbildungsplätze werden im Laufe des Jahres 2004 besetzt.

Der LMBV-Chef zog abschließend folgendes Fazit: „Die Braunkohlesanierung ist, wie die in 2003 erzielten Leistungen und Ergebnisse veranschaulichen, eine lohnende Investition in die Zukunft, erhalten doch damit die ehemaligen Braunkohleregionen eine ökologisch nachhaltige und ökonomisch chancenreiche Perspektive.“

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