LMBV: Antworten auf Bürgeranfragen zum Rusendorfer See und zum Restloch Falkenhain

Rusendorfer See und Restloch Falkenhain im Fokus

Leipzig: Die LMBV-Unternehmenskommunikation hat auf Bürgeranfragen zum Rusendorfer See und zum Restloch Falkenhain nachfolgende Antworten geben können:

Rusendorfer See

Der Rusendorfer See befindet sich südlich der Ortslage Falkenhain und erinnert an an Rusendorf. Der Ort Rusendorf ist ein durch Braunkohleabbau des Tagebaus Phönix-Falkenhain zwischen 1927 und 1933 wüst gefallenes Dorf zwischen Lucka und Meuselwitz. Seine Flur gehört heute zum Ortsteil Falkenhain der Stadt Meuselwitz im Landkreis Altenburger Land in Thüringen. Bis 1942 devastierte der Tagebau Phönix-Falkenhain die Gegend südlich und östlich von Falkenhain. Nach der Renaturierung der Bergbaufolgelandschaft befindet sich die ehemalige Ortslage geografisch gesehen im Rusendorfer See.

Der Seeboden des künftigen Rusendorfer Sees und auch seine Uferbereiche bestehen zu großen Teilen nicht aus gewachsenen geologischen Schichten oder verkippten Erdstoffen, sondern aus Schwemmfächern eingespülter Reststoffe der früheren Kraftwerke und Brikettfabriken. Sowohl Asche als auch Kohletrübe wurden beim Einbau nicht verdichtet und haben auch Jahrzehnte nach ihrer Ablagerung noch keine feste Konsistenz erreicht. Dies könnte beim Betreten zu Gefährdungen für künftige Nutzer führen, weshalb auf absehbare Zeit nicht vorgesehen ist, den See - der seinen endgültigen Wasserspiegel erst in Jahrzehnten erreicht - oder seine Uferbereiche zugänglich zu machen. Er bildet ein Refugium für den Naturschutz und soll in dieser Funktion auch erhalten bleiben. Rusendorfer See - Archivfoto der LMBV von Bernd-Stephan Tienz

Restloch Falkenhain

Ab 1905 entstanden südlich von Falkenhain mehrere Tagebaue. Das Dorf Falkenhain selbst ist ein Ortsteil von Meuselwitz im Landkreis Altenburger Land in Thüringen. Mit Beschluss des preußischen Staatsministeriums wurde die Landgemeinde Rusendorf im Kreis Zeitz am 1. Oktober 1932 nach Falkenhain eingemeindet. Durch den 1962 erfolgten Aufschluss des Tagebaus Phönix-Nord im Nordwesten des Orts drohte dem Großteil von Falkenhain das gleiche Schicksal der Devastierung wie dem Ort Rusendorf. Durch das auf staatliche Entscheidung erfolgte Zurückfahren und Stillsetzen des Tagebaus Phönix-Nord im Jahr 1968 wurde Falkenhain von der Überbaggerung verschont.

Das nahegelegene Restloch Falkenhain wurde von der LMBV in den Jahren 2002 bis 2003 saniert. Bei dieser Gelegenheit wurde auch die dort vorhandene Deponie gesichert. Ab dem Jahr 2003 fanden auf Teilflächen zudem Aufforstungen statt. Heute ist das ca. 9 Hektar große Grundstück, auf dem sich der See befindet, nicht mehr Eigentum der LMBV, es wurde verkauft. Insofern Bäume gefällt wurden, geschah dies auf Veranlassung des neuen Eigentümers.

In den See, der sich im Restloch gebildet hat, mündet kein Bach. Der Wasserspiegel wird also allein vom Grundwasserstand gespeist und unterliegt deshalb starken Schwankungen in Abhängigkeit vom Niederschlagsgeschehen. Meist schwankt er zwischen +153 und +155 m NHN, ein Absinken nach den beiden eher trockenen Jahren 2015 und 2016 ist normal. Eine Begrenzung nach unten existiert nicht. Allerdings gibt es auf der Höhe +161 m NHN einen Notüberlauf zum Rainbach, mit dem ein Ausufern in Richtung der Ortslage, Straße etc. vermieden wird. Dieser ist bisher nur einmal im August 2002 im Ergebnis der damaligen Starkniederschläge angesprungen. (Stand 17.02.2017)

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