Tour entlang Gröberner See, Gremminer See und Restloch Golpa IV
Leipzig/Gräfenhainichen. Die Mitglieder des Aufsichtsrats der LMBV befuhren am 27. August 2026 im Rahmen ihrer jüngsten Sitzung das mitteldeutsche Revier. Erstmals nahm daran Annika Maier als Betriebsratsvorsitzende des Betriebes Mitteldeutschland und Stellvertreterin des Gesamtbetriebsratsvorsitzenden der LMBV teil. Sie ist seit 1. August 2026 nach dem Ausscheiden des ehemaligen Betriebsratsvorsitzenden Carsten Günther neues Mitglied des Gremiums.
Erster Befahrungspunkt im Nordraum von Leipzig war der Gröberner See: An der Westböschung nahe der Pumpstation gaben Elke Kreische-König, Sanierungsbereichsleiterin Mitteldeutschland, und Arne Sander, Abteilungsleiter Planung Sachsen-Anhalt, Informationen zum geplanten Ausbau des Ableiters Gröbern, der die nahe gelegene Pumpstation künftig ablösen und als dauerhafter wasserwirtschaftlicher Seeablauf dienen soll. Eine Herausforderung besteht in der Querung der angrenzenden ICE-Bahntrasse.
Nächster Halt war die Nordböschung des Gröberner See. Für den ehemaligen Tagebau Gröbern steht derzeit die Beendigung der Bergaufsicht im Mittelpunkt. Über 550 Hektar Fläche sollen aus der Bergaufsicht entlassen werden. Danach können u. a. die Pumpstation und andere Anlagen zurückgebaut, mit dem Versatz der Tiefbau-Ostböschung begonnen und der Hauptwirtschaftsweg ertüchtigt werden. Denn weitere Wohn- und Erholungsflächen an der sanierten Nordböschung sind geplant. Es laufen bereits die Erschließungsarbeiten für den Bau des „Hänicher Südstrands“ durch einen Investor.
Die Tour führte die Aufsichtsratsmitglieder nach Ferropolis auf die Innenkippe des ehemaligen Tagebaus Golpa-Nord, dem heutigen Gremminer See. Geflutet wurde der See von 2000 bis 2011 mit Muldewasser. Seither wird der See durch oberirdische Zuflüsse und Grundwasser gespeist. Wegen eines Wasserdefizits wurde der ursprünglich vorgesehene Wasserspiegel im Rahmen eines Planänderungsverfahrens angepasst. Die Entlassung aus der Bergaufsicht ist der nächste Schritt. Die Folgenutzung dieses Bergbaugeländes läuft bereits seit dem Jahr 1995 erfolgreich als Industriedenkmal, Freilichtmuseum und Veranstaltungsareal.
Die letzte Station der Befahrung war das Tagebaurestloch Golpa IV südwestlich von Zschornewitz. Hierfür muss ein Sanierungskonzept zur Abwehr von Gefahren aus dem Grundwasserwiederanstieg (§ 3 des Verwaltungsabkommens Braunkohlesanierung) erstellt werden. Nach Ende der Kohleförderung 1956 waren im Restloch Fremdmassen verkippt worden, zudem war es Kühlwasserspeicher des Kraftwerks Zschornewitz. Zurzeit wird der Wasserstand bei 71,0 m NHN gehalten. Untersuchungen der LMBV zeigen, dass einzelne Böschungen nicht dauerhaft standsicher sind: Bei freiem Wasseranstieg sind im Westen und Norden Maßnahmen gegen Setzungsfließen erforderlich. Nach Fertigstellung des Standsicherheitsnachweises ist die Planung der erforderlichen § 3‑Maßnahme avisiert.
Impressionen der Befahrung (Fotos: LMBV/Anika Dollmeyer)