LMBV informiert am 14. Oktober über notwendige Verfüllarbeiten in Lauchhammer-Nord – Einladung zur Bürgerinformation

Senftenberg/Lauchhammer. Am 14.10.2008 Uhr lädt die LMBV um 17:00 alle von der beabsichtigten Sanierungsmaßnahme "Verwahren untertägiger Hohlräume im  Bereich des Wohngebietes Lauchhammer-Nord/Restloch 103" betroffenen Bürger zu einer Informationsveranstaltung in das Vereinshaus in Lauchhammer-Nord ein. Bürger, deren Grundstücke direkt betroffen sind, werden per Brief auch persönlich durch den Bereich Liegenschaften der LMBV informiert.

Hintergrund:
Es müssen im Rahmen des Sanierungsvorhabens im Wohngebiet Lauchhammer-Nord bergbauliche Folgeschäden auf Flächen im Stadtgebiet Lauchhammer, in denen der Braunkohlenabbau schon lange eingestellt worden ist, soweit als möglich ausgeglichen und beseitigt werden.

Unter anderem zählen dazu die Beseitigung vorhandener Gefährdungspotentiale, z. B. durch mögliche Bodensenkungen bzw. Trichterbildungen infolge des Nachbrechens von Streckenprofilen sowie die Beseitigung von potenziellen Gefahrenbereichen für Mensch und Tier durch Tagesbrüche. Dies betrifft dieser Sanierungsmassnahme vor allem Grubenbaue im Bereich des Restloches 103. Diese Grubenbaue wurden durch den ehemaligen Tagebau "Marie-Anne" als Entwässerungsstrecken aufgefahren. Die zu verwahrende Grubenbaue befinden sich im Bereich der Ortslage Lauchhammer-Nord.

Erkundung:
Im Jahr 1997 wurden einzelne Grubenbaue erkundet und mit Braunkohlenfilterasche verfüllt. Mit den Sanierungsarbeiten jetzt im Herbst 2008 sind bisher nicht verfüllte Streckenabschnitte und zwei Schachtanlagen zu erkunden und zu verwahren. Dazu liegt als Grundlage ein Versatzbericht „Bohr- und Verwahrungsarbeiten RL 103 nördlich der Stadt Lauchhammer vom 02. März 2001, Bergsicherung Cottbus GmbH“ vor.

Inhalt der Arbeiten:
Es müssen 55 Versatzbohrungen auf offenen Streckenabschnitten auf ca. 35 Meter abgeteuft. Die Bohrungen liegen fast ausschließlich im bebauten Gebiet. Vor Beginn der Versatzmaßnahmen wird eine Bauzustandsanalyse erstellt. Bei Hohlraumfündigkeit werden die Bohrungen als Versatzbohrungen ausgebaut und als Versatzmaterial Braunkohlenfilterasche eingebracht.

Geschichte:
Die komplexe Geschichte des Tagebaus Kleinleipisch ist eng verknüpft mit der Grube Marie-Anne. 1910 schloss die BUBIAG den Tagebau I der Marie-Anne-Grube westlich von Kleinleipisch auf. In den folgenden Jahrzehnten wurden weitere Tagebaue rund um den Ort in Betrieb genommen. Durch Vereinigung der Tagebaue IV und V wurde 1942 der Tagebau Kleinleipisch gebildet. 1956 erfolgte schließlich eine weitere Zusammenführung: Die Tagebaue Kleinleipisch und Koyne wurden nun zum wesentlich größeren Tagebau Kleinleipisch vereinigt, der bis 1980 in Betrieb war.

Der Tagebau versorgte vorwiegend die Brikettfabriken Milly und Marie-Anne mit Kohle. Seit dem Jahr 1931wurde die Abraumförderbrücke „Marie-Anne“ eingesetzt. Aufgrund schwieriger geologischer Verhältnisse und baggerseitiger Rutschungen entschied die damalige Tagebauleitung, die Baggerstütze um 27 Meter von der Tiefschnittböschung wegzuverlegen. Die Brücke musste dafür mit einer auffälligen Bogenkonstruktion verstärkt werden und wurde im Jahr 1938 wieder in Betrieb genommen. In den Jahren 1977/78 wurde die Brücke für eine einmalige Sondertechnologie, die auch als „Sargdeckelbaggerung“ bekannt war, eingesetzt: Sie fuhr dazu auf dem verbliebenen Abraumdamm, während der angeschlossene Eimerkettenbagger in einem 180°-Radius um den Abraumsockel herumschwenkte und ihn so restlos wegbaggerte. Die Kohle lag nun völlig frei. Damit war eine nahezu verlustfreie Restauskohlung möglich. Am 15. Oktober 1978 erfolgte schließlich die Sprengung der Förderbrücke „Marie-Anne“.

Tagebau Kleinleipisch (1910-1980) (inkl. Tagebaue I-VII der Grube Marie-Anne):

  • Landinanspruchnahme: 4.182 ha
  • Rohkohlenförderung: 266 Mio. t (seit 1926)
  • Abraumbewegung: 1.060 Mio. m³

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