LMBV: Seen-Kleeblatt im Süden Leipzigs komplett - Nutzen des Zwenkauer Sees im Großteil möglich

Ein weiterer Schritt für die LMBV, ein großer Schritt für die Zwenkauer Region

Senftenberg/Leipzig/Zwenkau. Mit dem rund 960 Hektar großen Zwenkauer See wird ab dem 9. Mai 2015 ein weiterer großer Bergbaufolgesee im Südraum Leipzig für die Öffentlichkeit nutzbar. Mit den neun größeren LMBV-Gewässern sind damit zusammen fast 3.600 Hektar neue Wasserflächen südlich von Leipzig entstanden. „Die Seenmacher der LMBV haben viel Knowhow und Arbeit in das entstehende Leipziger Neuseenland gesteckt“, so Klaus Zschiedrich, Vorsitzender der Geschäftsführung der LMBV. Wiedernutzbarmachung, Flutung und Rekultivierung der ehemaligen Braunkohlentagebaue in Mitteldeutschland und in der Lausitz – das sind die wesentlichen Aufgabenbereiche der LMBV. Dabei entstehen völlig neue Landschaftsqualitäten, so auch im Bereich des ehemaligen Tagebaus Zwenkau, wo heute der gleichnamige Bergbaufolgesee der LMBV schon maritimes Flair verbreitet.

„Nach 15 Jahren ist das ‚Seen-Kleeblatt‘ im Süden Leipzigs nun komplett“, so der LMBV-Chef Zschiedrich. Zum Kleeblatt gehörten der Cospudener See, der seit dem Jahr 2000 in Nutzung ist, der Markkleeberger See, der im Sommer 2006 für die Öffentlichkeit freigegeben werden konnte und der Störmthaler See, dessen Gemeingebrauch 2014 folgte. Im ehemaligen Tagebau Zwenkau begannen 1999 die kontinuierlichen Sanierungstätigkeiten der LMBV und 2007 dann der Auftakt zum Fluten. „Der Dank der Bergbausanierer bei diesem großen Seeprojekt geht heute an alle beteiligten Firmen und Partner, besonders an die Stadt Zwenkau, an den Zweckverband Neue Harth, an die Sächsische Seebad Zwenkau GmbH bzw. weitere Investoren und Akteure vor Ort aber auch an die Financiers vom Bund und Freistaat Sachsen. Bisher wurden Sanierungsleistungen in einem Wertumfang von rund 195 Mio. Euro am Zwenkauer See durch die LMBV erbracht“, so Klaus Zschiedrich.

Der Tagebau Zwenkau, 1921 als Tagebau Böhlen aufgeschlossen, wurde 1999 als letzte Förderstätte der LMBV im mitteldeutschen Revier endgültig stillgelegt. Seit der Einstellung des Braunkohlenabbaus im Raum Zwenkau hat sich der Landstrich südlich von Leipzig grundlegend gewandelt. Standsichere Böschungssysteme von rund 22 Kilometern Länge wurden hergestellt. Das Restloch, das der Bergbau hinterlassen hatte, wird seit dem Jahr 2007 zu einem See mit Hochwasserschutz- und Naherholungsfunktion geflutet. Das Wasser zur Flutung des ca. 960 Hektar großen Bergbaufolgesees kommt dabei über einen rund 60 Kilometer langen Rohrleitungsverbund aus dem MIBRAG-Tagebau Profen.

An den Ufern des Sees entstanden seither im Rahmen der LMBV-Arbeiten naturnahe Bereiche und asphaltierte Wegeabschnitte, ein viel besuchter Ausstellungspavillon am KAP Zwenkau – als Erinnerung an die Abraumförderbrücke AFB 18 -  und nicht zuletzt ein großer Hafen. Bereits seit 2008 fährt das Passagierschiff „MS Santa Barbara“ im Rahmen einer von der LMBV erlaubten Zwischennutzung über das noch nicht vollständig hergestellte Gewässer. Zwischen 2010 und 2012 erfolgte zudem der Bau eines Hochwassereinlaufbauwerks von der Weißen Elster in den Zwenkauer See. Dieses Bauwerk hat bereits wenige Tage nach Fertigstellen seine Bewährungsprobe bestanden, als beim Hochwasser 2013 rund 20 Mio. Kubikmeter aus der Weißen Elster zum Schutz der Stadt Leipzig in den See abgeschlagen werden konnten. Anfang 2015 wurde der vor zwei Jahren begonnene Bau des Hochwasserauslaufbauwerks zur Weißen Elster fertiggestellt und der See ist zu über 90 Prozent gefüllt. Seit dem Jahr 2011 werden gezielt Maßnahmen zum Verbessern der Gewässergüte umgesetzt. Zusätzlich zu einer stationären Neutralisationsanlage am Ostufer des Sees war temporär ein Bekalkungsschiff im Einsatz. Der pH-Wert verbesserte sich dadurch von ursprünglich 2,6 auf fast 7,0.

Neben Restarbeiten im Umfeld sowie dem Verwahren von Filterbrunnen konzentrieren sich die Arbeiten derzeit auf die Baugrundverdichtung im Bereich des künftigen Harthkanals, der auf rund 800 Metern Länge den Zwenkauer See an den Cospudener See anbinden wird. Mit seiner Fertigstellung nach 2018 wird eine weitere Kanal-Vision Wirklichkeit werden. Gemeinsam arbeiten viele regionale Akteure im Leipziger Neuseenland intensiv an der Realisierung eines „Touristischen Gewässerverbundes“ – einer bootsgängigen Verbindung der neu entstandenen Bergbaufolgeseen mit Flüssen und Kanälen der Stadt Leipzig.

Noch vor der Inbetriebnahme dieser letzten wasserbaulichen Anlage inklusive Schleuse und Brücken wird nun am zweiten Maiwochenende 2015 der vorzeitige Nutzungsbeginn für den Großteil des Gewässers erfolgen. Nach einem feierlichen Akt für die Teilfreigabe zum Gemeingebrauch am 9. Mai 2015 gemeinsam mit dem Ministerpräsidenten des Freistaates Sachsen heißt es dann am See neben „Glück auf!“ auch „Schiff ahoi!“. Am 10. Mai 2015 können Besucher die neuen Nutzungsmöglichkeiten auch beim 6. Zwenkauer Hafenfest erleben.

 

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