Neißewasser kann Seenland fluten helfen

Regierungspräsidium Dresden übergibt Planungsbeschluss am 03.12. 2002 an Bergbausanierer LMBV

Dresden. Es steht fest: Die Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft mbH darf die Bergbaufolgeseen bei Hoyerswerda mit Neißewasser fluten. Die genehmigten Planungsunterlagen will das Regierungspräsidium Dresden am 03.12.200 an die LMBV übergeben.

"Das Unternehmen, das die Sanierung der Bergbau-Altlasten in den ostdeutschen Braunkohlerevieren steuert und überwacht, darf somit den Grenzfluss zweimal anzapfen. Ab Frühjahr 2003 soll bereits Neißewasser in den ehemaligen Tagebau Berzdorf bei Görlitz fließen. Dafür entsteht eine Rohrleitung zwischen dem Fluss und der Grube, die sich in den nächsten Jahren in ein Naherholungsgebiet verwandelt."

Bereits seit Anfang November fließt Wasser aus dem Flüsschen Pließnitz in die frühere Kohlelagerstätte, die bis 1997 vor allem das benachbarte Kraftwerk Hagenwerder mit dem Rohstoff belieferte.  Der Beschluss des Regierungspräsidiums Dresden gestattet der LMBV, die Neiße auch zwischen Görlitz und Bad Muskau anzuzapfen. In den Schreibtischen des Unternehmens liegen bereits die Pläne für etwa 20 Kilometer lange Rohr- und Grabenverbindungen zwischen der Neiße und den früheren Tagebauen Spreetal-Bluno und Spreetal-Nordost. Sie sollen gemeinsam mit anderen Bergbau-Restlöchern im Städtedreieck Hoyerswerda-Spremberg-Senftenberg die Lausitzer Seenkette bilden.

Die künstliche Wasserlandschaft im einstigen Bergbaugebiet soll zu einer touristischen Attraktion werden, dafür entstehen beispielsweise schiffbare Kanäle zwischen den Seen. Erst Mitte vergangener Woche war offizieller Baubeginn für den ersten Kanal zwischen dem künftigen Skadoer See und dem Koschener See. Das Ansinnen der LMBV, Neißewasser in die Tagebaue zu leiten, war vom Regierungspräsidium mit besonderer Sorgfalt geprüft worden. Hatten doch im Vorfeld Anlieger des Grenzflusses auf polnischer Seite Bedenken geäußert, durch das Ableiten von Wasser in die Lausitzer Bergbau-Restseen könnte östlich der Neiße der Grundwasserpegel sinken. Ein Institut in Wroclaw (Breslau) gab allerdings Entwarnung: Das Anzapfen der Neiße werde auf polnischer Seite keine negativen Auswirkungen nach sich ziehen.

(Bearbeitete Wiedergabe eines Artikels mit freundlicher Genehmigung des Autors von Tilo Berger vom 27.11.2002)

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