LMBV: Betreiben eines Sanierungsschiffes für noch saure Bergbaufolgeseen in der Lausitz ausgeschrieben

Schubschiff und Leichter sollen zur Neutralisation von Bergbaufolgeseen eingesetzt werden

Senftenberg. Zur Erstneutralisation und zur Nachsorge von noch versauerten oder noch leicht sauren Tagebaurestgewässern in der Lausitz in Brandenburg und Ostsachsen ist das Einbringen von Neutralisationsmittel auch mittels eines von der LMBV konstruierten und beauftragten Sanierungsschiffes vorgesehen. Ab diesem Sommer will die bundeseigene LMBV ein eigenes Schiff einsetzen. Zum Betreiben dieses Gewässerbehandlungsschiffes (GWBS) wurde Ende 2015/Anfang 2016 eine Ausschreibung vom Bergbausanierer vorgenommen. Es soll eine Rahmenvereinbarung mit Standardleistungen und Abrufleistungen nach Leistungskatalog mit einer Betreiberfirma geschlossen werden.

Zu den abgefragten Leistungen gehören das Einrichten, Vorhalten und Beräumen der Baustelle; das Betreiben des Gewässerbehandlungsschiffes; das Liefern, Transportieren und Umschlagen von Neutralisationsmittel; die Beweissicherung sowie Dokumentation des Schiffsbetriebes, die Gewährleistung der öffentlichen Sicherheit sowie das Ein- und Ausheben einschließlich notwendiger Transporte des GWBS. Auch die Wartung und Reparatur des GWBS bis hin zum Wachschutz gehören zum Leistungsumfang. Der Laufzeitbeginn der Leistungen ist auf den 01.06.2016 datiert. Der Vertrag soll zunächst bis 31.12.2017 laufen.

Der Bau des Spezialschiffes für die Gewässerbehandlung war 2014 europaweit ausgeschrieben worden. Es wird derzeit in einer Werft gebaut. Das GWBS soll aus einem Schubschiff und zwei separaten Leichtern bestehen. Das Schubschiff ist als Katamaran ausgebildet. Auf dem befinden sich laut Ausschreibung neben der üblichen Ausstattung für Arbeitsschiffe auf Binnengewässern als wesentliche Merkmale ein höhenverstellbares Steuerhaus-Oberteil, ein Labor- und Arbeitsraum, eine Bordtoilette sowie der Generator zu Energieerzeugung für die Anlagentechnik und am Heck ein Hydraulikkran.

Die beiden identisch gebauten Leichter werden ein Fassungsvermögen von je 25 Kubikmetern und die Technik haben, um Kalksteinmehl, Kalkhydrat bzw. Branntkalk während der Fahrt unter Wasser auszubringen. Die Beladung eines Leichters erfolgt von Land aus über Silofahrzeuge, während der Inhalt des anderen ausgebracht wird. Prinzipiell soll so häufig ein Wechsel der Leichter möglich sein. Schubschiff und Leichter werden aus seewasserbeständigem Aluminium gefertigt und mit einer säurebeständigen Schutzschicht versehen. Und die Abmaße sind so festgelegt, dass Schubschiff und ein Leichter zusammen auch durch die Schleusen, Brücken und Tunnel im Lausitzer Seenland passen.

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