LMBV: Kohlebahnbrücke bei Schwarzkollm wird schrittweise an zwei Wochenenden zurückgebaut

500-Tonnen-Mobilkran kommt zum Einsatz / Bahnstrecke dafür gesperrt

Senftenberg/Schwarzkollm. Eine ehemalige Kohlebahnbrücke bei Schwarzkollm, die die Bahnstrecke Hoyerswerda-Lauta überspannt, wird an den kommenden beiden Wochenenden schrittweise zurück gebaut.

Hierfür ist die LMBV in Zusammenarbeit mit der DB AG aktiv. Die Bergbausanierer von der LMBV hatten bereits vor längerer Zeit bei der Deutschen Bahn Streckensperrungen für den Rückbau dieser Kohlebahnbrücke beantragt. Ursprünglich sollte der gesamte Brückenkörper mittels einer Stahlkonstruktion in nördlicher Richtung heruntergezogen werden. Auf Grund ökologischer Vorgaben wurde die Technologie kurzfristig geändert.

Die beauftragte Firma hat zunächst von Freitagabend (20.10.) bis Montag (23.10.) früh um 4 Uhr Zeit, den südlichen Teil der Betonstahl-Brücke abzureißen. Dazu kommt ein 500-Tonnen-Mobilkran zum Einsatz. Dieser hält das südliche trogförmige Betonbrückenteil mit etwa 160 Tonnen Gewicht und 12 Meter Länge für die nötigen Zerlege- und Sägearbeiten, bevor diese abgelegt werden können. Das 12 Meter lange Brückenteil wird erst eine Woche später zwischen dem 27. und 30. Oktober mit einer anderen Technologie rückgebaut. Hier werden Kettenbagger, ausgestattet mit Hydraulikhammer und Betonschere die Rückbauarbeiten durchführen.

Beauftragt ist dafür die Firma Baggerbetrieb Burkhardt aus Thonhausen. Sie begann im August mit der Baufeldberäumung. Hierbei musste ein Schutzwall auf dem Gelände des Steinbruches Schwarzkollm zurück gebaut und eine Kranaufstellfläche hergerichtet werden. Aktuell wird im nördlichen Brückenbereich der ehemalige Bahndamm geholzt und gerodet. Dazu war in den letzten Tagen schon eine halbseitige Straßensperrung mit Ampelregelung notwendig um die entsprechende Baustellenzufahrt zur B 96 zu sichern.

Bis Ende März 2018 sollen in diesem Bereich alle Rückbauarbeiten abgeschlossen sein. Denn es muss nicht nur die Brücke entfernt werden. Auch ein 700 Meter langer stillgelegter Gleisabschnitt neben der doppelgleisigen Bahnlinie ist zurück zu bauen und der Rest des angrenzenden Bahndamms abzutragen. Immerhin sind knapp 8.000 Kubikmeter Erdmassen abzutransportieren.

Damit wird eine der letzten verbliebenen Grubenbahnbrücken beseitigt. Die Schmalspur-Kohlegrubenbahnen im Lausitzer Revier hatten schon bald nach der Deutschen Einheit ausgedient. Für die touristische Erschließung der Lausitz konnte sie aus Kostengründen nicht erhalten werden. Gleisbett und Brücken wurden deshalb schon 2003 größtenteils zurück gebaut. Heute existieren in der Lausitz im Bereich der LEAG-Tagebaue (ehemals LAUBAG bzw. Vattenfall) nur noch normalspurige Kohlenbahnnetze. Die schmalspurigen Gleisanlagen wurden zwischen 1991 und 2005 komplett stillgelegt und zurück gebaut, so auch die Lausitzer Grubenbahn.

2001 hatte man den Gleisabschnitt zwischen dem einstigen Haltepunkt Auerhahn an der B 97 und der B 96 bei Schwarzkollm zurück gebaut. Zwei Jahre später wurde auch die Grubenbahnbrücke über der Straße abrissen. Die nur wenige Meter entfernte Brücke über der Bahntrasse blieb bisher stehen.

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