LMBV: Erste Wetland-GWRA offiziell in Betrieb gegangen

Altstandort Kupferhammer: Innovative Grundwasserreinigung

Leipzig/Röblingen am See. Am Altstandort Kupferhammer hat am 09.07.2019 die erste Wetland-Grundwasserreinigungsanlage der LMBV ihren Betrieb aufgenommen. Pro Tag werden künftig rund 60 Kubikmeter Grundwasser gereinigt. Damit wird die Konzentration der Schadstoffe unter den Grenzwert für Trinkwasser reduziert. Vorausgegangen war ein erfolgreicher dreimonatiger Probebetrieb.

Im Beisein von Vertretern der Financiers, der Behörden, der Gemeinde Seegebiet Mansfelder Land, den Planungsbüros, dem Forschungszentrum und der bauausführenden Firma wurde die innovative Anlage feierlich in Betrieb genommen. Dazu betätigten Grit Uhlig, LMBV-Bereichsleiterin Sanierung Mitteldeutschland, Dr. Peter Sanftenberg, Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft und Energie des Landes Sachsen-Anhalt, Eyk Hasselwander, G.U.T. mbH, Yves Reuter sowie Jens Leonhardt, Züblin Umwelttechnik GmbH symbolisch den Schalter für die Inbetriebnahme der Anlage.

Gemeinsam mit G.U.T., GFI und dem UFZ wurde ein innovatives und kostengünstiges Sanierungsverfahren zur nachhaltigen Reinigung von kontaminierten Grundwasser entwickelt. Das Projekt ist beispielhaft für die erfolgreiche Überführung wissenschaftlicher Erkenntnisse in die Praxis und ist damit über die Landesgrenzen von Sachsen-Anhalt hinaus von Bedeutung.

Bei der Grundwasserbehandlung in vertikalen Bodenfiltern werden kontaminierte Grundwässer durch Mikroorganismen gereinigt. Dabei wird das kontaminierte sauerstoffarme Grundwasser nach dem Prinzip eines Vertikal-Bodenfilters in abgegrenzte sauerstoffreiche Bereiche geleitet. Der biologische Abbau der Schadstoffe kann auf diese Weise erheblich beschleunigt werden. Die Anlage wird ohne Einsatz von Betriebschemikalien betrieben. Ein geringer Personal- und Energieeinsatz führen zu hoher Kosteneffizienz.

Kupferhammer war ein bedeutender Schwelereistandort im Nordraum Mitteldeutschlands, wo von 1862, beginnend mit der Schwelerei Auguste, bis 1945 mit Schließung der Ottilie-Kupferhammer II, Braunkohle verschwelt wurde. Der Boden und das Grundwasser wurden teilweise stark mit Schadstoffen belastet. Die Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft erhielt Anfang der 1990er Jahre den Auftrag, die stillgelegten Anlagen zurückzubauen und die Altlasten im Untergrund zu beseitigen.

LMBV-Flyer_Grundwasserreinigung_Kupferhammer.pdf (PDF 921,0 KiB)

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