Informationen zur Abwehr von Gefahren des Grundwasserwiederanstieges in Mitteldeutschland

Leipzig. In Mitteldeutschland kommt es gegenwärtig angesichts des Tauwetters an vielen Stellen zu Vernässungen, auch bei Wohnbebauungen. Die vergangenen Monate waren bereits durch extreme hydrologische Verhältnisse gekennzeichnet, die von außergewöhnlich hohen monatlichen Niederschlagsmengen und einer Überlagerung von einzelnen extremen Regenereignissen und starken Schneefällen mit einer langen Frostperiode geprägt waren. Durch diese extremen Witterungsbedingungen wurden verstärkt Kellervernässungen bei der LMBV angezeigt. Derzeit liegen über 700 Schadensmeldungen im Raum Mitteldeutschland vor. Hinzu kommen hohe Wasserstände der Oberflächengewässer.

Die außergewöhnlichen Witterungsbedingungen führten vielerorts zu hohen Grundwasserneubildungen und zur Entstehung von Schichtenwasser oberhalb der Grundwasserleiter. Die LMBV weist darauf hin, dass es für Fragen im Zusammenhang mit Schichtenwasser, Vernässungen durch überlastete Kanalsysteme durch Starkniederschläge oder Hochwasser, keine Handlungsgrundlage für die LMBV gibt.

Die LMBV wurde 1994 als Bundesunternehmen für den Auslauf- und Sanierungsbergbau in den Braunkohlenregionen der Lausitz und Mitteldeutschlands gegründet. Seit dem ist sie als Projektträgerin dafür verantwortlich, die vom Bergbau beanspruchten Flächen zu sichern, zu sanieren, zu rekultivieren und die Gebiete für künftige Nutzungen vorzubereiten sowie einen sich weitgehend selbst regulierenden Wasserhaushalt herzustellen. Die Finanzierung all dieser Maßnahmen erfolgt vorwiegend aus Mitteln von Bund und Ländern.

Seit der Stilllegung des größten Teils der Braunkohlentagebaue in beiden Revieren erleben die betroffenen Regionen einen tiefgreifenden Umbruch. Die Braunkohlenförderung hat in der Vergangenheit in den Bergbaurevieren zu einer großräumigen Absenkung des Grundwasserspiegels geführt. Mit der Einstellung der Braunkohlenförderung steigt in weiten Teilen der Lausitz und Mitteldeutschlands der Grundwasserspiegel wieder auf seinen vorbergbaulichen Zustand an. In den vom Grundwasserwiederanstieg betroffenen Regionen wurden in der Vergangenheit u. a. Wohngebäude errichtet, ohne zu berücksichtigen, dass nach Beendigung des Bergbaus der Grundwasserspiegel wieder auf das vorbergbauliche Niveau ansteigt. Daher besteht hier die Gefahr von Vernässungen und sonstigen Bauwerksschäden an den Gebäuden und teilweise sind Schäden bereits eingetreten.

Für diese Fälle haben sich die Bundesregierung und die Länder Sachsen, Sachsen-Anhalt, Brandenburg und Thüringen unter Zurückstellung unterschiedlicher Rechtsstandpunkte und ohne Anerkennung einer Rechtsverpflichtung darauf verständigt, betroffene Hauseigentümer bei der Finanzierung von erforderlichen Sicherungs- und Sanierungsmaßnahmen zu unterstützen. Die LMBV wurde dabei mit der Organisation der Maßnahmen beauftragt. Dabei kommen Sofortmaßnahmen (anteilige finanzielle Unterstützung von Pumpen/Entfeuchtungsgeräten incl. Zubehör und deren Betrieb) und auch nachhaltige Maßnahmen zur Gefahrenabwehr zum Einsatz. Über die konkreten Einzelheiten sowie die Finanzierung können sich Betroffene bei der LMBV in Leipzig oder im Internet (www.lmbv.de/Erstkontakt für Sofortmaßnahmen für vom Grundwasserwiederanstieg Betroffene) informieren.

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